Bei den Leuten respektive den Zuschauern war das Schweizer Fernsehen SRF mit seiner Sendung «SRF bi de Lüüt» unbestritten, als es den Schweizer Gardisten begleitete, der seinen Dienst im Vatikan in Rom quittiert hatte und die Rückkehr in die Schweiz als Abenteuer mit einem Pferd erleben wollte. Doch an das Wohlbefinden des Pferdes hatten die SRF-Leute bei dieser Reportage überhaupt nicht gedacht. Schon die Ankündigung des Unterfangens löste bei vielen Leuten Kopfschütteln aus allein bei der Vorstellung, dass mit einem dem Reiter unbekannten und ebenso untrainierten Pferd die lange Strecke von gegen 1000 Kilometern als «Abenteuer» unter die Hufe genommen werden soll. Der mit Pferden wenig vertraute Ex-Schweizergardist Matthias Gisler ritt dann bei grossem öffentlichen Interesse am 28. Juli los und kam Ende September zu Hause an. Gegenüber Tele Ticino sagte Gisler: «Für mich war es ein Traum, dieses Abenteuer zu Pferd zu beginnen.» Unverständlich, dass das Fernsehen SRF die Sendung selbst dann nicht abbrach, als das Pferd in Piacenza erkrankte und Brio in einem grässlichen Stall gezeigt wurde. Offenbar hatten sich schon vorher Anzeichen bemerkbar gemacht, denn das Pferd musste zuvor umbeschlagen werden und hatte eine Kolik gemacht. Als das Pferd dann kaum mehr aus der Box heraus wollte, zeigte sich Gisler immerhin so einsichtig, dass er einräumte, es sei wohl ein bisschen zu viel gewesen. Eine falsche Fütterung soll die Ursache der geschwollenen Beine gewesen sein. Die Befürchtungen des Tierarztes, dass sich Brio nicht mehr erholen könnte, bewahrheiteten sich glücklicherweise nicht. Weshalb SRF für das Projekt nicht im Voraus eine Expertise einholte wie beim Gotthard-Trekk vor drei Jahren ist völlig unverständlich. Am Freitag, 4. Oktober, kommt es zur Ausstrahlung des letzten Teils dieser Serie.
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