Kaum nahen die Festtage, liegen überall in der Schweiz vertraute Düfte in der Luft: Guezli, Zimt, Lebkuchen. Während sich Menschen mit Tee, Keksen und Kerzen aufwärmen, geht auch im Stall die Nasenparty weiter – wissenschaftlich bestätigt! Denn: Pferde sind wahre Duft-Spezialisten wie eine aktuelle Forschung aus Lubin zeigt. Die Universität  erforschte, wie sensibel Pferde auf verschiedene Gerüche reagieren. In der neuen Studie durfte geschnuppert, gesucht und belohnt werden – und das klappte so gut, dass selbst schwächste Minze-Noten für eine Belohnung erkannt wurden.

Bild: „Horse’s nose“ von Jessica Spengler, CC BY 2.0

Die Forschung testete explizit die Fähigkeit der Pferde, unterschiedliche Gerüche zu erkennen und zu unterscheiden, wobei positive Verstärkung genutzt wird, um die Reaktion auf Gerüche zu konditionieren und zu messen. Die Studie zeigt, dass Pferde auf verschiedene komplexe Duftstoffe (zum Beispiel Orange, Pfefferminze, Lavendel und Zedernholz) unterschiedlich reagieren und ihr Interesse durch Verhaltensweisen wie Schnüffeln, Lecken oder Beissen ausdrücken. 

Was heisst das nun für die Praxis?

Das Geruchsempfinden spielt in der Pferdehaltung eine grössere Rolle als oft angenommen. Schon schwache Duftspuren lösen Neugier und exploratives Verhalten aus. Bemerkenswert ist, dass weder Geschlecht noch Typus (Warmblut versus Pony) einen Einfluss auf die Sensitivität haben – Riechvermögen ist universell ausgeprägt.

Pferde lieben „Nasenarbeit“ – Düfte können als Beschäftigung und Umweltanreicherung genutzt werden! Ob Minze im Futterball, Lavendelduft am Knotenhalfter oder Kräuter am Stall – die Entdeckung neuer Gerüche ist ein tägliches Abenteuer für die Vierbeiner. Duft-Parcours, Futtersuchspiele und experimentelle Beschäftigungen fördern die geistige Aktivität und Abwechslung im Alltag.

Stressreduzierung durch positive Duft-Assoziation: Situationen, die Unbehagen hervorrufen (z.B. Verladen, Tierarztbesuch), können durch systematische Konditionierung mit angenehmen Düften und Belohnungen entschärft werden. Reaktionen auf Putzmittel, neue Decken oder Parfums sollten kritisch beobachtet werden – Pferde reagieren oft empfindlich auf ungewohnte Gerüche im Stallklima.

Wussten Sie, dass Pferde sogar Stimmungen durch den Geruch wahrnehmen können?

Welche Advents- oder Winterduft-Ideen haben Sie für Stall und Pferd? Gibt es bei Ihnen sogar den traditionellen „Guezli-Test“ – und wissen Ihre Pferde, wie Zimt, Apfel oder Orange riechen? Schreiben Sie uns Ihre besten Tipps für pferdefreundliche Dezemberüberraschungen!

Quelle: Wnuk E. et al., Assessment of olfactory sensitivity in horses using positively conditioned scent, animal 2025, Volume 19, Issue 12 https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S1751731125002630

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