Was in Givrins bei den Westernreiter passierte, trifft nun auch den Dressursport ausgerechnet am CHIO Aachen, der traditionellen Stätte der klassischen Reiterei schlechthin. Unter dem Titel «Mangelhafte Kontrollen beim Reitturnier CHIO» strahlte WDR 5 kürzlich eine von Katharina Adick zusammengestellte Beurteilung aus, nachdem Aufnahmen vom Abreiteplatz in den sozialen Medien schon während des CHIO mit 18’000 Clicks einen wahren Shitstorm ausgelöst haben. Da solche Aufnahmen für Forscher aber keine Grundlagen für eine reelle Beurteilung bilden, wurden längere Sequenzen gefilmt und Fachleuten vorgelegt. Das Ergebnis: Bei 5 von 28 gefilmten Paaren stellten die Experten eine extrem hohe Dichte an schädlichen Einwirkungen fest, wobei Sporen und Kandare häufig zur Bestrafung eingesetzt wurden. Für die Überwachung des Abreiteplatzes wären in Aachen FEI-Stewards zuständig gewesen, doch es sei weder zu einer Verwarnung noch zu gelben Karten gekommen. Der Weltreiterverband ging nicht einmal auf das zugestellte Filmmaterial ein, die Deutsche Reiterliche Vereinigung dagegen sieht Handlungsbedarf. Den sehen auch wir – nicht um Grobiane zu bestrafen, sondern um die gute Reiterei zu bewahren. Das ist die Aufgabe der Stewards an den Abreiteplätzen. Denn wenn sie wegschauen, sehen es bestimmt andere und stellen die Reiterei in ein schlechtes Licht.
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