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Über die Thematik Muskelkater haben wir in Ausgabe 5 in einer Antwort auf die Frage einer Leserin  informiert und möchten nun gerne noch etwas breiter darauf eingehen. 
Es gibt neben dem einfachen  Muskelkater noch sehr viele andere sogenannte Myopathien (Erkrankungen der Muskulatur), die wichtig und von Interesse sind. Es ist jedoch nicht unsere Aufgabe, die zahlreichen medizinisch-wissenschaftlichen Abhandlungen aufzulisten, zu werten und zu kommentieren. Ziel ist vielmehr, stark vereinfacht einige wenige, aber häufig auftretende Muskelerkrankungen in Erinnerung zu rufen, um den Leserinnen die Möglichkeit zu geben, die festgestellten Symptome zu werten und  die richtigen Schlüsse zu ziehen. Wichtig für die Abgrenzung eines Muskelkaters zum Kreuzschlag oder Tying up bzw. anderen muskulären Problemen ist die Vorgeschichte.
Ein Muskelkater fühlt sich für das Pferd unangenehm an und kann die Reiterin irritieren. Es handelt sich um die Reaktion, die am Tag nach der Bewegung als steifer Gang, Müdigkeit oder Unregelmässigkeit im Bewegungsablauf auftritt. Diese Situation kann mit einfachen Strategien sowohl verhindert als auch therapiert werden. Die Diagnose Muskelkater, also eine Erkrankung nach zu intensiver Bewegung am Tag zuvor, beinhaltet keine grosse Problematik für das Pferd, sofern sie nicht immer wieder durch inadäquates Bewegen des Tieres hervorgerufen wird. Es besteht also keine unmittelbare Gefahr und schon gar keine Lebensgefahr.
Deutlich abzugrenzen ist natürlich der Kreuzschlag, der auch Kreuzverschlag, Monday Morning Disease,  Myoglobinurie oder Lumbago genannt wird. Dieser tritt während der momentanen Bewegung, und zwar ungefähr 15 bis 30 Minuten nach Beginn des Reitens, auf. Es handelt sich dabei um ein akutes Geschehen! Das Pferd zeigt zunehmende Stetigkeit, beginnt zu schwitzen, wird schnellatmig und weigert sich schliesslich, ohne intensiven Reiterzwang auch nur einen Schritt zu machen. Ausserdem fallen ein erhöhter Puls, eine starke Verhärtung der Kruppenmuskulatur sowie – signifikant – ein zunehmend ängstlicher Blick auf. Falls das Pferd nicht beruhigt werden kann, steigert sich der Prozess über ein Schwanken bis zum Niederstürzen mit häufig tödlichem Ausgang. Uriniert das Pferd während oder kurz nach dem Auftreten des Kreuzschlages, ist der Harn charakteristisch rot, braun oder noch dunkler gefärbt. Wird es dann doch noch weiter gefordert, kommt es zum Festliegen und das Pferd hat eine sehr schlechte Überlebenschance. Nebst der Hauptursache Überanstrengung lösen mangelnde bzw. sehr unregelmässige Bewegung (oder Stehtage!) und auch Überfütterung mit Kohlenhydraten einen Kreuzschlag aus. 
Unverzüglich Tierarzt rufen
Treten einige oder alle der genannten Symptome auf, bedingt dies unverzügliches Eingreifen. Die Reiterin muss jede weitere Bewegung des Patienten sofort verhindern und versuchen, ihr Tier durch geeignete Massnahmen zu beruhigen. Durch Massage der verhärteten Muskulatur kann das Geschehen allenfalls positiv beeinflusst werden. Sofortige tierärztliche Hilfe ist unerlässlich, ebenso der Transport in den nächsten Stall. Von der in alten Arbeiten noch hoch gepriesenen Methode des Aderlasses von 8 bis 12 Litern ist wenn immer möglich Abstand zu nehmen: Die Pferde werden zwar immer ruhiger und leider häufig sogar ganz ruhig … Es ist zu erwähnen, dass Kreuzschläge auch bei sich wiederholenden misslungenen Aufstehversuchen in der Box auftreten und, weil nicht damit gerechnet wird, erst Tage nach dem Geschehen mit dem Bestimmen der Laborwerte (vor allem der Muskelserumenzymwerte) diagnostiziert werden. Gleiches kann auch bei «unruhigen» längeren Transporten auftreten.
Das weitverbreitete Tying up
Nicht lebensgefährlich ist das schon länger bekannte und weitverbreitete  Tying up. Diese Art der Myopathie wurde  schon früher vor allem bei jüngeren und zum Teil etwas nervigen Rennpferden diagnostiziert. Sie tritt aber auch bei hoch im Blut stehenden Warmblütern auf. Diese Pferde zeigen immer etwas muskuläre Probleme, vor allem bei intensiverer Arbeit, und sie bringen auf der Rennbahn ihre Leistung nicht. Die Symptome sind klinisch wenig ausgeprägt, der Verdacht der Diagnose kann aber mit dem Bestimmen der Serummuskelenzymwerte erhärtet werden. Diese eignen sich übrigens auch, um junge Pferde bezüglich deren Rittigkeit zu selektionieren, wie dies vor vielen Jahren in einer Schweizer Dissertation nachgewiesen wurde. Therapeutisch wurde und wird vieles versucht, durchschlagende signifikante Erfolge sind keine beschrieben. Prophylaktisch gilt, wie für fast alle Muskelerkrankungen: regelmässige, dem Alter, Temperament, Trainings- und Ausbildungsstand des Pferdes entsprechende Bewegung, regelmässiger Paddock- und Weidebetrieb, Vermeidung von Stehtagen, ausgewogene Fütterung, Ersatz von Kohlenhydraten durch pflanzliche Öle.
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