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«Wenn wir uns nicht bewegen, schwindet unsere Muskelmasse, bei Pferden ist das nicht anders», sagt Lars Bürgler, «mein Wallach Remember Passion ist ein Athlet, für den das Training wichtig ist.» Der Kölliker Kaderreiter und «Remmy» bilden seit vielen Jahren ein eingespieltes Team, gewannen an der Schweizer Meisterschaft im Nachwuchsbereich Edelmetall und steckten bis vor Kurzem in der Vorbereitung auf Lars Bürglers letzte Saison bei den Jungen Reitern U21. Für einige Turniere waren die beiden bereits eingeschrieben, andere waren in Planung – ehe sich in Italien das Corona-Virus ausbreitete und internationale Anlässe abgesagt wurden.

Dann kamen hierzulande die ersten Verschiebungen von Kursen, Veranstaltungen und Prüfungen sowie die Weisung, Pferdetransporte auf das Mindeste zu beschränken und Vereinsanlagen zu schliessen. Darunter fällt auch die Reithalle in Holziken, die Lars Bürgler sonst viermal pro Woche als Trainingsanlage dient. Der Schweizerische Verband für Pferdesport hat danach mit dem Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen spezielle Bedingungen ausgearbeitet für die Nutzung von Vereinsanlagen. Diese sollen dem Wohl der Pferde dienen, denen wie Hunden aus Tierschutzgründen auch bei einer Ausgangssperre für Menschen Auslauf gestattet ist.

Für Externe, die sich normalerweise einmieten dürfen, ist die Holziker Reithalle gesperrt. «Stammkunden» wie Reitkarten-Inhaber Lars Bürgler dürfen in sehr reduziertem Mass und die strikten Hygiene-und Abstandsbestimmungen einhaltend mit ihren Pferden hinein. «Wir alle versuchen, die Trainings in der Reithalle auf ein Minimum zu reduzieren», sagt Lars Bürgler, «es ist schön zu beobachten, dass alle ihre Nutzung so gut wie möglich einschränken, man trifft eigentlich niemanden in der Halle an.» Zweimal pro Woche dreht der 20-Jährige in Holziken seine Runden mit Remember Passion, ansonsten weicht er mit ihm ins Gelände sprich in den Wald aus. «Mit 14 Jahren ist ‹Remmy› ja nicht mehr der Jüngste, bei ihm geht der Muskelabbau noch schneller vonstatten, wenn er nicht bewegt wird», erklärt er.

In anderen Ländern ist das Reiten untersagt

Und so sei es momentan ein stets Abwägen. Was dient der Grundversorgung und der Gesundheit des Pferdes und ist somit tierschutztechnisch vertretbar? Was dient dem Vergnügen und sollte vermieden werden? Lars Bürgler spielt damit auch auf die Geländegänge an. «Im Wald sind derzeit extrem viele Leute zu Fuss und auf dem Bike unterwegs, Rücksichtnahme ist von allen gefordert.» Es wäre ja ein ziemlich schlechter Zeitpunkt, nach einem Sturz vom Pferd oder vom Velo ins Spital zu müssen. Letzteres ist ein Grund, weshalb man in Nachbarländern nur noch vom Boden aus mit dem Pferd arbeiten darf und das Reiten untersagt ist. «Wer mit Pferden trainiert, weiss, dass das mittelfristig kein Zustand sein kann. Zudem hat das Training vom Boden aus auch Verletzungspotenzial.»

Lars Bürgler versucht, sein reduziertes Training mit Remember Passion mit vermehrten Stallbesuchen zu kompensieren und Remmy ist oft auf der Weide, damit er sich bewegen kann. «Pferde spüren wie wir, wenn etwas anders ist, und die Beziehung zu ihnen muss gut gepflegt werden.» Charles Trolliet, SVPS-Präsident, wandte sich mit seiner dringlichen Botschaft an die Verbandsmitglieder, appellierte an die Solidarität, an den gesunden Menschenverstand und die Besonnenheit: «Seien wir froh, dass wir weiterhin zu unseren Pferden dürfen, um uns um ihre Grundbedürfnisse zu kümmern. Das Damoklesschwert einer weiteren Verschärfung oder eines Reitverbots hängt noch immer über uns.»

Wie es wettkampfmässig weitergeht, steht in den Sternen. Die Schweizer Meisterschaften wären im September 2020 in Roggwil geplant. Dass bis zum Sommer die meisten Turniere abgesagt sind, macht die Vorbereitung schwierig. «Remmy braucht eher viele Turniere, um in den ‹Turnierrythmus› zu kommen. Und wenn das Virus nicht eingedämmt ist, macht es wohl keinen Sinn, sich an Wettkämpfen zu treffen, die Verschiebung der Olympischen Spiele 2020 scheint mir diesbezüglich ein starkes Signal zu sein», sagt Lars Bürgler. Noch im Kalender ist die Europameisterschaft der Jungen Reiter in England im Juli, «aber ehrlich gesagt, haben wir momentan andere Probleme, als darüber nachzudenken, in andere Länder zu reisen.»

Den Alltag in Griff kriegen und virenfrei bleiben

Lars Bürgler hätte sich seine letzte Saison bei den Jungen Reitern U21 anders vorgestellt, mit weniger Ungewissheit und besser fokussierbaren Zielen. «Aber es ist nun mal, wie es ist. Das wichtigste ist, dass wir dieses Virus nicht kriegen und den Alltag wieder in Griff bekommen.» Der Zeichner Fachrichtung Ingenieur in Ausbildung spricht diese Worte am Telefon im Homeoffice. Eigentlich wäre er im Büro mit seinem Lehrmeister in den letzten Vorbereitungen auf die praktischen Abschlussprüfungen. Diese Woche soll er Bescheid erhalten, in welcher Form er wie viele andere in der selben Situation seine LAP machen kann. Angestellt in einem Kleinbetrieb bekomme er mit, wie belastend und stressig die Situation für Unternehmen sei.

Umso mehr geniesst er jeden Tag die Momente mit Remember Passion, die ihn ebenso abschalten lassen wir fordern. «Mehr denn je wird einem in Zeiten wie diesen bewusst, wie gross die Verantwortung ist, die man für ein Tier trägt.» Tiere könnten ja nicht selber entscheiden, man müsse vieles herausspüren. «Ich will die Vorgaben und Massnahmen mittragen, damit wir gesund bleiben, aber ich will auch, dass es Remmy trotz Einschränkungen gut geht.»

Artikel mit freundlicher Genehmigung von Melanie Gamma, «Zofinger Tagblatt».

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