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Vier Tage dauert er, der Concours de Saut International Officiel oder besser bekannt unter dem Kürzel CSIO. Und davon gibt es in jedem Land nur einen. In der Schweiz seit 2006 ausschliesslich in St. Gallen. Doch mit einer viertägigen Präsenz von Nayla Stössel auf dem Gründenmoos ist der CSIO Schweiz nicht organisiert. Das vergangenes Jahr von ihrem erst kürzlich verstorbenen Vater übernommene Amt verlangt ein ganzjähriges Engagement. Verantwortung tragen hat sie nicht erst lernen müssen, als sie das Präsidium übernahm. «Damit bin ich gross geworden», erklärt Nayla Stössel. Das ist im Umgang mit Pferden nicht anders möglich. «Denn als wir noch kleine Kinder waren, haben uns unsere Eltern deutlich zu verstehen gegeben, dass Pferde eben Lebewesen seien, für die man immer verantwortlich sei und nicht nur dann, wenn man gerade Lust hat.»
Die Lust auf Pferde ist Nayla Stössel bis heute nicht vergangen. Wenn nicht nur ein Pferd, sondern gleich eine Zucht mit Stuten und Fohlen den Lebensstil der Familie prägt, hat sich das einmal aufgelesene Pferdevirus tief eingenistet. «Man kann wohl sagen, die Pferdebegeisterung wurde mir in die Wiege gelegt. Pferde waren einfach da und bestimmten unser Leben», erinnert sie sich. In einem Zuchtstall erlebe man Pferde zudem ganz anders. Bei Stössels handelte es sich um Araber und nicht um Springpferde, auf die sich ihre heutige Arbeit beim CSIO Schweiz richtet. Freilich hat sie als Kind auch Reitunterricht im landesüblichen Stil erhalten, im Springsattel allerdings hat sie wenig Erfahrung. «Araber sind ja keine Springpferde, das sind Allrounder. Und darauf ist bei uns in der Zucht geachtet worden. Ein guter Umgang war ebenso wichtig wie ästhetische Points.» Für Nayla Stössel ist der Araber deshalb mehr Begleittier als Nutztier: «So menschenbezogen und alert, wie sie sind, von ihrem Charakter und ihrem Auftreten her sind sie für uns doch eine Lebensversicherung und ihre Eigenschaften sind durchaus mit jenen eines Hundes vergleichbar!» Damit will sie Araber nicht verniedlichen, weil sie sehr wohl weiss, welchen Einfluss Araber auf die Entwicklung der Pferderassen weltweit hatten. Mit deren angeborener Härte und Ausdauer habe man andere Rassen quasi raffinieren können.

Dynamik im internationalen Springsport
In ihrer Aufgabe beim CSIO Schweiz hat sie neue Aspekte der Pferdewelt kennengelernt. Aus der ruhigen Welt der Araberzucht stiess sie auf die -Dynamik im internationalen Spring-sport und lernte, sich mit dieser Pferdeindustrie auseinanderzusetzen: «Meiner für das Pferd empfundenen Faszination hat das überhaupt keinen Abbruch getan. Der Eintritt in die Welt des Springsports hat meinen Horizont erweitert.» Die Faszination für das Pferd beschränkt sich bei Nayla Stössel nicht nur auf die einmalige Geschichte, wie Pferd und Mensch, zwei so unterschiedliche Lebewesen, zu einer einmaligen Freundschaft finden können. Die Begeisterung für das Pferd ergibt sich für sie aus deren Attributen: anmutig und sanft, aber auch leistungswillig und stark. Und darin würden wir uns heute noch finden, wie das schon Generationen vor uns ergangen sei im Laufe der vieltausendjährigen Domestikation.
Freilich, ganz neu war die Welt des Springsports bei der Übernahme des CSIO-Präsidiums nicht: «Plötzlich stand ich aber mittendrin. Alles hat sich intensiviert. Die Aufmerksamkeit galt nicht mehr nur dem Pferd, dazu gehört auch das ganze Umfeld mit den Verbänden, das Marketing, die Firmen, die Behörden und die Verwaltung. Der CSIO setzte einfach noch einmal eine Ebene obendrauf.»
Waren Pferde früher ein reines Freizeitvergnügen, haben sie sich bei der CSIO-Direktorin in den Alltag hineingaloppiert. Nur wenn sie auf dem Pferd sitzt, sind für sie diese Stunden reine Freizeit geblieben. Sie hat auch noch nie daran gedacht, auf einem ihrer Araber eine Galopprunde auf dem satten Rasen des Gründenmooses zu drehen. «Viele sagen zwar, ein Ritt auf dem Gründenmoos sei ein unbeschreibliches Gefühl. Dankeskarten drücken das aus. Das macht uns Freude und gibt uns die Bestätigung, mit der Goodwill Trophy zum Auftakt auf dem richtigen Weg zu sein.»

Dienstleister für alle Akteure
Eine gute Verwurzelung des CSIO Schweiz in der Region ist für Nayla Stössel sehr wichtig. Springreiten als Sport wird für sie weiter im Mittelpunkt bleiben, man ist im Organisationskomitee jedoch bemüht, den Anlass im Eventbereich noch auszubauen und attraktiver zu machen. Nicht zuletzt aus den im letzten Jahr gemachten Erfahrungen heraus: «Was haben die Besucher noch davon, wenn wir Prüfungen des schlechten Wetters wegen absagen müssen? Wollen wir ein Topanlass bleiben, darf nichts vernachlässigt werden.» Die Prioritäten für dieses Jahr sind denn auch festgelegt: Nebst haushälterischem Wirtschaften soll auf den Nebenschauplätzen den Besuchern im Public-Bereich mehr Unterhaltung geboten werden.
Der CSIO Schweiz ist aber nicht nur der alljährlich stattfindende sportliche Höhepunkt der Region. Nicht weniger Bedeutung hat er als einziger CSIO für den Pferdesport für die Schweiz, die vier Tage lang im Fokus des internationalen Springsports steht. Und um dieser Reputation gerecht werden zu können, braucht es jenen Einsatz, den es auch bei Pferden braucht: immerwährende Verantwortung und nicht nur dann, wenn es einem gerade passt. Nebst den regionalen und nationalen Aspekten sind bei einer Veranstaltung dieser Grösse auch die internationalen Verflechtungen zu berücksichtigen. «Unsere Visitenkarte zeigt sich daran, wie gut wir all diese dynamischen Bewegungen untereinander zu einem Netzwerk verknüpfen können», ist sich Nayla Stös-sel sicher. Leicht ist für die Organisatoren der Stand in diesem von vielen Seiten geprägten Umfeld nicht. «Wir sind Dienstleister für alle Akteure, damit der Sport letztlich überhaupt stattfinden kann.»

Volles Engagement beim CSIO
Doch wie unzählige beglückende Momente die Partnerschaft mit dem Pferd erhalten, sorgen ebenso viele eindrückliche Erlebnisse für ein volles Engagement für den CSIO. Emotionen sind denn auch für sie alles, was hinter dem Hobby Pferd wie hinter der Arbeit im Organisationskomitee steckt. Denn wir alle, die mit Pferden etwas am Hut hätten, kämen aus dieser Ecke. Freud und Leid liegen zwar nah beieinander: in der Zucht, wenn der Verlust eines Fohlens oder Pferdes hingenommen werden muss, beim CSIO, wenn wie vergangenes Jahr der Anlass im Regen untergeht. Vergessen ist es jedenfalls noch nicht, was sich 2013 über das Gründenmoos ergoss: «Ich bin zwar ein Optimist und mache mir nicht täglich Sorgen. Richtig vorbei ist 2013 aber erst, wenn der CSIO 2014 erfolgreich abgehakt werden kann. Man sei zwar mit einem blauen Auge davongekommen und die finanzielle Einbusse verkraftbar, weil man sich auf gute Partnerschaften abstützen könne und grosse Solidarität bei den Sponsoren zu spüren gewesen sei.
Ein Pessimist – so Nayla Stössel – übernimmt ein Unternehmen wie den CSIO Schweiz ohnehin nicht. Ein Leitsatz ihres verstorbenen Vaters Peter, der den internationalen St. Galler Pferdesporttagen während 25 Jahren vorstand, war «Es chont scho guet!». Prägende Worte, die ihr immer wieder über die Lippen kommen würden. Denn an Unterstützung fehlt es der Dienstleisterin mit Herzblut nicht: «Wir können auf den Sport, die Stadt, die Region und viele Freiwillige zählen.»        

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