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Immer mehr Lernende finden über den zweiten Bildungsweg zu einem Pferdeberuf. 10 von 80 Lehrlingen in der Schweiz haben bereits einen Abschluss, wenn sie ihre Lehre in einem Pferdebetrieb beginnen. Sie sind etwas älter, erfahrener und entscheiden sich bewusster für die Ausbildung. Für viele von ihnen geht damit ein Traum in Erfüllung.
Im Nationalen Pferdezentrum (NPZ) in Bern absolvieren drei Lehrlinge die Ausbildung zur Pferdefachfrau EFZ klassisches Reiten, die bereits eine Erstausbildung hinter sich haben. «Seit ich denken kann, gehören Pferde zu meinem Leben», erklärt die 22-jährige Felicia Kocher. «Meine Eltern haben mir jedoch empfohlen, zuerst etwas Anständiges zu erlernen.» Felicia ist kein Einzelfall – oft drängen Eltern ihre Kinder dazu, zuerst eine andere Ausbildung zu absolvieren, bevor sie sich einem Pferdeberuf widmen. So lernte Felicia zuerst Zeichnerin mit Fachrichtung Architektur und machte erst danach ihre Leidenschaft zum Beruf.
Lehre auf Mass
«Berufe rund ums Pferd sind marktwirtschaftlich nicht sehr gesegnet», erklärt Patrick Rüegg, Präsident der Organisation der Arbeitswelt Pferdeberufe (OdA). Deshalb sieht er es als gute Voraussetzung, zuerst einen anderen Beruf zu erlernen: «Grundsätzlich begrüsst die OdA Quereinsteiger.» Ältere Lehrlinge zeichnen sich mit einem grösseren Durchhaltewillen aus und springen später weniger ab. «Auch die Kompetenzen der jungen Leute sind weiter vorangeschritten und ausgeprägter.» Dies hilft, sich im späteren Arbeitsmarkt durchzusetzen. Der Einstieg auf dem zweiten Bildungsweg ist immer möglich. Je nach Vorbildung muss in der Berufsschule nur noch der Berufskundeunterricht besucht werden. «Deshalb gibt es auch viele Sportreiter, die diese Variante nutzen, um später noch einen Abschluss zu machen», fügt Rüegg hinzu. Oftmals wählen Jugendliche mit Vorbildung die verkürzte Lehre. Dabei steigt der Lehrling direkt ins zweite Lehrjahr ein.
Mehrwert in der Kombination
Lea Städler reitet bereits seit ihrer Kindheit,  fasziniert ist sie vor allem von der Ausbildung von Pferden. Nach der Fachmatura Gesundheit entschied sie sich trotzdem zuerst für ein Bachelorstudium in Sport in Magglingen. Während dieser Zeit lernte sie die unterschiedlichsten Sportarten kennen und befasste sich intensiv mit Lern- und Trainingstheorien. Der Pferdevirus liess sie jedoch auch in dieser Zeit nicht los, so absolvierte sie nach ihrem Abschluss ein 2-monatiges Praktikum im NPZ in Bern. «Dort wurde mir dann bewusst, dass ich künftig mit Pferden und Menschen im Sport arbeiten möchte», verrät Lea, die aus dem Kanton Thurgau stammt. Durch ihre Erstausbildung und ihre bereits soliden Reitkenntnisse konnte sie diesen Sommer direkt ins zweite Lehrjahr einsteigen. Lea möchte später ihr erlerntes Fachwissen aus beiden Abschlüssen kombinieren: «Ideen sind viele vorhanden, der Weg ist aber noch offen.»
Verkürzte Lehre nicht für alle geeignet
Der diplomierte Reitlehrer Urs Schelker hat im NPZ bereits über 30 Lehrlinge ausgebildet und gibt zu bedenken, dass ein Quereinstieg über eine verkürzte Lehre auch problematisch sein kann: «Bei Lehrlingen, die im zweiten Jahr einsteigen, fehlt oftmals das Grundwissen.» Es falle den Lehrlingen schwerer, Zusammenhänge zu verstehen, womit sich fachliche Schwächen einschleichen würden. «Nicht alle Lehrlinge sind auch so am Pferd interessiert wie Lea, sondern möchten vor allem reiten», fügt Schelker hinzu, «dabei sind die Pferdepflege und das Fachwissen wie beispielsweise über Krankheiten für Pferdefachpersonen EFZ ebenso wichtig.» Trotz seinen Vorbehalten sieht der Ausbilder auch klare Vorteile bei den Quereinsteigern: «Mit 20 Jahren können die Lehrlinge die anstrengende Arbeit körperlich besser meistern als die 16-Jährigen.» 
Eine Zweitlehre braucht oft etwas Mut. Die jungen Erwachsenen befinden sich wieder in der Rolle der Unwissenden und müssen ein weiteres Mal mit einem geringen Lehrlingslohn über die Runden kommen. Das NPZ möchte interessierte Reiter und Reiterinnen jedoch ermutigen, diesen Schritt zu wagen – oftmals lohnt er sich. «Wir profitieren sehr von unseren älteren Lehrlingen», bestätigt die Betriebsleiterin des NPZs Salome Wägeli, «sie übernehmen bereits mehr Verantwortung und sind überdurchschnittlich motiviert.» So zum Beispiel auch die 21-jährige Fränzi Kamber, die unter anderem aus gesundheitlichen Gründen zuerst eine Kaufmännische Lehre absolvierte. Das Energiebündel ist froh über seine Entscheidung: «Wer mich besser kennt, weiss, dass das KV nicht ideal für mich war.» Heute erlernt sie ihren Traumjob und ist glücklich damit.

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