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Sie kamen ihm zum Lehranfang einfach nur riesig vor, die Kaltblüter der Brauerei Feldschlösschen. Respekt hat David Gilligan vor ihnen noch immer, inzwischen hält er die Leinen aber schon selber in der Hand. 
Vor einem guten halben Jahr hat David Gilligan die Lehre als «Pferdefachmann EFZ, Fachrichtung Gespannfahren» in der Brauerei Feldschlösschen in Rheinfelden angetreten. Er ist einer von drei Lehrlingen, die in der Schweiz diese noch junge Ausbildung absolvieren.
An seine erste Woche im Fuhrstall der Brauerei Feldschlösschen erinnert sich der 16-jährige David Gilligan noch ganz genau: «Ich kannte nichts, alles war neu, und ich wusste nicht, was von mir erwartet wurde.» Am meisten überrascht hat ihn damals, dass «die Pferde so riesig sind». Bisher hatte er nur mit Ponys Erfahrung und das auch nur aus einigen Einsätzen im Basler Zolli. Und nun standen da sieben Belgische Kaltblüter im Stall, von denen jedes zwischen 800 und 1000 Kilogramm auf die Waage bringt. «Am Anfang hatte ich schon sehr grossen Respekt», meint David lachend. Mittlerweile hat sich der Respekt auf einem gesunden Mass eingependelt und David kann die Schwergewichte auch voneinander unterscheiden. Auch an die körperliche Arbeit hat er sich, nach anfänglichem Muskelkater, gewöhnt.
Vom guten Umgang beeindruckt
Dass David kaum Pferdeerfahrung hatte, sieht sein Lehrmeister und Ausbildner Peter Nussbaumer eher positiv. «David hat bei uns eine Schnupperlehre gemacht, und wir haben gesehen, dass er einen guten Umgang mit den Pferden hat.» Jemanden von Grund auf auszubilden, sei einfacher, so Nussbaumer. Und diese Ausbildung begann zunächst einmal mit dem Grundlegendsten: Boxen ausmisten, Pferde füttern und putzen, die Geschirre reinigen. Später folgten Aufzäumen und Anspannen, und mittlerweile hält David bereits die Zügel in der Hand, wenn er mit dem Zweispänner ins Gelände fährt oder am Donnerstag auf Kundschaft. Alleine fahren darf er allerdings noch nicht.
Fast jeden Tag auf dem Bock
Davids Tag beginnt in aller Herrgottsfrühe: Bereits um halb sieben ist er im Stall. Dann wird erstmal Heu gefüttert und gemistet. Im Sommer oder wenn es im Winter gefroren ist, dürfen die Pferde auf eine der beiden Weiden. Danach werden sie geputzt, bekommen Kraftfutter, «und dann ist schon Znüni-Pause».Etwa um halb neun heisst es dann, Pferde parat machen und aufzäumen. «Anschirren», also den Kummet über den Kopf streifen und am dünnsten Teil des Halses umdrehen, muss David noch nicht. Danach begleitet er den Vier- oder Sechsspänner auf der morgendlichen Fahrt. Am Nachmittag ist er selber dran mit Fahren, vorerst nur mit dem Zweispänner. Die ersten Fahrten absolvierte David mit den Freibergern von Peter Nussbaumer, die vom Handling her etwas einfacher sind als die schweren Brauereipferde. Mittlerweile hält er aber auch bei diesen die Zügel in der Hand. Am schwierigsten findet er das Kontrollieren des Tempos. «Ich fahre praktisch jeden Tag», sagt David stolz, und das ist auch wichtig, denn «es braucht schon sehr viel Übung». Nach der Fahrt werden die Pferde versorgt, die Boxen nochmals gemistet, Geschirr und Zäume geputzt, und dann ist bereits Feierabend. 
Jeweils am Montag drückt David die Schulbank, und was er dort in der Theorie vermittelt bekommt, wird an fünf Tagen im Jahr in überbetrieblichen Kursen in der Praxis vertieft. Dabei geht es um die Anatomie des Pferdes, die Gesundheit, die Fütterung, die Pflege, den Beschlag. Im Laufe seiner Ausbildung wird David auch das Fahrbrevet machen. Bis Ende der Lehre muss er einen Zweispänner alleine korrekt anspannen und fahren, ausserdem ein Pferd longieren und dessen Grundausbildung erläutern können.
Wissen der Fuhrmänner erhalten
Dass Davids Kollegen nicht einmal von der Existenz eines solchen Berufs wussten, ist nicht ganz unbegründet: Die Ausbildung mit Fachrichtung Gespannfahren wurde erst 2014 zu einem anerkannten Beruf. Peter Nussbaumer hat das sehr begrüsst. «Heutzutage haben die Jungen kaum mehr zuhause die Möglichkeit, das Fahren und Fuhrwerken mit Pferden von der Pike auf zu lernen, wie ich das noch konnte. Das Wissen der alten Fuhrmänner geht immer mehr verloren.» Dieses Wissen weitergeben zu wollen war mit ein Grund, warum sich die Brauerei Feldschlösschen entschieden hatte, einen Ausbildungsplatz in dieser Sparte anzubieten. Nussbaumer musste dafür selber noch eine Ausbildung absolvieren, da das Niveau und die Vorgehensweise aller achtzehn Ausbildungsbetriebe in der Schweiz vereinheitlicht werden musste. Auch für ihn und die beiden anderen Fuhrmänner im Brauereistall war es eine Umstellung, einen Lehrling im Betrieb zu haben. «Vor allem im ersten Jahr braucht er viel Betreuung.»
Was David nach Abschluss der Lehre machen will, weiss er noch nicht. Möglichkeiten hat er überall dort, wo mit Pferden gearbeitet wird. Er kann sich aber auch auf die allgemeine Tierpflege weiterbilden oder eine Zusatzlehre als Hufschmied absolvieren. 
Doch zunächst einmal wartet in den nächsten zwei Jahren noch einiges auf ihn, zum Beispiel die Begleitung des Trosses an die BEA, die Muba oder die Olma. Damit muss er bis zum zweiten Lehrjahr warten. «Bei solchen Einsätzen müssen wir uns auf die ganze Mannschaft verlassen können, da bleibt keine Zeit für Lehrlingsausbildung», erklärt Nussbaumer. «Wenn er uns dann begleitet, ist er ein gleichwertiges Mitglied der dreiköpfigen Mannschaft.»

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