Mit seinem Turnierbericht 2017/2018 ist der Schweizer Tierschutz STS Ende Februar an die Öffentlichkeit gelangt und hat darin festgestellt, dass zwar viele Reiterinnen und Reiter beispielhaft zeigten, wie mit Pferden umzugehen sei, daneben aber immer wieder «schwarze Schafe» auffielen, die ungestraft blieben. Diese Aussage wird nun bestätigt von einer im Schweizer Tierarchiv veröffentlichten Masterarbeit von Prof. M. Hässig und R. Kranz (Abteilung AgroVet-Strickhof der Universität Zürich). In der Arbeit sollte geprüft werden, ob der Vorwurf der Tierschutzorganisationen zutreffe, ob die Sanktionskommission des SVPS jeweils keine oder nur sehr wenige Fälle von Tierschutzvergehen an Pferden in der Schweiz behandle. Die Auswertung einer bei 544 aktiven Offiziellen durchgeführten Umfrage bestätigt nun, dass die Anzahl an Tierschutzvergehen höher ist, als jene Anzahl, die von der SAKO behandelt wurde. Im Jahr 2017 hatten 146 Offizielle insgesamt 203 tierschutzrelevante Fälle beobachtet, nicht ein durch die SAKO behandelter Fall von Tierschutzvergehen sei jedoch publiziert worden. Immerhin zeigten Offizielle Zivilcourage: In 178 von 203 beobachteten Fällen wurden die Reiterinnen und Reiter direkt angesprochen. Bei den am häufigsten durch die Offiziellen beobachteten Vergehen auf den Turnierplätzen handelte es sich um unangemessenes, aggressives Verhalten sowie grober Umgang mit Hilfen und Hilfsmitteln.
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