Im Namen einer Vielzahl internationaler Springreiterinnen und Springreiter hat sich der International Jumping Riders Club (IJRC) für die Beibehaltung des Streichresultats an Olympischen Spielen ausgesprochen. Dies im Vorfeld der Generalversammlung der FEI, die vom 19. bis 22. November in Tokio stattfindet. Die Reiter argumentieren mit dem Wohlergehen der Pferde. Ohne Streichresultat würde die Gefahr bestehen, dass in olympischen Prüfungen auch Pferde eingesetzt werden, die nicht ganz fit sind. Ohne Streichresultat würde zudem die Chance eines Teams stark geschmälert, der Ausfall eines Pferdes und dessen Reiterin oder Reiter wäre kaum zu kompensieren. So müsste die ganze Equipe aufgeben. Ähnlich sei es, wenn bereits der Startreiter eines Teams ein schlechtes Ergebnis erziele. Das könne zu Situationen wie an den Spielen von 1968 in Mexiko führen. Damals wurde das Format von 4 auf 3 Reiter reduziert – und die Kanadier gewannen mit über 100 Strafpunkten.
Die FEI schlägt vor, an den Spielen künftig 20 Teams mit 3 Reitern (total 60) und 15 Einzelreitern zuzulassen, was 75 Teilnehmer aus 33 Ländern ergibt. Der IJRC plädiert für 14 Teams mit 4 Reitern (total 56) und 19 Einzelreitern (=75 Teilnehmer aus 33 Ländern), alternativ für 13 Teams mit 4 Reitern (52) und 23 Einzelreitern (=75 Teilnehmern aus mehr als 33 Ländern). Dieser Vorschlag wird auch vom Jumping Owners Club (JOC) untrstützt. Ob die FEI an ihrer Generalversammlung dem folgt?
Es gibt gute Gründe dafür, dies zu tun. Denn die möglichst grosse Verbreitung des Springsports kann nicht einzige Messlatte sein. Es geht vor allem auch um einen Sport, der auf die spezielle Beziehung zwischen Mensch und Tier Rücksicht nimmt. Und es geht darum, dass Olympische Spiele kein «Je-Ka-Mi» sind, sondern sporltiches Highlight sein müssen. Der FEI gehören 134 Landesverbände an. Davon führen 60 Länder Springkonkurrenzen durch, 17 Länder haben keine Springreiter, sogar 26 Länder keine Springpferde. Nur 40 Länder stellen Reiterinnen und Reiter, die auf internationalem Niveau antreten. So gesehen sind diese Länder mit dem Vorschlag des IJRC ja gut bedient, zumal er ja auch bezüglich der Zahl der Einzelreiter flexibel ist. Und ein im Springsport «neues» Land muss doch erstmals genügend gute Einzelreiter stellen, um dereinst auch eine olympische Equipe formieren zu können.
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