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Pferde lieben es genauso wenig wie wir, wenn man ihnen auf den Nerv drückt. Nerven können durch krankhafte Veränderungen vermehrt belastet oder gereizt werden, sehr wohl aber auch durch schlecht sitzende Ausrüstung wie Zaum, Sattel oder Gurte. 
Nachdem vor einigen Jahren (Geyer und Weishaupt, 2006) über den Einfluss von Zügel und Gebiss auf die Bewegungen des Pferdes berichtet wurde, soll in diesem Beitrag vor allem auf die wichtigsten Nerven des Kopf-Hals-Gebietes und des Rückens eingegangen werden. Neben der Darstellung der Kopfnerven sollen der allgemeine Aufbau der Wirbel­säule und das Rückenmark sowie das Prinzip der vom Rückenmark ausgehenden Nerven besprochen werden. Dabei wird besonders auf empfindliche Stellen hingewiesen, die durch krankhafte Veränderungen oder durch das Zaumzeug, den Sattel oder bei der Nutzung der Pferde in den verschiedenen Disziplinen vermehrt belastet oder gereizt werden.
Oberflächliche Kopfnerven
Die in Abb. 1 dargestellten Kopfnerven liegen meist oberflächlich. Da ist zunächst der Gesichtsnerv, der Nervus facialis (Abkürzung für den Nerv = N.), der hinter dem Ohr austritt und zunächst einen Ast für die hintere Ohrmuskulatur abgibt. Die beiden Hauptäste des Facialisnervs liegen direkt unter der Haut und sind bei dünnhäutigen Pferden auch im seitlichen Backenbereich zu sehen und zu fühlen. Er versorgt allgemein die mimische Muskulatur inklusive aller Ohrmuskeln, er ist somit ein vorwiegend motorischer Nerv. Unter dem Begriff  motorische Nervenfasern versteht man Nerven, welche die Muskulatur versorgen.
Sensible Nervenfasern sind Fasern, die Berührungsreize, Spannungen im Gewebe, Wärmeempfindungen und vor allem auch Schmerzen aufnehmen. Der für die Sensibilität des Kopfes hauptverantwortliche Nerv ist der dreiteilige Nerv, der N. trigeminus. Er besteht aus drei Anteilen: 

  1. dem N. opthalmicus für die Augengegend, 
  2. dem Oberkiefernerv (N. maxillaris), 
  3. dem Unterkiefernerv, dem N. mandibularis. 

Die beiden erstgenannten Anteile haben je drei Äste und der Unterkiefernerv sogar sechs Äste, dabei einen, der auch den Grossteil der Kaumuskulatur versorgt.
Hinter dem Kiefergelenk werden dem N. facialis noch sensible Nervenfasern aus dem Unterkiefernerven zugegeben. Diese begleiten den motorischen Gesichtsnervs in die seitliche Backengegend bis zum Mundwinkel und sorgen so für die Empfindlichkeit der seitlichen Backengegend, wo die Trense zu liegen kommt, sowie für die Empfindlichkeit im oberen Bereich des Auges. Die obere Augengegend bis zum Ohr wird ausserdem von Fasern des sensiblen Augennervs versorgt, der durch einen zu engen Stirnriemen gereizt werden kann. Ein Ast des sensiblen Oberkiefernervs verläuft zunächst als N. infraorbitalis (der Nerv unter dem Auge) im Oberkieferkanal und innerviert hier die Zähne des Oberkiefers. Ein grosser Ast dieses Nervs tritt dann an einer vor und oberhalb der Gesichtsleiste liegenden Öffnung an die Oberfläche und versorgt sensibel den Aussenteil der Nase und die Oberlippe. Im Unterkiefer verläuft im Kanal ein grosser Nervenast, der die Zähne versorgt. Ein Ast dieses Nervs (N. mentalis) tritt dann an einer Öffnung hinter den Schneidezähnen aus und innerviert die Unterlippe und das Kinnpolster. Beide oberflächlichen Nervenäste (der vom N. infraorbitalis und der N. mentalis) können durch falsch angebrachte Nasen- oder Sperrriemen verletzt werden. 
Die hintere Gegend von Ohr und ­Genick werden sensibel vor allem durch einen grossen Zweig vom unteren Ast des zweiten Halsnervs innerviert. Ein 2. Zweig vom unteren Ast des ­2. Halsnervs zieht dann in die untere vordere Halspartie und in den Kehlgang. Da die motorischen Fasern zur Muskulatur im vorderen Halsbereich von verschiedenen Halsnerven oder Kopfnerven stammen, sind beim 2. Halsnerv in Abb. 1 keine motorischen Fasern eingezeichnet.
Betrachtet man nochmals eingehend die Abb. 1, so wird einem schnell klar, dass das Zaumzeug, ob Halfter oder Reithalfter, fast an jeder Stelle des Kopfes und der vorderen Halsgegend in die Nähe von Nerven kommen kann, die empfindlich reagieren. Gute Polsterung oder weiches Zaumzeug, vor allem an Nase, Backe, Stirn und im Genick hinter dem Ohr, sind daher wichtig. Zu eng verschnallte Halfter oder Reithalfter können durch den Druck auch schmerzhaft sein. Das ­eingezeichnete Gebissstück in Abb. 1 soll auch zeigen, dass die innen am Kopf liegenden Teile natürlich auch schmerzhaft sind und dass Kräfte der Hand des Reiters auch nach hinten weitergeleitet werden und diese bei einer harten Hand besonders heftig wirken. 
Die Abb. 4 und 5 von der Innervation des Kopfes von einem neugeborenen, präparierten Warmblutfohlen sollen belegen, welche grosse Nerven in die jeweiligen Gebiete gehen und wie intensiv die Innervation all dieser Gebiete ist. In Abb. 5 sind auf der rechten Seite die tief liegenden Nerven, vor ­allem des N. trigeminus mit seinen  drei Hauptteilen, dargestellt, damit auch die hohe Empfindlichkeit der ­inneren Partien des Kopfes veranschaulicht ist. Schmerzen oder sensible Reize werden allgemein aber nur bewusst, wenn sie bis zur Grosshirnrinde weitergeleitet werden. Es ist auch daran zu denken, dass durch den Druck harter Backenriemen, z.B. bei Seitenlage nach einem Unfall, eine ­Facialislähmung entstehen kann. Bei dieser Lähmung der Hauptäste des ­Gesichtsnervs kommt es auf der betroffenen Seite wegen der unterbrochenen Nervenleitung zur Lähmung der mimischen Muskulatur. Dadurch entsteht ein «Kamelgesicht», die Nüstern können nicht mehr erweitert werden und auch die Beweglichkeit der Lippe zur Futteraufnahme kann ausfallen.
Im zweiten Teil unseres Dossiers über den Einfluss von Ausrüstungsgegenständen auf die Nerven beim Pferd werden wir unter anderem auf mögliche Druckstellen beim Sattel eingehen.

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