Für Deutschland war der Nationenpreis am CHIO Aachen ein Sommernachststraum, für die Schweizer Springreiter dagegen ein Albtraum. Während die Deutschen ihren dritten Sieg in der prestigeträchtigen Prüfung in der Soers in Folge zur Freude der 40’000 Zuschauer gewinnen konnten, mussten die Schweizer nur zu Dritt antreten. Sowohl Tic Tac von Alain Jufer als auch Chaplin von Martin Fuchs zeigten sich in einer schlechten Verfassung und konnten nicht starten. Im ersten Umgang brillierten Werner Muff/Daimler, Paul Estermann/Lord Pepsi und Steve Guerdat/Hannah mit fehlerfreien Ritten, was unter Flutlich im zweiten Durchgang nur noch Guerdat gelang; Muff hatte zwei, Estermann einen Abwurf, was mit 12 Punkten dennoch zum beachtlichen 4. Platz reichte. Deutschland holte sich den Sieg im zweiten Umgang dank den drei Nullfehler-Ritten von Simone Blum/Alice, Laura Klaphake/Catch Me If You Can und Marcus Ehning mit dem im Mitbesitz von Ruth Kräch aus Frauenfeld stehenden Pret à Tout. Von Ehnings Ritt hing alles ab, da Maurice Tebbl (fehlerfreier erster Ritt) mit Chacco’s Son einen Abwurf hatte. Doch in der Wiederholung liess Ehning auch das dritte Hindernis unbeschadet. Platz zwei ging an Irland vor den Niederlanden.
Die US-amerikanische Dressurreiterin Laura Graves war mit einem klaren Ziel vor Augen nach Aachen gekommen: gewinnen. Das ist ihr gleich im ersten Anlauf im Grand Prix um den Preis der Familie Tesch gelungen – allerdings zeigte sich ihre härteste Gegnerin, Dauerrivalin Isabell Werth, heute deutlich unter Form. Das verleiht auch dem Lambertz Nationenpreis der Dressurreiter eine Spannung wie selten zuvor.
Boyd Exell mag ein gebrochenes Bein haben, trotzdem ist und bleibt der Australier eine Klasse für sich unter den Vierspänner-Fahrern. Mit 7 Punkten Vorsprung gewann er die Dressurprüfung vor dem Franzosen Benjamin Aillaud und Chester Weber (USA). Zu steigern vermochten sich im Viereck gegenüber dem Vortag die beiden Schweizer Jérôme Voutaz und Martin Wagner, die den 17. und 18. Rang belegten.
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