In wenigen Tagen ist es soweit und wir starten gemeinsam in ein neues Jahr. Während sich viele Menschen auf das bunte Spektakel am Himmel freuen, beginnt für Tierhalter:innen eine Zeit der Sorge. Besonders Pferde reagieren empfindlich auf Knallgeräusche und Lichtblitze – mit teils dramatischen Folgen. Erfahren Sie, was Feuerwerke für Ihre Pferde bedeuten können, welche politischen Entwicklungen in der Schweiz Hoffnung machen – und wie Sie sich und Ihre Tiere schützen können.

Bild: „Firework“ von Steven Isaacson, CC BY-SA 2.0

Was Feuerwerk bei Pferden auslöst

Pferde sind sensible Fluchttiere. Laute Knallgeräusche, Lichtblitze und plötzliche Bewegungen lösen bei ihnen instinktive Reaktionen aus. Die britische Tierschutzorganisation Redwings hat Anfang 2025 über 5’000 Pferdehalter:innen befragt. Die Ergebnisse sind eindrücklich:

  • 87 % sorgen sich um ihre Pferde bei Feuerwerken
  • Über 130 Pferde starben infolge von Panik, Verletzungen oder Folgeerkrankungen
  • Nur 6 % wurden vorab über geplante Feuerwerke informiert

Die Tiere zeigen Symptome wie Zittern, Koliken, Boxenlaufen oder Fluchtversuche. Manche durchbrechen Zäune, geraten auf Strassen oder verletzen sich schwer. Auch Menschen wurden in über 10 % der Fälle verletzt – ein deutliches Zeichen, dass Feuerwerk nicht nur ein Tierproblem ist.

Die Schweiz reagiert – ein Schritt in Richtung Rücksicht

Die Feuerwerksinitiative Schweiz fordert eine Einschränkung lauter Feuerwerkskörper für Privatpersonen. Ziel ist mehr Schutz für Tiere, Menschen und Umwelt. Im Oktober 2025 hat die Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur des Nationalrats (WBK-N) einen indirekten Gegenvorschlag verabschiedet:

  • Laute Feuerwerkskörper sollen künftig bewilligungspflichtig sein
  • Private Knallerei soll eingeschränkt werden
  • Über 40’000 Personen unterstützen die strengere Variante

Viele Gemeinden haben bereits lokale Verbote erlassen – etwa in Waldnähe, zu bestimmten Uhrzeiten oder bei Tierhaltungszonen. Eine Übersicht finden Sie auf tierschutz-helfer.ch.

Auch Wildtiere sind betroffen

Nicht nur Haus- und Nutztiere leiden unter Feuerwerkslärm. Laut WWF und VIER PFOTEN geraten Wildtiere wie Rehe, Füchse, Igel und Vögel in Panik. Sie flüchten orientierungslos, verbrauchen lebenswichtige Energie und sterben nicht selten an Erschöpfung, Unterkühlung oder durch Kollisionen. Besonders betroffen sind Vögel, die sich nachts aufschrecken und gegen Hindernisse fliegen.

Was Sie als Pferdehalter:in tun können

  • Informieren Sie sich bei Ihrer Gemeinde über lokale Regelungen
  • Bereiten Sie Ihre Pferde frühzeitig vor: Musik im Stall, vertraute Routinen, beruhigende Begleitung
  • Sprechen Sie mit Nachbar:innen und Veranstalter:innen über Rücksichtnahme
  • Unterstützen Sie die Feuerwerksinitiative: feuerwerksinitiative.ch

Ein ruhiger Jahreswechsel für alle

Feuerwerke gehören für viele zur Tradition – doch Rücksicht ist keine Einschränkung, sondern ein Gewinn für alle. Wir wünschen Ihnen, Ihren Pferden und allen Tieren einen entspannten, sicheren und friedlichen Jahreswechsel. Möge das neue Jahr mit Ruhe beginnen – im Stall, in der Natur und im Herzen.

Quellen:

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