Als erste Reiterin überhaupt hat die junge Bryony Frost am Cheltenham Festival vor 70 000 Zuschauern ein Grade 1-Rennen gewonnen. Mit ihrem Liebling Frodon siegte die passionierte 23-Jährige, die aus einer Rennsportfamilie stammt, in der Ryanair Chase vor elf Gegnern. Bryony Frost arbeitet für den mehrfachen englischen Championtrainer Paul Nicholls und darf wohl als Aufsteigerin der Saison bezeichnet werden. Durch grossen Einsatz, starkem Willen, Talent und bestem Coaching holt sie das Beste aus ihren Pferden heraus. Ein rührendes Interview gab Bryony Frost direkt nach ihrem Sieg vom Sattel aus. Ein Jockey hat bisher wohl kaum die emotionale und physische Interaktion mit seinem Pferd derart gut in Worte fassen können wie Bryony Frost: «Leute, das hier ist sein Tag! Er ist Pegasus, er kann fliegen! Er hat Flügel! Er ist der unglaublichste Kumpel, den man sich vorstellen kann. Er war schon geschlagen, aber er gab nicht auf. Er sagte zu mir, hey Mädchen, wage ja nicht, jetzt aufzugeben. Der Hügel ist noch vor uns, wir nehmen ihn. Das Rennen ist noch nicht gelaufen. Er nahm mich bei der Hand und weiter ging es. Die meisten Pferde hätten sich dort zwei Hürden vor Schluss geschlagen gegeben. Er nicht. Mein Gott, wie er springt! Wie er galoppiert!» Und zu einem Journalisten meinte sie: «Streichle ihn, tätschle ihn, dies ist sein Tag! Er hat mir meinen Traum erfüllt.» Bryony Frost wurde hernach mit grossem Jubel empfangen und gefeiert, von einem Publikum, das einen denkwürdigen Tag nicht nur im Rennsport, sondern im Sport an sich erlebt hatte.
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