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Letztes Jahr standen unsere beiden Pferde oft lieber in der prallen Sonne als im dunklen Stall, der sich in einem ehemaligen Kuhstall befindet. Er ist zwar schattig, aber die Luft zirkuliert nicht so gut. Müsste man Pferden bei Temperaturen von 30 Grad und mehr Sonnenschutz bieten? Und wie stark darf man sie bei diesen Temperaturen beanspruchen? L.S. in U. 
Auch wenn es vielleicht noch ein bisschen früh ist, möchte ich Ihnen gerne ein paar Gedanken und Tipps zum Problem mitteilen. Dies umso mehr, weil gemäss Klimaforscher die Anzahl von Tagen mit über 30 Grad am Schatten und zum Teil auch extremer Schwüle in den nächsten Jahren signifikant zunehmen und sich bis in den Spätherbst ausdehnen wird. Deshalb wird uns Rösseler diese Thematik auch längerfristig vermehrt beschäftigen. 
Einführend ist zu bemerken, dass auf der einen Seite Temperatur und Luftfeuchtigkeit einfach gemessen und deshalb quantifiziert werden können. Auf der anderen Seite sind die Pferde Individuen mit verschiedenen Empfindungen, welche auch durch das Alter, den Trainingszustand, die Aufstallung, die Umgebung und geografische Lage sowie weitere Komponenten beeinflusst werden. Es können also nicht alle Tiere über denselben Leist geschlagen werden.
Dass man Equiden bei hohen Temperaturen, Sonnenschein und schwüler Witterung Sonnenschutz und möglichst viel Frischluft bieten muss, ist unbestritten; wobei ich nicht unterschreiben würde, dass dies ein Esel in Sardinien mit seiner Vorgeschichte auch so empfindet …
Insekten meiden Mittagshitze
Ob dies in Form von Bäumen oder anderen Plätzen, welche durch Häuser, Überdachungen oder Ähnliches unter Schattenwurf stehen, erreicht wird, ist von zweitrangiger Bedeutung. Wichtig ist, dass solche Orte den ganzen Tag bis zur Dämmerung zur Verfügung stehen. Ist dies schwierig, so muss das Pferd zumindest die Möglichkeit haben, Kopf und Hals in einer schattigen Umgebung zu platzieren. Wichtig zu wissen ist, dass an Hitzetagen die Insekten auch ihre klimabezogenen Tricks anwenden. Sie selbst werden vielleicht schon beobachtet haben, dass eine Arbeit auf dem Sandplatz oder ein Ausritt an der prallen Sonne über Mittag durch lästige Insekten weit weniger belastet ist als in der ersten Hälfte des Vormittags oder am späteren Nachmittag vor allem zu Beginn der Dämmerung. Nutzen Sie diese Möglichkeit aber nur, wenn sich Ihr Pferd als hitze- und/oder sonneneinstrahlungsresistent erwiesen hat!
Um die Gefahr für einen Hitzschlag (Wärmestau, Pferde schwanken oder taumeln, Körpertemperatur steigt über 42 Grad) oder einen Sonnenstich (Überdurchblutung des Hirns, Schwitzen, Apathie bis zum Zusammenbruch, Mastdarmtemperatur normal) zu minimieren oder zu vermeiden, gibt es noch eine Reihe weitere Möglichkeiten. Elektrolytgaben übers Futter (oder durch die Tierärztin per Nasenschlundsonde beziehungsweise mittels Infusionen), Eispackungen auch auf Schädeldecke, Auflegen von mit kaltem Wasser wiederholt getränkten Decken, Scheren bei Pferden mit langem Sommerhaar können dem Pferd helfen.
Pferde leiden weniger als Menschen
Zur Frage der Beanspruchung war letzten Sommer aus aktuellem Anlass (Temperaturen von über 38 Grad, stickige Luft, strenger Uringeruch an den Standplätzen, stundenlanges Stehen mit hängenden Köpfen) in Wien durch den österreichischen Tierschutzverein eine Petition «Hitzeferien für Fiakerpferde» ins Leben gerufen worden. Die Sprecherin der Fiakervereinigung konterte mit dem Argument, dass sie keine Pferde mit Problemen während dieser Tage gesehen hätte, wohl aber leidende Kutscher auf dem Bock. Das zeigt zumindest, dass auch diese Frage einen breiten Spielraum für Interpretationen lässt. Aus eigener Erfahrung, nicht zuletzt auch aus meinen 19 Wochen «Intensivferien» in der Kavallerie-Rekrutenschule im Sommer 1972 in Aarau sowie aus dem Verhalten meiner Pferde im letzten Sommer unter zivilen Verhältnissen, bin ich zu folgender Ansicht gelangt: Gut trainierte Pferde jeden Alters, dürfen und sollen auch in diesen Tagen gearbeitet oder zumindest bewegt werden. Unter den selbstverständlichen Bedingungen wie genügendem Angebot von – nicht zu kühlem – Wasser, längeren Ruhepausen am Schatten bei ausgiebigen Ausritten sowie Herabsetzen der verlangten Leistung bei gespürter oder sogar nur leicht angedeuteter Schwäche oder Rückhaltigkeit gibt es bei Arbeit auf dem Viereck oder in der Halle und auch bei Ausritten in vernünftiger Intensität keine Probleme. Dass das Management bei Spitzenleistungen wie Endurance-Wettbewerben oder einem Cross anlässlich eines Militarys weitergehende Betreuung (Kühlen, genaue Überwachung des Kreislaufes, Infusionen, usw.) intensiviert werden muss, erachte ich als selbstverständlich.
Abschliessend darf aber gesagt werden, dass Pferde im Allgemeinen hitzeresistenter sind als Menschen und somit die Gefahr für Gesundheitsschäden kurz- oder längerfristiger Art beim Beachten der genannten vorbeugenden Möglichkeiten nicht sehr häufig auftreten.

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