Von Hansruedi Frei./ Am 11. Mai 2025 hiess es wiederum: Dragonerschwadron 7, Sammlung.
Die Dragonerschwadron 7 war eine der 18 Dragonerschwadronen der Schweizerarmee, die als letzte berittene Kavallerie in Europa 1972 abgeschafft wurde. Nichtsdestotrotz schwang eine feierliche Atmosphäre, mit Alphornklängen von Dragoner Wachtmeister Fritz Hofmann und Jodelliedern bereits beim Begrüssungsapéro mit, als sich knapp 100 Kameraden der Vereinigung ehemaliger 7ner Dragoner zur 49. Tagung im Gemeindesaal Restaurant 3 Eidgenossen in Bösingen trafen. Die 4 der ältesten anwesenden Ehemaligen sind mittlerweile über 90-Jährig und die Jüngsten bereits über 70 Jahre. Gleichwohl liess es sich keiner nehmen dabei zu sein, alte Erinnerungen «weisch no …» wieder aufleben zu lassen und Freundschaften, die über Jahrzehnte bestanden, neu zu besiegeln.
Nach dem führte traditionsgemäss das 7ner Chörli des Reitvereins Niederscherli mit schönen und eindrücklichen Jodelliedern u.a. mit «…doch ä wysse Wy dä ghört doch ou dr zue, my liebe aute Fründ was wosch de du no meh…» zur offiziellen Begrüssung über.
Präsident Hubert Rudaz rief die Entwicklung der schweizerischen Kavallerie seit 1848 wie folgt in Erinnerung:
Es gab fünf grundsätzliche Entwicklungsphasen:
Die erste Phase war geprägt durch die kantonale Militärhoheit 1848 – 74. Zwar wurde die Ausbildung zentral durch den Bund vollzogen. Auf Grund der kantonal unterschiedlichen Rekrutierung, Ausrüstung und insbesondere auch im Bereich der Remontierung der Pferde war es kaum möglich, die Kavallerie auf einen einheitlichen Stand zu bringen. Dies alleine schon, weil in Bezug auf das Reiten nie ein genügender Stand erreicht werden konnte. Zu dieser Zeit setzte sich die Kavallerie aus Dragonern und Guiden zusammen, wobei die Guiden mit dem Ordonnanz- und Meldedienst klar getrennte Aufgaben gegenüber den Attacken reitenden Dragonern hatten. Diese Umstände führten dazu, dass es Rekrutierungsprobleme und man damit an Unterbeständen litt. In der Folge entstand 1874 das Reorganisierungsprojekt, welches zu einer eidgenössischen Armee führte.
Zu Beginn der zweiten Phase 1875 – 1883 wurden die Remontepferde durch den Bund beschafft und den Kavalleristen abgegeben. Erstmals erhielten die Dragoner einen Karabiner.
Mit dem Amtsantritt von Oberst Ulrich Wille begann die dritte Phase 1883 – 1918. Innert weniger Jahre verstand er es, die Ausbildung neu zu gestalten, so dass das Machbare im Vordergrund stand. Es wurde eine Einsatzdoktrin gefordert, welche nicht nur der Einsatz zu Pferd, sondern auch zu Fuss vorsah. Mit der zusätzlichen Einführung der Maschinengewehre wurde die Feuerkraft der Kavallerie massiv verstärkt.
In der vierten Phase 1918 – 1936 nach dem 1. Weltkrieg wurden die vordringlichsten Erkenntnisse im Bereich der Kavallerie umgesetzt. In Bezug auf den Einsatz hatte man einerseits erkannt, dass dieser fortan primär abgesessen erfolgen müsse, doch der Abschied vom eigentlichen Reiter zu einer Art Infanterist fiel mehr als schwer.
Mit der fünften Phase ab 1936: 30 Dragoner- und 12 Mitrailleurschwadronen; 1951: 24 Dragonerschwadronen und 1961: 18 Dragonerschwadronen, erfolgte sukzessive eine Reduktion der Kavallerieeinheiten. Nach dem Entscheid zur Abschaffung der Kavallerie 1972 war die Frustration der Dragoner sehr gross. Die Erinnerung war und blieb schmerzhaft, so dass die einstige Stärke der Schweizer Kavallerie, der Korpsgeist und die Verbundenheit zusammen mit dem Pferd, zu Gunsten unseres Landes, zu verblassen scheinen. Trotz ihrer formellen Abschaffung als Armeetruppe vor 53 Jahren lebt der Geist der Kavallerie auch heute noch weiter!
Mit dem Dragonerlied «Was reitet munter über Feld» wurde den 24 verstorbenen Kameraden gedacht, um anschliessend mit dem «Berner Marsch» wiederum in die Zukunft zu gehen.
Die statutarischen Geschäfte gaben unter den 7nern zu keinen Diskussionen Anlass. Der heutige Bestand der Vereinigung ist mit gegen 200 Kavalleristen ausgewiesen. Der Kassier
Paul König legte die zweijährige Rechnung mit einem namhaften Ausgabenüberschuss ab, so dass der jährliche Mitgliederbeitrag, ohne Gegenstimme, erhöht wird.
Zur Tagung der ehem. 7ner Dragoner gehörte anschliessend nicht nur ein feines Mittagessen, sondern ebenso wohltuend für das Gemüt, die klangvollen Liedervorträge des 7ner Chörlis, welche mit grossem Applaus honoriert wurden. Ermuntert aus voller Kehle mitzusingen wurde jeder ehemalige Dragoner, als das Lied «Dragoner das sind lustige Leute» angestimmt wurde.
Ein Wiedersehen spätestens an der 50.Tagung in zwei Jahren, im Restaurant 3 Eid-genossen in Bösingen, dieser Wunsch möge für möglichst viele 7ner in Erfüllung gehen!

Defilee, Avenches, 1973

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