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Fast ein wenig hilflos hält die junge Dressurreiterin auf ihrem mächtigen Dunkelbraunen nach einer Möglichkeit Ausschau, um ihr Pferd nach langer Anfahrt im Gelände vor dem Wettkampf noch ein bisschen zu lösen. Sie glaubt es kaum, dass sie die direkt vor ihr liegenden Wiesen und Reitwege unter die Hufe nehmen darf. Doch an den Equus Helveticus sind auf dem Iena-Gelände die Pferde Könige, denen eine Fläche von mehr als 100 Hektaren und über 20 Kilometer Trainingspisten zur Verfügung stehen! Zum fünften Mal fand der Anlass dieses Jahr Mitte September statt. Nebst den Championaten für in der Schweiz gezüchtete Warmblüter, Freiberger und Traber lockte zudem ein buntes Unterhaltungsprogramm rund ums Pferd Tausende von Besuchern an. Vor allem Familien aus der Umgebung nutzten das vom Nationalgestüt organisierte Hippo-Programm «Das Leben ist ein Ponyhof!».
Von den Turbulenzen in der Schweizer Warmblutzucht war den Pferden im Viereck oder Parcours nichts anzumerken, augenfällig war einzig die Verkürzung des Anlasses um einen auf drei Tage. Während sich an den Hippomessen das Pferdeland Schweiz in seiner ganzen Vielfalt zeigt, öffnen die Equus-Helveticus-Tage ein Schaufenster für das züchterische Schaffen im Land. Manifestiert sich beim Freiberger Swissness pur, lebt die Warmblutzucht vom internationalen Blutaustausch. Doch hier wie dort zeigt sich sehr eindrücklich, was qualitätsfördernd ist: der Wettkampf. Nicht knallharter Spitzensport ist nötig, ein gesunder Ehrgeiz im Hinblick auf ein gutes Resultat genügt allemal, Zuchtfortschritte bei den Vierbeinern und reiterliche oder fahrerische Fähigkeiten bei den Zweibeinern zu erreichen.

Lohn der Bemühungen
Der einmal mehr beeindruckende Zuchaueraufmarsch an der Schweizer Meisterschaft CH-Sportpferde bestätigte, welche Bedeutung diesem früher Final Promotion CH genannten Anlass nach wie vor zu Recht beigemessen wird. Und einmal mehr manifestierte sich die Qualität der Pferde gesamthaft auf begeisternde Weise. Wenngleich die vor einigen Jahren eingeführten zusätzlichen Startmöglichkeiten bei den fünf- und sechsjährigen Springpferden (Kleiner Final für Pferde, die sich nicht für die Finalprüfung qualifizieren konnten) diesmal dem Spardiktat zum Opfer fielen,
kam es keineswegs zu einem Einbruch der Anzahl Nennungen, sondern im Gegenteil gar zu einer Steigerung gegenüber dem letzten Jahr. In Anbetracht der Tatsache, dass die Qualifikationskriterien beachtlich sind und die freiwillige Finalteilnahme mit erheblichem Aufwand verbunden ist, wurde der Stellenwert der Promotion CH gesamthaft kräftig unterstrichen. Sie ist in den 30 Jahren ihres Bestehens zu einer Institution geworden aus vielen, der CH-Sportpferdezucht förderlichen Gründen. Auch die diesjährige Schweizer Meisterschaft CH-Sportpferde hat eindrücklich gezeigt, dass die über viele Jahre beträchtlichen Investitionen des Verbandes zielgerichtet und damit richtig waren. Und dass mit den Ende dieses Jahres aufgrund politischer Entscheide auslaufenden Bundesbeiträgen für Leistungsprüfungen verantwortungsbewusst und höchst effizient umgegangen wurde. Diese Investitionen dienten nicht einem konstruierten Importschutz, sondern der Qualitätsförderung und damit erfolgreichen Behauptung eines einheimischen Produkts im zunehmend härter werdenden Konkurrenzkampf.

Das Gute ins richtige Licht stellen
Wer diesen Final Promotion CH während der 30 Jahre verfolgt hat, stellt die in dieser Zeitspanne in jeder Be-ziehung erzielten Fortschritte fest. Abzulesen an den im Sport auf internationalem Parkett erzielten Resultate oder der Aufstieg des ZVCH in die Gruppe der weltweit 20 besten Zuchtorganisationen. Die Rede sei hier deshalb nicht in erster Linie von den Zuchtfortschritten (insbesondere durch die markante Verbesserung der Stutenbasis), sondern von der sicht-baren und kontinuierlichen Vertrauensbildung in das CH-Sportpferd, die wohl kaum so konzentriert manifest wird wie am Final. Die Tatsache, dass hoffnungsvolle junge Pferde nicht durchwegs am Final präsentiert werden, wird sich wohl nie aus der Welt schaffen lassen. Die Quote dieser Pferde ist jedoch konstant und markant gesunken. Mit anderen Worten: Zum einen leisten es sich immer mehr Züchter bzw. Besitzer von CH-Sportpferden, auch nachhaltig zu investieren, zum andern zeigen immer mehr gute Ausbilder ein eminentes Interesse daran und bieten auch Hand, ihr Bestes zu geben. Mit Bluff oder einseitiger Konzentration auf Leistungssport hat dies gar nichts zu tun. Im Gegenteil: Von gut gezüchteten und seriös ausgebildeten Pferden profitiert auch jeder Amateur.
Haben CH-Sportpferde das verdient?
Auf dem grossen IENA-Springplatz herrschte bereits bei den Qualifikations-, insbesondere aber während der Finalprüfungen sehr gute Stimmung, konnte doch das Publikum nicht nur guten, über weite Teile hochspannenden Sport verfolgen, sondern sich auch ein Bild machen über die Vielfalt der zu erfüllenden Anforderungen. Klar, dass letztlich rein zahlenmässige Ergebnisse über Ranglistenplätze entschieden, doch die Qualität der Pferde und ihrer Ausbildung wurde auch anhand anderer Kriterien sehr schön manifest. Dass es beispielsweise 19 vierjährige Pferde schafften, nach zwei Qualifikationsprüfungen mit blankem Fehlerkonto zum Final anzutreten und neun davon auch diesen fehlerfrei beendeten, ist wohl eine sehr gute Bilanz. Ein abschliessendes Urteil lässt diese dennoch nicht zu, da eine ganze Reihe weiterer Pferde einen ebenso guten Eindruck hinterliessen, auch wenn dies rein zahlenmässig nicht zum Ausdruck kam. Zumindest das Fachpublikum vermag die hohen, aber fairen Anforderungen einzuschätzen und ist auch in der Lage, sich ein Urteil zu bilden, das mehr als Hindernisfehler einbezieht.
Auch im Dressurviereck war viel Gutes zu beobachten. In den eigent-lichen Dressurprüfungen kam es fast durchwegs zu Favoritensiegen, und auch bei den vierjährigen Pferden – in den sogenannten «Materialprüfungen» – war der Sieg der letztjährigen «Miss Schweiz» und SBC-Siegerin Show Girl CH keineswegs eine Überraschung. Während der Spruch des Richtergremiums im Springen (mit Ausnahme der Hunter-Prüfungen) nur das Zähl- und Messbare enthält, bewertet bei der Dressur die individuelle Richtermeinung mit. Und während in den eigentlichen Dressurprüfungen Mensch und Pferd bewertet werden, ist bei den Materialprüfungen vornehmlich das Pferd, was auch in der Notenzusammensetzung (Noten für Trab, Schritt, Galopp und Gesamteindruck, bei den fünfjährigen Pferden auch noch Rittigkeit) zum Ausdruckkommt, zu benoten. Natürlich ist das Fachpublikum auch hier in der Lage, sich ein eigenes Urteil zu bilden. Dass nicht immer Einigkeit mit den Richtern herrscht, liegt in der Natur der Sache und kann auch zu Diskus-sionen führen. Wenn aber, wie an dieser Schweizer Meisterschaft, bei 41 gestarteten vierjährigen Pferden in der Qualifikationsprüfung nur gerade dreimal und im Final mit zwölf gestarteten fünfmal (verteilt auf zwei Pferde) eine Note zwischen 8 und 8,7 gegeben wird, bleibt doch ein grosses Frage-zeichen zurück. Hat es der Grossteil der 30 Pferde verdient, mit Gesamtnoten von unter 7 offiziell in den Bereich der Mittelmässigkeit gerückt zu werden? Entspricht diese Bewertung der Realität im Vergleich etwa zum von offizieller Seite hochgejubelten Nachwuchs in den benachbarten Hochzuchtländern? Den in Avenches anwesenden Zuschauern und (hoffentlich) auch den Züchtern und Besitzern der jungen Pferde darf wohl die Beantwortung dieser Fragen überlassen werden. Allen anderen sei versichert, dass das allein durch die Noten vermittelte Gesamtbild zumindest fragwürdig ist. Der CH-Sportpferdezucht im Bereich Dressur jedenfalls wird es nicht gerecht.
Freiberger: Zahlreicher und vielseitiger
Hat der Freiberger schon in den ersten Auflagen des Equus Helveticus mit einer grossen Zahl verschiedenster Wettkämpfe auf seine Vielseitigkeit aufmerksam gemacht, fügten die Freiberger-Verantwortlichen dieses Jahr noch zwei weitere Disziplinen hinzu. Am Sonntag sorgten zwölf Zweispänner auf der Rennbahn für Spektakel, im Hof des Gestüts beteiligten sich vier Equipen an einem Tetrathlon, bestehend aus Fahren, Springen, Western und Mountainbike.
Zudem erlebten die Finalprüfungen im Fahren, Springen, Dressur, Gymkhana, Holzrücken, Zug und Westernreiten einen erfreulichen Aufschwung. Die Zahl startender Pferde stieg in diesen Prüfungen gesamthaft von 356 auf 403 Pferde um 13 Prozent an. Diese bedeutende Steigerung zeigt das wachsende Interesse der Reiter und Fahrer für das Freiberger Pferd besonders für den Freizeitgebrauch. Der höchste Zuwachs wurde beim Holzrücken der Stufe M mit 40 Prozent erzielt, um einen Fünftel stiegen die Teilnehmerzahlen bei den Dressurprüfungen. Aber nicht nur zahlenmässig war eine markante Steigerung festzustellen. Auf den beiden Vierecken im Hof des Gestüts konnten sich die Zuschauer über viele sehr harmonische Ritte freuen. Eine Abnahme von 9 Prozent war lediglich bei den Westernprüfungen auszumachen.
Aus allen Regionen der Schweiz präsentierten Züchter den Besuchern die Schmuckstücke ihrer Zucht. Die besten Freibergerhengste konnten am Samstagabend an der Hengstparade bewundert werden. Der leider in der Zwischenzeit verstorbene Hengst Nougat (Norway-Havel) wurde posthum zum Hengst des Jahres 2013 ernannt.   

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