Nach einem Sieg für die Nummer 1 der Weltrangliste hat es im Longines Grossen Preis der Schweiz heute Freitagnachmittag am CSIO St. Gallen zuerst nicht ausgesehen: Mit Venard de Cerisy hatte Steve Guerdat im ersten Umgang auch dort einen Abwurf, wo noch 21 andere Paare im Feld von 41 Konkurrenten einen Fehler hinnehmen mussten – am Einsprungoxer der an der drittletzter Stelle stehenden Zweifachen. Guerdat konnte sich aber wie neun weitere Paare mit 4 Punkten für den zweiten Umgang qualifizieren. Fehlerfrei geblieben waren im ersten Parcours allerdings nur der amtierende Schweizermeister Bryan Balsiger mit Clouzot de Lasus und die Französin Penelope Leprevost mit Vancouver de Lanlore. Doch diese beiden Paare vermochten ihre Spitzenplätze nicht zu verteidigen: Leprevost hatte einen Abwurf, Balsiger riss am zweitletzten Sprung eine Stange und musste noch einen Punkt für Zeitüberschreitung in Kauf nehmen, was ihn auf Platz 5 zurückwarf. Im zweiten Umgang allerdings liess Guerdat keine Zweifel aufkommen, dass er nach wir vor den Sieg vor Augen hatte: «In Rom war ich am letzten Sonntag nach dem GP noch enttäuscht gewesen, heute dafür überglücklich.» Platz zwei ging an Arthur Gustavo da Silva mit Inonstop van’t Vorhoof, der sich damit die Armbinde für den erfolgreichsten Reiter des Turniers umbinden lassen konnte. Die Britin Laura Renwick holte sich auf Dublin ebenfalls mit einem fehlerfreien zweiten Ritt den dritten Platz vor Penelope Leprevost vor Alain Jufer/Cornet MM.
Dass es im Grossen Preis nur zu zwei Blankorunden kam, ist bei der heute herrschenden Leistungsdichte eher ungewöhnlich. Zumal eine knapp bemessene Zeit keine zusätzliche Fehlerquelle war – nur einmal musste ein Strafpunkt für Zeitüberschreitung angezeigt werden. Die hohe Zahl an Fehlern am Einsprung der Zweifachen hatte für Parcoursbauer Gerard Lachat zwei Gründe: Der an zehnter Stelle stehende mächtige Oxer, der viele Paare aus dem Rhythmus brachte, und beim folgenden Hindernis die helle orange Farbe der Stangen. Im Allgemeinen waren sonst die Fehler über den ganzen Parcours verteilt, so wie man es für eine mit 150’000 Franken dotierte Prüfung an einem 5*-CSIO auch erwartet.
Im dem GP vorangegangenen Liebherr-Preis zeigte im einmaligen Stechen der französische Altmeister Michel Robert mit Emerette seine Klasse und gewann vor Henrik Eckermann/Que Bueno de Hus Z und Guillaume Foutrier/Tchin de la Tour. Der Ausgang des neu im Gründenmoos zur Austragung gelangenden Youngster Cups lässt für die Zukunft hoffen. Hinter dem Sieger Nicolas Delmotte mit dem siebenjährigen Citadin du Chatellier aus Frankreich folgten auf den nächsten fünf Plätzen alles Schweizer Paare: Pius Schwizer mit Darius de Kezeg Z und La Roshel, Daniel Etter mit Crazy Anke, Steve Guerdat mit Albführens Maddox und Martin Fuchs mit Ghost de Reville alles Schweizer Reiter.
Fast wieder zu einem Six-Barres-Sieg gereicht wie in Mannheim hat es zum Abschluss des Tages Barbara Schnieper mit Camara Bella CH. Im alles entscheidenden 4. Durchgang musste sie sich nur vom Polen Andrzej Oplatek mit Conthinder schlagen lassen, der mit Odile du Soufflet CH zudem auch den dritten Platz belegte.
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