Vor einigen Tagen hat der der in Elgg stationierte Rennpferdetrainer Philipp Schärer überraschend seinen Rücktritt auf Ende Jahr bekannt. Dies nicht etwa weil er mit dem Rennsport abgeschlossen hätte: «Ich liebe diesen Sport nach wie vor. Doch es gibt zwei Faktoren, einerseits die Emotionen und die Faszination um das Pferd, anderseits die Geschäftszahlen. Mir ist es in den zehn Jahren als Berufstrainer nicht gelungen, mein Geschäft im Business-Plan zu behalten», kommentiert Philipp Schärer seine Entscheidung. Als er angefangen habe zu trainieren, sei ihm schon bewusst gewesen, dass man den Schweizer Rennsport nicht mit dem Ausland vergleichen könne. Doch, nachdem er als Jockey 100 Siege erreicht hatte, wollte er seinen Traumberuf als Trainer in der Heimat verwirklichen. Ein anderes Land wäre nie eine Option für ihn gewesen, teilt er mit.
Philipp Schärer konnte grosse Erfolge feiern mit seinen Schützlingen, namentlich auch an den Schneerennen in St. Moritz und Arosa. Er bedauert daher: «Schleichend hat es immer weniger Renntage gegeben. In Dielsdorf einen weniger, in Frauenfeld einen weniger, Arosa fällt ganz weg. Das wirkt sich auf die Startmöglichkeiten und auf die Gewinngelder aus. Es ist ein cooler Job, aber nicht lukrativ. Die Bilanz stimmt nicht mehr. Für mich ist es so nicht mehr machbar.» Zur Zeit betreut der zweifache Familienvater 20 Pferde und beschäftigt mehrere Angestellte. Philipp Schärer betont, es seien ausschliesslich persönliche Gründe, weshalb er aufhören werde. Logischerweise habe auch er unter den diversen Problemen gelitten, die es im Schweizer Rennsport gebe. Doch sei es seine Motivation gewesen, in diesem Beruf mit seiner Familie existieren zu können. Er habe viele schöne Momente im Sport erleben dürfen und hege keine schlechten Gefühle: «Ich sagte schon als Reiter, ich will nicht aufhören, wenn ich muss, sondern solange ich kann. Das gilt jetzt auch für mich. Deshalb werde ich Ende Saison einen klaren Schnitt machen und mich neu orientieren. Die Pferde werden alle bei anderen Trainern untergebracht werden», kommuniziert der 35-Jährige. Und er schliesst nicht aus, dass er in einigen Jahren, wenn er ein neues Standbein aufgebaut habe, vielleicht hobbymässig wieder ein paar Pferde trainieren könnte.
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