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Wie es zu einem Sehnenschaden kommen kann und wie schwierig eine genaue Diagnose oft zu stellen ist, ist im letzten Beitrag abgehandelt worden. Grundsätzliches zur Therapie und Prognose von Sehnenleiden folgt in diesem zweiten Teil.
Vom Hörensagen lernt man lügen. Diese herbe pragmatische Aussage trifft auch bei mündlichen Abhandlungen der Behandlung von Sehnenleiden durchaus zu. Seit Jahrzehnten erscheinen immer wieder Publikationen in wissenschaftlichen und weniger wissenschaftlichen Zeitschriften, die neue Möglichkeiten bezüglich der Therapien bei Entzündungen der Beugesehnen erörtern und natürlich auch anpreisen. Die Wertung dieser Elaborate ist nicht immer einfach. Tipps in pharmazeutischer Werbung können recht einfach selektioniert werden, indem das Kleingeschriebene einer genaueren Begutachtung unterzogen wird. Werden wissenschaftliche Arbeiten mit Angabe der Quelle erwähnt oder wird das Präparat lediglich mittels Schlagwörtern angepriesen? Wird in dieser Bewerbung auch Rücksicht auf spezielle klinische Befunde genommen (chronische bzw. aktuelle Erkrankung, Grad der Lahmheit)? Die Tatsache, dass über Jahrzehnte neue Therapien und Wundermittel bekannt wurden und werden, lässt darauf schliessen, dass wir uns wie häufig auf dem neuesten Stand des Irrtums befinden. Als Beispiel sei das früher sehr häufig praktizierte, heute aber verbotene Sehnenbrennen erwähnt.
Praktisches Vorgehen bei akuten Fällen
Akut erkrankte Pferde mit deutlichen Lahmheiten, unübersehbaren Schwellungen, grosser Wärme und signifikanter Dolenz (Schmerzreaktion auf Druck) werden in einer ersten Phase nicht geritten. Sie werden intensivst einige Tage lokal gekühlt. Dies kann durch häufige längere Kaltwasserduschen geschehen, Ice Pads oder durch Auftragen von Lehm oder Kühlgel. Bei allfälligen Verbänden ist darauf zu achten, dass es durch die gestresste Haut nicht zu Druckschäden kommt. Häufiges Baden der Beine durch minutenlanges Stehen in einem eisigen Bergbach wäre optimal, leider aber selten durchführbar. Medikamentell wird der Patient möglichst schnell durch tierärztliche Hilfe unterstützt. Der Effekt dieser schnellen Massnahmen innert den ersten Stunden verbessert die Prognose signifikant und verkürzt in vielen Fällen die Rekonvaleszenz. Die Bewegungsart wie die Intensität bestimmt die Tierärztin. Kleine Paddocks oder Weideflächen (ebener und fester Boden) haben sich bewährt, baldiges Führen auf befestigter Unterlage für kurze Zeit ebenfalls. Je nach Nervenkleid oder Naturell der Patienten ist es vernünftiger, die Schrittbewegung unter einer erfahrenen, möglichst leichten Reiterin durchzuführen, als dem beim Führen an der Hand durchgebrannten Pferd hinterher zu schauen …
Vorgehen bei chronischen Fällen
Bei «verdächtigen Pferden», dazu gehören vorgeschädigte Patienten, die von Zeit zu Zeit immer wieder einmal Wärme, Schwellung, leichten Druckschmerz an den gefährdeten Lokalisationen und damit gleichzeitig eine leichte Gangunregelmässigkeit zeigen, ist es ratsam, die Sehnenpakete jeden Morgen, nach jeder Arbeit und jeden Abend einer kurzen, zielgerichteten Untersuchung zu unterziehen. Der Aufwand ist minimal und die gewonnenen Erkenntnisse können eine nachfolgende Therapie und die Rekonvaleszenzzeit entscheidend beeinflussen. Natürlich ist es von Vorteil, wenn diese Checks möglichst von derselben Person durchgeführt werden. So sind kleine Veränderungen sicherer und schneller zu erkennen, als wenn sich zu viele Personen die Arbeit teilen. Falls die Besitzerin oder Reiterin ihr Pferd nicht bei sich zu Hause stehen hat, übernimmt gemäss meiner Erfahrung das geschulte Fachpersonal in den entsprechenden Pensionsställen diese verantwortungsvolle Arbeit gern. Sie vertieft ja letztlich auch das enge Verhältnis der Betreuerin zum Pferd und umgekehrt. Dieses gewissenhaft durchgeführte Vorgehen wird dann auch den Entscheid beeinflussen, ob und wie lange das Pferd geschont werden soll oder muss, ob und wie lange Kühlen mit Wasser oder Kühlkissen angesagt ist oder durch die Art und Schwere der Veränderung eine Tierärztin sofort oder erst nach ein bis zwei Tagen aufgeboten werden soll.
Keine Illusionen hegen
Wunder geschehen immer wieder. Dies mag in verschiedenen Lebenslagen möglich sein, gilt aber beim Thema Sehnenleiden leider nicht. Der Faktor Zeit spielt eine entscheidende Rolle: Beim akuten Geschehen muss sehr schnell gehandelt werden, bei den chronischen Patienten soll man sich in Geduld üben und dem Pferd Zeit geben. Konkret kann das bedeuten, dass der Vierbeiner 18 Monate Therapie und Aufbauzeit benötigt, um wieder seiner gewohnten Arbeit nachgehen zu können.
Viele angebotene Wundermittel nützen dem Verkäufer mehr als dem Pferd. Es sei denn, die Besitzerin kümmert sich vermehrt um ihr verletztes Tier und findet dadurch die Gelassenheit, die zur Heilung unumgänglich ist.
Schonen steigert die Prognose auf Heilung
Für zeitliche Abläufe gilt immer noch der Rat erfahrener Rennpferdetierärzte: Man muss der Zeit seine Zeit geben. Mit diesem Vorgehen wird auch die Prognose mit jeder Woche des Schonens besser. Es darf aber auch nicht unerwähnt bleiben, dass gerade bei Sehnenschäden die Schmerzbarrieren sehr individuell von Pferd zu Pferd sind. Das heisst, dass bei «gleichen oder sehr ähnlichen» klinischen und/oder bildgebenden Befunden gewisse Vierbeiner absolut gerade, also schmerzfrei gehen und andere Patienten immer wieder durch gefühlten Schmerz Lahmheiten zeigen.
Dies gilt nicht nur für die häufiger betroffenen Spitzensportvierbeiner, dies gilt auch für die unzähligen Pleasure Horses. Gerade bei den zuweilen «lockerer gemanagten» Freizeitpferden obliegt es der verantwortungsbewussten Besitzerin, ihr Pferd nur dann zu reiten, wenn keine objektivierbaren Gangunreinheiten sicht- bzw. spürbar sind. Der Spruch der alles wissenden Pferdeflüsterer «… ich muss auch arbeiten, obwohl mir etwas weh tut …» ist hier absolut fehl am Platz.
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