Mit dem Tod von Álvaro Domecq im Alter von 85 Jahren verliert Spanien eine Persönlichkeit, die die klassische Reitkunst über Jahrzehnte geprägt hat. Der aus Jerez de la Frontera stammende Reiter, Ausbilder und Gründer der Real Escuela Andaluza del Arte Ecuestre hinterlässt ein Werk, das weit über Andalusien hinauswirkt.

Don Álvaro Domecq Romero in der Spanischen Hofreitschule. (Foto: Spanische Hofreitschule)

Domecq wuchs in einer Familie auf, in der die Ausbildung des Pferdes und der respektvolle Umgang mit Tieren fest verankert waren. Früh kam er mit den Grundsätzen der klassischen spanischen Reitweise in Kontakt – geprägt von Balance, präziser Hilfengebung und dem Ziel, die natürlichen Bewegungen des Pferdes zu verfeiner.

1973 gründete er die Real Escuela, die sich rasch zu einem internationalen Bezugspunkt für klassische Reitkunst entwickelte. Das unter seiner Leitung entstandene Vorführprogramm «Cómo bailan los caballos andaluces» stellte erstmals systematisch die hohe Schule der andalusischen Reittradition in einer öffentlichen, für ein breites Publikum zugänglichen Form dar.

Domecqs Einfluss zeigt sich bis heute in der Art, wie in Jerez ausgebildet und geritten wird. Viele Reitlehrerinnen und Reitlehrer, die an der Real Escuela gelernt haben, tragen die dort vermittelten Prinzipien weiter – von der Pferdeausbildung bis zur Präsentation klassischer Lektionen wie Piaffe, Passage oder Pirouetten.

Er wurde vielfach geehrt, so erhielt er unter anderem den Caballo de Oro und wurde Ehrenmitglied der Spanischen Hofreitschule in Wien. Sein Tod wird in Andalusien und der internationalen Pferdewelt sehr betrauert, da er mit seiner Lebensleistung die Kultur und den Reitsport tief geprägt hat.

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