Ställe mit 5-Sterne-Komfort gibt es vom Genfer- bis zum Bodensee, vom Tessin und Bündnerland bis in die nördlichen Gebiete der Schweiz. Sechs Betriebe sind im Rahmen des 2. Stallwettbewerbs mit der Plakette für «vorzügliche Haltung» an der PFERD in Bern ausgezeichnet worden.
Der ideale Stall ist hell, luftig, bietet gutes Futter, viel Sozialkontakt und noch mehr Bewegungsmöglichkeiten. Das sorgt bei Equiden aller Gattungen für Wohlbefinden. Im Wettbewerb «Der gute Stall», der letztes Jahr zum zweiten Mal zur Durchführung gelangte, wurden genau diese Betriebe gesucht und gefunden. Auf zwei Kategorien waren die Ausschreibungen ausgerichtet, in drei Gruppen wurde schliesslich prämiert. Denn die sich ändernde Pferdewelt zeigt sich auch in der Haltung. Die wachsende Zahl Senioren verlangt passende Angebote, so dass nachträglich eine Kategorie Altersweiden aufgenommen wurde.
Management macht’s aus
Vor zwei Jahren war der von der Pferdemesse PFERD, der Landwirtschaftszeitung «Schweizer Bauer» und KAVALLO organisierte Wettbewerb «Der gute Stall» ins Leben gerufen worden. Hinter dem von der Stallzubehör-Firma Weinsberger-International und Pierre C. Frey AG aus Oberentfelden unterstützten Wettbewerb «Der gute Stall» steckt die Idee, beispielhafte Haltungsformen und innovative Detaillösungen für alle Stallsysteme bekannt zu machen. Da die Preisträger später im «Schweizer Bauer» und im KAVALLO einzeln vorgestellt werden, wird der Wettbewerb zweifellos zu Ideen anregen und zur Verbesserung der Pferdehaltung beitragen. Freilich ist mit ausgeklügelten Stallkonzepten der 5-Sterne-Komfort noch nicht garantiert. Zum guten Stall wird ein Betrieb erst, wenn auch das Management stimmt, was anlässlich der Preisverleihung in Bern speziell hervorgehoben wurde. Die Übergabe der Plakette, wurden die Gewinner gelobt, sei in erster Linie eine Auszeichnung der anwesenden Betriebsleiter, die mit viel Fachkenntnis und Gefühl Musterbetriebe aufgebaut hätten. Aus langjähriger Erfahrung heraus, wie ein Betriebsleiter schmunzelte.
Voranschreitende Spezialisierung
24 Betriebe haben am Stallwettbewerb «Der gute Stall» teilgenommen, zehn davon wurden nach einer Vorauswahl von der Haltungsspezialistin Christa Wyss aus dem Schweizer Nationalgestüt Avenches besucht. Die Ställe wurden aufgrund ihrer betrieblichen Spezialisierung in die Kategorien Gruppenhaltung, Sportpferdehaltung und Betriebe für alte Pferde eingeteilt. Nebst den schönen Ställen mit interessanten Besonderheiten war auch dieses Jahr beeindruckend, mit wie viel Engagement man sich in den verschiedenen Betrieben um das Wohl der Pferde wie auch der Besitzerinnen und Besitzer bemüht.
Dass die angeborenen Bedürfnisse der Pferde im Stallbau seit Jahren immer besser berücksichtigt werden, hatte schon der erste durchgeführte Wettbewerb «Der gute Stall» aufzeigen können. Grund dafür sind nicht nur neue wissenschaftliche Erkenntnisse, die in der Boxen- wie in der Gruppenhaltung laufend zu Verbesserungen führen. Dass sich der Stallbau in den vergangenen Jahren intensiver um das Pferdewohl zu bemühen begann, ist vor allem auf die auf Haltungsfragen sensibilisierten Besitzerinnen und Besitzer von Equiden zurückzuführen. Gerade im zu erwartenden Überangebot an Stallplätzen wird es wichtiger, dass die Betriebe jenen Standard anbieten können, der auf dem Markt gefragt ist. Dass beim 2. Stallwettbewerb «Der gute Stall» wiederum über 20 Betriebe mitgemacht haben, zeigt ganz deutlich die Bemühungen für vorzügliche Pferdeunterkünfte auf und weist die Richtung an, wie Ställe zu konzipieren sein werden – Anschauungsunterricht werden die im KAVALLO in den nächsten Ausgaben vorgestellten Preisträger liefern.
Plakette für vorzügliche Haltung
• der Aktivstall von Stephan Bieri in Mühledorf
• der Neumatthof von Ruth Daepp in Oppligen
• der Stall von Manuela Mühlethaler in Unterlangenegg
• der Stall Dietschiberg von Nicole Keller in Luzern
• der Stall Happy von Roland Hugentobler in Hosenruck
• der Stall Le Petit Paradis in Puidoux von Vicky-Eileen Baumann und Olivier Jossevel
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