148,10 Strafpunkte am Ende eines olympischen Wettkampfes erscheinen auf den ersten Blick sehr hoch. Doch wenn es sich um den 23-jährigen Ben Vogg handelt, dessen Grossvater Roland Perret vor 60 Jahren für die Schweiz in Stockholm in der Vielseitigkeit startete, dann ist das etwas ganz Besonderes: «Mein Ziel war es, diesen Wettkampf zu beenden, das habe ich geschafft, selbst wenn ich mir gewünscht hatte, besser abzuschneiden.» Gleichwohl für einen Amateur, der in München Maschinenbau studiert, demnächst schon wieder wichtige Prüfungen bestehen muss, eine tolle Leistung. Dickes Kompliment!
Und dann sagt Ben Vogg etwas, was den Betrachter anrührt – und das Leuchten in Bens Augen beweist, dass der sein Leben lang ein passionierter Reiter bleiben wird: «Ich hatte mir vorgenommen, mit meinem Pferd alle FEI-Championate zu bestreiten: die Junioren-EM, die Junge-Reiter-EM, die Europameisterschaft, die Weltmeisterschaft und die Olympischen Spiele. Wenn ich im nächsten Jahr bei der EM in Polen starten kann, hab‘ ich alles geschafft.» Tolle Sache! So ein Ziel kann sich nur ein Amateur setzen – die Profis kommen gar nicht auf derlei Ideen. Hut ab vor Ben Vogg. Die Reiterei könnte noch viel mehr junge Leute mit seiner Einstellung gebrauchen!
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