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Auf den ersten Blick ist es schwer verständlich, wenn zwei zusammengehörende Pferdebetriebe wie das Gestüt Bommerten bei Zihlschlacht und das Ausbildungszentrum Lee in Bernhardzell gut zehn Kilometer von einander entfernt liegen. Geschäftsführerin Evelyne Wespe spürt die Unsicherheit und liefert die Erklärung: «Bommerten wurde 2007 gegründet, das Ausbildungszentrum Lee kam erst 2012 dazu.» Beide Anlagen stehen im Besitz einer Aktiengesellschaft, für Bommerten wird als Zweck «Betreiben einer Pferdezucht und Aufbau und Betreiben eines Seminarzentrums für Führungskräfte» angegeben, für die Lee AG mit «Betrieb einer Reithalle und eines Ausbildungszentrums für Pferde sowie Durchführung von Veranstaltungen im Zusammenhang mit der Pferdezucht und der Ausbildung von Pferden und Reitern». Nun ist alles klar: Pferdezucht benötigt Platz, viel Platz sogar, ein Ausbildungszentrum dagegen eine gute Infrastruktur mit Reithalle, Aussenplatz, Longierhalle und Paddocks, was im Landwirtschaftsgebiet nicht realisierbar ist.
Pferde müssen es gut haben
Dass es zu einem so grossen Hippokonstrukt gekommen ist, war von Evelyne Wespe nicht geplant. Wohl haben Pferde in ihrem Leben immer einen grossen Platz eingenommen, letztlich aber sei sie ein bisschen «dreingelaufen», habe ein Entscheid nach dem nächsten verlangt. Alles aber habe stets unter der Vorgabe gestanden, dass es die Pferde gut haben müssten. Ein wünschenswertes Pferdeleben haben sie im Gestüt Bommerten zweifellos, das über die stattliche Grösse von 20 Hektar verfügt. Es liegt am Rand des Oberthurgauer Naturschutzgebietes Hudelmoos in einer exklusiven Alleinlage. Zurzeit leben dort insgesamt 22 Pferde und finden ausnahmslos das, was auf der Website angepriesen wird. Nämlich «viel Bewegung, Licht, Luft und ein soziales Umfeld sowie eine individuell, abgestimmte Fütterung». Neben drei Zuchtstuten sind es drei Reitpferde, vier Vierjährige sowie acht Jährlinge, ein Zweijähriger und drei Dreijährige. 

Der Aufbau der Zucht basiert in Bommerten auf oldenburgischen Blutlinien. Damit ist auch die Verbindung zu den 90 Kilometer westlich von Bremen liegenden Partnerbetrieben Harli Seifert Pferdezucht GmbH und Dressurpferde Leistungszentrum Lodbergen GmbH hergestellt. Wohl will Evelyne Wespe ihre Betriebe von ethischen Werten gegenüber Mensch und Tier geleitet wissen, was hohe sportliche Qualitäten der Pferde nicht ausschliesst. Ihre Augen beginnen zu leuchten, wenn sie den Bommerten-Pferden eine Zukunft als Labelprodukt wie die Bio-Knospe sichern will. Das Ziel ist es, eine Zucht von Spitzenpferden für den nationalen und internationalen Dressur- und Springsport zu realisieren. Es werden Massstäbe an die Beweglichkeit der Pferde, ihre Leistungsbereitschaft, die Rittigkeit, ihren Nerv und ihre Gesundheit und Härte gelegt. Fohlen und Jungpferde werden in einem harmonischen Umfeld aufgezogen und auf die spätere Aufgabe vorbereitet. Nebst ihrer Tochter Wanda, die drei Jahre bei Harli Seifert verbrachte und sich grosse Kenntnisse über züchterische Grundlagen aneignen konnte, stellt Evelyne Wespe auf den Pat-Parelli-Instruktor David Zünd ab: «Mit dieser wunderbaren Methode, die Pferde mit Respekt und Vertrauen zu erziehen, kann die Sicherheit für Mensch und Pferd, insbe-sondere bei der Aufzucht, extrem gewährleistet werden.»
Ausbildung und Hengststation
Was in Bommerten mit viel Liebe begonnen wurde, findet im vergangenes Jahr ausgebauten Ausbildungszentrum Lee bei Bernhardzell dank einem finanziell wohlgesinnten Freundeskreis die Fortsetzung. Wer Pferde züchtet, muss sich schliesslich auch überlegen, welchen Verlauf das Leben der Pferde später einmal nehmen soll. Für Evelyne Wespe ist es klar, dass ihre auf Leistung gezüchteten Pferde ihrer Veranlagung entsprechend und ihrem Alter angepasst auszubilden sind. «Dreimal kommen die Pferde täglich raus», freut sich der aus Deutschland kommende Mitarbeiter Nils Wolken, «so etwas habe ich bisher noch nie gesehen.» Hoffnungsträger werden im Betrieb behalten und gefördert, die weniger talentierten als gute Reitpferde verkauft. Neun Sportpferde sind es momentan, die für die Lee AG Werbung machen sollen. Dass dies passieren wird, darum bemüht sich ein junges und hochmotiviertes Team. Der sechsköpfigen Truppe steht Rahel Wespe vor, die Springreiterin Ariane Muff präsentiert die Pferde an Turnieren, als Coach wirkt Arianes Vater Theo Muff. Der Betrieb in Bernhardzell ist aber nicht nur Ausbildungsstall, er ist auch Deckstation, die einzige private in der Schweiz übrigens mit EU-Status. Denn Süddeutschland und Österreich sind interessante Absatzgebiete. Wen wunderts, wenn man sich die sechs dort stationierten Vererber vor Augen führt. Wer Dressurblut sucht, findet Rubin Royal v. Rohdiamant-Grundstein II und Royal Diamond, v. Rubinstein I-Inschallah AA. Wer dagegen Richtung Springen züchtet, kann passendes Blut finden mit Couleur Rubin v. Cordalmé Z-Grannus; N’oubliez jamais v. Nintender-Calido I; Concalido v. Contendro I-Caldio I sowie Clark v. Cornet’s Stern-Silvio I. Betreut wird die Besamungsstation von Nils Wolken und Rahel Wespe, die sich im deutschen Landgestüt Zweibrücken zur Besamungstechnikerin ausbilden liess. Für Evelyne Wespe ist die Besamungsstation Lee zum Treiber des ganzen Unternehmens geworden. Stimme zudem der Kundenservice, liege in diesem Bereich noch viel Potenzial drin, was einen Beitrag an die Fixkosten liefern soll. Der Versand von Sperma erfolgt täglich über einen Kurierdienst. Bei allem Geschäftssinn – schliesslich stehen mittlerweile über 100 Pferde im In- und Ausland im Besitz des Unternehmens – hat sich die Lee AG aber wie Bommerten nach ethischen und moralischen Werten auszurichten, wenn es heisst, dass «Kompetenz, Wissen, Empathie – gepaart mit den besten Bedingungen für Zucht, Ausbildung, Ernährung und Training – der Fokus unserer täglichen Arbeit auf dem Weg zu neuen Spitzenleistungen» sein soll. 
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