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Der Herbst zieht ein – mit Nebel, nassen Weiden und kühlen Nächten. Für viele Pferde bedeutet das: weniger Weidezeit, mehr Stallstunden. Und während wir Menschen es drinnen gern warm und gemütlich haben, brauchen Pferde vor allem eines – frische Luft.
Denn was ihre Lungen im Winter wirklich belastet, ist nicht die Kälte, sondern die schlechte Luft im Stall. Staub, Feuchtigkeit und Ammoniak sind die stillen Krankmacher der kalten Jahreszeit – und lassen sich mit einfachen Massnahmen vermeiden.


Pferde kommen mit Kälte gut klar

Pferde sind wahre Anpassungskünstler. Laut Agroscope (Transfer Nr. 550, 2024/2025) liegt ihre thermoneutrale Zone zwischen 5 und 25 Grad Celsius – also genau dort, wo wir schon den Schal suchen. Gesunde Pferde frieren selten; sie schützen sich mit dichtem Fell und mehr Futteraufnahme. Problematisch wird es erst, wenn im Stall die Luft steht. Dann steigt die Feuchtigkeit, Ammoniak sammelt sich, und die empfindliche Pferdelunge reagiert gereizt.


Winterhusten entsteht drinnen – nicht draussen

Der berüchtigte Winterhusten ist kein Zeichen von Kälte, sondern oftmals ein Symptom von zu wenig Luftzirkulation. Wenn Fenster und Türen geschlossen bleiben, steigt die Konzentration von Schadgasen und Staubpartikeln. Die Lösung ist simpel, aber konsequent: Lüften – richtig und regelmässig. Mehrere weit geöffnete Fenster sind besser als kleine Spalten, die Zugluft erzeugen. So bleibt das Klima frisch, und die Pferde atmen durch.


Staubarm vom Boden bis zum Heu

Auch Einstreu und Futter beeinflussen das Stallklima entscheidend. Studien von Agroscope (Herholz et al., 2020) zeigen: Strohpellets und Komposteinstreu reduzieren Ammoniak und Staub deutlich. Beim Futter hilft kurzes Anfeuchten oder Bedampfen des Heus, um Feinstaub zu binden – ideal für empfindliche Pferde.

Wichtig: Eingeweichtes Heu immer sofort verfüttern, damit sich keine Bakterien bilden.


Licht und Bewegung – das natürliche Immunsystem

Neben Luft und Hygiene braucht es Licht und Bewegung. Natürliches Tageslicht unterstützt Vitamin-D-Produktion, Fellwechsel und Hormonbalance. Laut Tierschutzgesetz sollten Ställe tagsüber mindestens 15 Lux erreichen – in der Praxis darf es ruhig heller sein. Und: Pferde, die täglich nach draussen dürfen, sind gesünder, zufriedener und stressresistenter. Bewegung ist die beste Atemtherapie.


Fazit: Besser atmen statt einpacken

Wenn die Temperaturen sinken, ist nicht Wärme, sondern Luftqualität das entscheidende Gesundheitskriterium. Ein gut gelüfteter, heller Stall mit staubarmer Einstreu ist die beste Vorsorge gegen Husten und Müdigkeit – und sorgt für zufriedene Pferde und Reiter.

Tipp: Der ausführliche Leitfaden „Das optimale Klima im Pferdestall“ von Agroscope bietet praxisnahe Tipps für jede Jahreszeit:

Hier geht’s zum Leitfaden von Agroscope

Quelle: Agroscope (2024, rev. 2025), „Das optimale Klima im Pferdestall – Tipps zur Förderung einer guten Luftqualität in Ställen“, Transfer 550.

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