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Horsemanship und Turniersport sind wie Katz und Hund. Turniersportler belächeln Anhänger des Natural Horsemanship als Reiter, die ihr Pferd verhätscheln, und diese wiederum bezeichnen Springreiter und Co. oft als Tierquäler. So zumindest können die viel herumgereichten Vorurteile kurz und knapp zusammengefasst werden. Dass beide Seiten viel voneinander profitieren könnten, kommt in dieser Diskussion meistens zu kurz. Doch besser als darüber reden ist sowieso etwas tun – so, wie wir das in unseren Sportcamps im Oberengadin praktizieren. Organisiert von HETS, die Schule für Natural Horsemanship, und unter der Leitung von Urs Heer, Horsemanship- Trainer, und Tiziana Realini, Vielseitigkeitsreiterin und Olympiateilnehmerin 2008, erfahren die Teilnehmer, was es heisst, Horsemanship und klassischen Springsport zu vereinen. Die Gruppen setzen sich jeweils zusammen aus Freizeitreitern, die gerne einmal eine Sportart ausprobieren wollen, und aus Sportreitern, welche auf der Suche nach Lösungen sind für unmotivierte und unwillige Pferde.

Im Sattel von Spitzenpferden

Simpel formuliert, bedeutet Springreiten das Überwinden von Hindernissen. Jeder, der sich selbst schon einmal in dieser Disziplin versucht hat, weiss, dass es dazu Mut, Geschicklichkeit, Balance, Rhythmusgefühl sowie Fokus von Pferd und Reiter braucht. Prinzipien, die auch im Natural Horsemanship (NHS) gefragt sind. Im Sportcamp geht es nun darum, aus springungeübten «Horsemanshipern» Springreiter zu machen, die am Ende der Woche in den freien Prüfungen des Sommer- oder Winterconcours in St. Moritz oder Zuoz teilnehmen können. Springreiter wiederum erfahren, wie effektiv und effi zient sich die Kombination von NHS und Springsport im Alltag auswirkt. Dasselbe gilt auch für die Pferde – unerfahrene Tiere werden behutsam ans Springen herangeführt und Cracks im Parcours erfahren durch die sieben Spiele, Ausritte und das Training in der beeindruckenden Landschaft des Engadins eine willkommene Abwechslung zum gewohnten Programm. «Pferde lehren Menschen und Menschen lehren Pferde» ist einer der Leitgedanken in unserer Ausbildung. So machen Neulinge im Parcours ihre ersten Sprünge auf erprobten Springpferden – manchmal dürfen die Teilnehmer sogar mit Tizianas Spitzenpferden üben – und Pferde, die noch «grün sind hinter den Ohren», sammeln mit geübten Springreiterinnen ihre ersten Erfahrungen.

In der Haut des Anderen

Bevor wir aber aufsteigen, testen wir den Gehorsam und Mut unserer Pferde am Boden. Das sieht dann so aus, dass wir die Pferde im Halbkreis einen Hügel rauf und runter schicken, sie durch Bäche oder diese entlang waten und sie überspringen lassen, dass sich die Pferde selbst in den Hänger verladen und bereits Bekanntschaft mit kleineren Hindernissen machen. Beim anschliessenden Ausritt gilt es bei steilen Aufstiegen und beim Abrutschen die ersten kleineren Mutproben zu bestehen. Das Training eines Pferdes – egal in welcher Disziplin – kann bei Ausritten in der Natur mit etwas Fantasie ausgezeichnet weitergeführt werden. Das bringt nicht nur Abwechslung ins alltägliche Übungsprogramm, sondern macht die Tiere mutig, mental fit und aufmerksam. Und es macht Spass! Ans Springtraining geht es dann in der Regel am zweiten Tag. Behutsam baut Tiziana die Lektionen auf und beginnt mit Stangentreten, Cavalettiübungen und ersten Sprüngen über kleine Kreuze. Bei all diesen Übungen sollen die Reiter darauf achten, den Rhythmus zu spüren, in den Bewegungen des Pferdes mitzugehen, locker und unabhängig im Sattel zu sitzen und dabei immer schön den Fokus zu behalten. Das fordert, doch die ersten kleinen Erfolge ermutigen, dranzubleiben. In den kommenden Tagen werden die Sprünge immer etwas höher und die Sprunglinien anforderungsreicher. Neben dem Training im Sattel streut Tiziana immer mal wieder Trockenübungen am Boden ein. Die Teilnehmer schlüpfen in die Rolle der Springpferde und lernen, die «Galoppsprünge» zwischen den Hindernissen zu verkürzen und zu verlängern. Notabene ohne auf den Boden zu gucken und ohne den Fokus zu verlieren. Das ist schwieriger, als es sich anhört, und die Frage taucht auf, wie es wohl für die Pferde ist, wenn wir diese Übungen von ihnen verlangen. Es erweitert jedenfalls unseren Horizont und lehrt uns Geduld, wenn wir auch mal in die Haut unseres Partners schlüpfen.

Das Resultat ist nebensächlich

Um das Gelernte zu vertiefen, erhalten die Reiter ein zweites Pferd. So können sie die Unterschiede erfühlen und weitere Erfahrungen sammeln. Damit aber vor lauter Herausforderungen und neu Gelerntem bei Ross und Reiter die Freude an der Sache nicht vergeht, gibt es immer wieder Ausritte in die Umgebung. Die langen Galoppstrecken – wen wunderts – gehören da zu den Favoriten. Am Freitag ist es jeweils soweit: Die Teilnehmer machen sich auf, den Springparcours zu erobern. Für viele sind es die ersten Erfahrungen an einem Springturnier. Die Aufregung ist normalerweise gross, doch Tiziana versteht es, die Reiter zu begleiten und mit so manchem Tipp zu beruhigen. Wenn die frisch gebackenen Springreiter dann mit einem grossen Lachen aus dem Parcours reiten, ist das Resultat meist nebensächlich.

text Liz und Urs Heer

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