Zum Saisonziel war der Sieg im Nationenpreis am CSIO St. Gallen von den Schweizern erklärt worden. Doch der längst fällige Erfolg wurde auch nach 19 Jahren trotz Favoritenrolle, wie der französische Equipenchef Thierry Pomel zu verstehen gab, nicht realisiert: Hinter den Siegern der letzten Jahre Frankreich (2018) und Italien (2017) resultierte im einmaligen Stechen der dritte Rang. Während Guillaume Foutrier mit Valdocco des Caps für Frankreich und Giulia Martinengo Marquet für Italien ohne Fehler abschlossen, musste sich Steve Guerdat mit Albführen’s Bianca als Erststarter am Oxer des Einsprungs zur Zweifachen vier Punkte notieren lassen – am schnellsten wäre er gewesen. Während die Schweizer vor zwei Wochen im französischen La Baule zum Sieg gekommen waren, stand diesmal Frankreich mit Penelope Leprevost/Vancouver de Lanlore, Guillaume Foutrier/Valdocco des Caps, Nicolas Delmotte/Urvoso du Roch und Kevin Staut/Calveo 2 zuoberst auf dem Podest.
Wie schnell eben eine Stange auch in einem dem sehr unterschiedlichen Teilnehmerfeld angepassten, nicht allzu schwer gestellten Parcours aus den Löffeln fällt, haben die Schweizer Springreiter Martin Fuchs mit Chaplin und Niklaus Rutschi mit Cardano im ersten Umgang des Nationenpreises auf dem Gründenmoos in St. Gallen im ersten Umgang erfahren müssen. Im zweiten Umgang allerdings blieben sie wie Paul Estermann/Lord Pepsi (zweimal null) und Steve Guerdat/Albführen’s Bianca (0/Verzicht) ohne Abwurf, so dass die Schweizer Equipe nach den beiden Durchgängen 4 Strafpunkte auf dem Konto hatten, damit zu Frankreich und Italien aufschliessen und zum Stechen um den Sieg antreten konnten. Die beiden Nachbarländer wiesen nach dem ersten Umgang Blankoresultate auf, brachten dann aber je 4 Punkte ein. Leider musste noch ein schwerer Unfall verzeichnet werden. Der brasilianische Schlussreiter Stephan de Freitas Barcha stürzte am Aussprung der Dreifachen so schwer, dass er zur genauen Abklärung mit der Ambulanz aus dem Parcours gefahren werden musste.
Sportlicher Höhepunkt am Samstag war die Land Rover-Prüfung «Speed and Handiness», also schnell und wendig. Pius Schwizer zeigte mit Balou Rubin R einmal mehr, dass bei ihm alle Pferde schnell werden und feierte mit Balou Rubin R den zweiten Sieg auf dem Gründenmoos. In 88,17 Sekunden kam er fehlerfrei im Ziel ein und verwies den Briten William Funnel mit Billy McCain und den Schweizer Alain Jufer/Cytise de la Fontaine auf die Plätze, auch sie kamen zu einem Umgang ohne Abwurf. Zu den am diesjährigen CSIO neu ins Programm aufgenommenen Prüfung gehörte die Youngster-Tour für Sieben- und Achtjährige. Und zur Freude der Zuschauer gewann den Final vom Sonntag auch ein Youngster im Sattel: Edouard Schmitz, Kaderreiter bei den Jungen Reitern, gewann mit dem Irländer Kilcol Trim Blue vor dem Franzosen Nicolas Delmotte/Citadin du Chatellier und Martin Fuchs/Leone JEI.
Mit «Willkommen zu vielen Neuheiten» hatte OK-Präsidentin Nayla Stössel dieses Jahr zum CSIO St. Gallen eingeladen. Dazu gehörte unter anderem der Les Trois Rois – Swiss Cup-Final. Eine zusätzliche Bereicherung im nationalen Segment boten zudem die N-Prüfungen der Goodwill-Trophy, wo im Final immerhin ein Preisgeld von 18’600 Franken abzuholen war. Zu überzeugen vermochten die Paare aus der Zentralschweiz: Dank der schnellsten Zeit im Feld der sechs fehlerfrei gebliebenen Paare holte Thomas Bellmont aus Küttigen mit Condor E den Siegerpreis ab vor Nicole Krebs/Sidney K CH und Marco Gurtner/Cantano S CH. Knapp ging der Swiss-Cup-Final aus: Um 0,04 Sekunden schneller am Ziel war im alles entscheidenden zweiten Umgang Martin Fuchs mit Chica B Z vor der ebenfalls ohne Abwurf gebliebenen Barbara Schnieper mit Chalendara CH. Fehlerfrei geblieben war auch Roland Grimm mit Captain, hatte aber schon sieben Sekunden Rückstand.
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