Für die Organisatoren des LONGINES CSI***** Basel ist ein Wunsch in Erfüllung gegangen: Eine der Hauptprüfungen ist in der 8. Auflage erstmals von einem Schweizer Paar gewonnen worden, als Pius Schwizer mit Balou Rubin im Preis des Grand Hotels Les Trois Rois am Samstag gewonnen hat vor Niels Bruynseels. Doch am Sonntag gab sich der 33-jährige Belgier mit dem zweiten Platz nicht mehr zufrieden: Keiner der zehn im Normalparcours fehlerfrei gebliebenen Konkurrenten wendete so brillant wie Bruynseels mit Gancia de Muze, womit er sich das Sieggeld von 100’000 Franken sicherte. Fast eine Sekunde schneller war er als die Springreiterlegende John Whitaker aus England, der mit Ornellaja Edwina Tops-Alexander mit Lintea Tequila auf den dritten Platz verwies. Zum Sieg brauchte es im zweiten Umgang ein Pferd mit viel Galoppiervermögen, denn zeitsparende Varianten zwischen Sprüngen waren im vom Deutschen Frank Rothenberger gestellten Kurs kaum vorhanden.
Die Schweizer Reiter wussten sich im Basler Hauptereignis gut in Szene zu setzen. Martin Fuchs blieb mit Clooney auch im zweiten Durchgang fehlerfrei und sorgte mit dem fünften Platz für das beste Resultat. «Ich wusste, dass es sehr schwierig werden wird, wollte es aber trotzdem versuchen», kommentierte Fuchs seinen Ritt, der an den beiden kommenden Wochenende in Leipzig und Zürich um Weltcup-Punkte reiten wird, um sich noch die Finalteilnahme zu sichern. Mit einem Blankoresultat waren auch Steve Guerdat mit Big Red und Paul Estermann mit Lord Pepsi zum zweiten Umgang angetreten. Doch Guerdat wendete zu eng auf das an dritter Stelle stehende «Basler Münster», schob die obersten Teile weg und kam damit in der Rangliste auf Platz neun. Bis zum letzten Sprung den Sieg vor Augen schickte Paul Estermann Lord Pepsi zu gross auf den mächtigen Oxer und musste einen Fehler hinnehmen, was ihm Platz elf eintrug.
Die gute Schweizer Bilanz zum Jahresauftakt hätte Pius Schwizer noch mit dem Gewinn des «Prix du Vainqueur» aufpolieren können, hätte er den Grand Prix vom Sonntag mit Future fertig geritten und nach zwei Abwürfen nicht aufgegeben. Das Auto ging deshalb an John Whitaker, Schwizer schonte dafür den 13-jährigen Wallach, mit dem er letztes Jahr in Zürich die Weltcup-Prüfung gewinnen konnte. Insgesamt konnten am viertägigen Turnier vier Schweizer Siege verbucht werden, was Equipenchef Andy Kistler positiv zu stimmen vermochte: «Im Grand Prix habe ich mir ein wenig mehr erhofft. Die Gesamtbilanz stimmt mich aber zuversichtlich.» Und dazu zählt natürlich auch der Sieg von einem Reiter aus der zweiten Reihe: Philippe Züger gewann mit Lykkeshoejs Castus knapp vor Pius Schwizer mit Leonard de la Ferme CH ein Zeitspringen am Samstag.
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