Medienmitteilung: Die Besuche bei den Rezertifizierungen wie bei den Neuanmeldungen für das Stalllabel «Der Gute Stall» haben wieder klar aufgezeigt, wie wichtig den Betriebsleiterinnen und -leiter eine ganz aufs Wohl der Pferde und Ponys ausgerichtete Stallanlage ist. Entsprechend erfreulich kann die Schlussbilanz gezogen werden: Fünf rezertifizierte und vier neue Betriebe können zur Plakettenübergabe an die PFERD ’27 eingeladen werden.
Durchdachte bauliche Massnahmen sind für einen guten Pferdestall wohl eine wichtige Voraussetzung. Allein damit lässt sich ein hohes Pferdewohl freilich nicht erreichen. In Gruppenhaltungen wie in Betrieben mit Einzelboxen hängt die Lebensqualität für die Vierbeiner stark vom Engagement der betreuenden Personen ab. Wie gross der Aufwand für eine ganz aufs Pferdewohl ausgerichtete Haltung sein kann, zeigt sich immer wieder in den Räumen, wo das Kraft- respektive Mineralfutter gelagert wird: Fein säuberlich liegen die auf den Bedarf der Vierbeiner abgemessen Portionen für die Abgabe bereit. Dass der Fütterung der Pferde und Ponys grosse Aufmerksamkeit zu schenken ist, führt eines der Hauptprobleme unserer heutigen Pferdehaltung vor Augen – zu viele übergewichtige Pferde,.
Wie sich eine hohe Lebensqualität für Pferde erreichen lässt, weiss Iris Bachmann, die frühere Leiterin der Equidenforschung in Avenches und heute bei einem Planungsbüro tätige Pferdefachfrau: «Wichtig ist eine intelligente Raumgestaltung der Pferdeanlage, welche sowohl den Ansprüchen und Grundbedürfnissen der Tiere als auch der Pferdehaltenden und EigentümerInnen entspricht. Flexible Einteilungen ermöglichen Anpassungen ohne grossen Aufwand, wenn es die Situation erfordert. Es gilt, jedem Individuum gerecht zu werden, auch wenn es spezielle Bedürfnisse hat. Wenn genügend Fläche vorhanden ist, vereinfacht das die Planung und den Bau von Pferdebetrieben sehr. Das Verwenden von Kulturland für die Pferdehaltung wird allerdings oft kritisiert, da hier sinngemäss Lebensmittel produziert werden könnten. Wenn die Bewirtschaftung dieses Grünlandes, also der Pferdeweiden, jedoch sinnvoll erfolgt, geht es einerseits nicht verloren und kann andererseits verschiedene Umweltleistungen erbringen, die auf intensiv bewirtschaftetem Landwirtschaftsland nicht möglich sind. Gerade weil Pferde über grössere Flächen verfügen sollten, lässt sich mit dem Pflanzen von Bäumen und Hecken und der extensiven Bewirtschaftung von Wiesland in dieser Richtung viel verwirklichen.»
Zertifiziert wurden die Betriebe anhand eines stets verfeinerten Kriterienblattes, das dieses Jahr 43 Bewertungspunkte umfasste und ein Total von 80 Prozent verlangte. Über 150 Pferdestallungen konnten seit Beginn vor gut zehn Jahren über die von der Stiftung Pro Pferd, der BauernZeitung und der PFERD getragenen Aktion schweizweit ausgezeichnet werden. Zum für die nächsten zwei Jahre gültigen Label «Der Gute Stall» gekommen sind dieses Jahr folgende Pferdebetriebe: Ecurie des Monod von Evi Ammeter in Mollens, der Mättli Pferdehof von Beat Hunziker in Maschwanden, die Bigstoneranch von Patricia Indergand in Kirchleeerau, der Stall Hügli von Lea Hügli in Seedorf, der Stall Hess von Christoph Hess in Wangen a.d.A., der Aktivstall Tannholz in Guntalingen, der Stall von Susi Schmid in Geuensee, Gisis Ponystall von Gisela Aebersold in Leibstadt und der Stall Eichmatt von Brigitte Berthold in Lieli.

Legenden
- HAFL: Im Hinblick auf die Übernahme des Labels «Der Gute Stall» ab 2027 durch die HAFL in Zollikofen gingen die Pferdespezialisten Sonja Holzer und Jan Kocher mit auf die Bewertungstour.
- Les Monod: Ständigen Zugang zu sauberem Trinkwasser ist bei längerer Weidezeit den Pferden zu ermöglichen.
- Stalldrogerie: Die Verabreichung von Zusatzfutter muss gut organisiert sein: In vielen Betrieben füllen die Besitzerinnen selber Behälter ab, um die Abgabe den Betriebsleitern zu vereinfachen.
- Wangen: Den Kundenwünschen nachgekommen: Die entfernte Zwischenwand schafft aus einem Zweierstall einen Platz für eine Dreier- oder Vierergruppe.
- Peter Oehen: Ein guter Stall hängt vornehmlich vom Umgang der Betriebsleitung mit den Pferden ab: Der ausgeklappte Doppelmeter in der Hand von Peter Oehen kann nie Schmerzen breiten, wird aber von den Pensionären respektiert.
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