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Zum Gebiet der Anwendung und damit zu den Nutzen und Gefahren durch den Gebrauch von Antibiotika bei Mensch und Tier werden seit Jahren täglich Dutzende Erläuterungen in allen verfügbaren Medien abgegeben. Die Möglichkeiten zur Information (und leider auch zur Desinformation) steigen durch unzählige Angaben im Netz geradezu exponentiell. Dadurch steigt auch die Zahl von Anfragen besorgter Besitzerinnen in beängstigendem Umfang. Es ist daher höchste Zeit, die meistens wissenschaftlich erarbeiteten Erkenntnisse praxisgerecht zu bündeln und leider gekürzt rüberzubringen. Sensible und durchaus zu Recht ängstliche Gemüter unter den Pferdebesitzerinnen sollen die Problematik gelassen angehen können. Den Pferdebesitzerinnen und -pflegerinnen ist ja bekanntlich ein gesunder Menschenverstand eigen. Eine Eigenschaft, die im täglichen Umgang mit Tieren mindestens so wichtig wie spezifisches medizinisches Wissen ist. Damit sind Verhältnisse gegeben, mit einigen wenigen Erklärungen zum Verständnis von antibiotischen Therapien und praktischen Umgang mit Infektionen beizutragen.
Zur Geschichte nur so viel: Antibiotika stehen seit den ersten Dekaden des letzten Jahrhunderts zur Behandlung von Mensch und – etwas später – Tier zur Verfügung. Aus dieser Zeit ist auch Literatur vorhanden. Hier wird bereits ausführlich von Resistenzen gesprochen und vor allem davor gewarnt, dass sie uns in Zukunft noch vermehrt beschäftigen würden.
Suche nach wirksamem Medikament
Was braucht nun die Pferdebesitzerin in Bezug auf ihren Vierbeiner in der Praxis zu wissen?  Pferde, die an bakteriellen Infektionen erkrankt sind, werden heute je nach Schweregrad der Symptome mit einem Antibiotikum behandelt, auf das die Bakterien im optimalen Fall noch ansprechen, das heisst, bei denen noch keine Resistenzen nachgewiesen werden können. Das bedeutet im günstigen Fall, dass vor Therapiebeginn durch Blutkulturen, Abstriche und andere Untersuchungen festgestellt werden soll, auf welches Antibiotikum die nachgewiesenen Erreger ansprechen. Sobald ein entsprechendes Medikament (ein Antibiotikum oder gegebenenfalls auch mehrere Antibiotika) definiert ist, kann mit einer erfolgversprechenden Therapie begonnen werden. Falls kein entsprechender antibiotischer Wirkstoff auf dem Markt zu finden ist oder nicht mehr produziert wird (die Veterinärmedizin ist für den Pharmamarkt finanziell nicht sehr interessant), wird die Aufgabe schwierig, sehr schwierig. Um möglichst selten in diese Situation zu geraten, gilt es einige Regeln, die Ihre betreuende Tierärztin gerne mit Ihnen besprechen wird, konsequent zu beachten. Dabei handelt es sich um die Applikationsart (oral, per Injektion oder anderswie), um die Behandlungsdauer und um die notwendige Dosierung.  Hier wurden und werden zum Teil leider auch heute noch häufig Fehler gemacht, die eine Resistenzbildung ermöglichen oder zumindest fördern. Deshalb gilt es, dieser Thematik grösste Aufmerksamkeit zu schenken. Das Zusammenspiel Besitzerin, Betreuerin und Tierärztin muss einwandfrei durch klare Kommunikation funktionieren.
Prävention optimieren
Aus dem Gesagten ist leicht zu folgern, dass die beste und optimale Therapie darin bestehen wird, keine Antibiotika zu verwenden. Damit diese Art der Therapie möglichst häufig eingesetzt werden kann, bedarf es einer komplexen und optimierten Prävention. Diese ist beim Menschen und allen Tierarten in etwa überall gleich und bedeutet, bezogen auf das Pferd, optimierte Umgebung (Quarantäne von bereits erkrankten Individuen), frische Luft, Haltung im Freien möglichst mit Weidegang, Sauberkeit, Überwachung, geregelte Ernährung und möglichst wenig Stress. Dies führt zu Standards, welche leicht nachvollziehbar und auf einen einfachen Nenner zu bringen sind: so wenig Antibiotika­einsatz wie möglich, so viel wie nötig.
Halten sich Tierärztinnen und Besitzerinnen nicht an die Vorgabe, möglichst wenig Antibiotika einzusetzen, werden wir in naher Zukunft dieselbe Situation wie bereits jetzt in der Humanmedizin haben: Die Tante liegt mit einer Infektion, verursacht durch multiresistente Bakterien, im Spital, ein wirksames Antibiotikum ist nicht auf dem Markt und der Arzt antwortet auf die Frage, was denn die Tante falsch gemacht hat:  Sie hätte bei «leichten» Infektionen mit Vorteil einen Kamillentee getrunken und der Heilung, solange vertretbar, durch Zuwarten die Chance zur Selbstheilung gegeben, also der Zeit seine Zeit gegeben. Nur so können Sie vermeiden, dass es Ihren Equiden dereinst wie Ihrer Tante ergeht.
Was es zu beachten gilt
In der Praxis ist es gut möglich, dass Sie bei der nächsten Infektion Ihres Pferdes mit den von der SVPM (Schweizerische Vereinigung für Pferdemedizin) herausgegebenen Leitlinien konfrontiert werden. Ihre Tierärztin meint es gut mit Ihnen und Ihrem Pferd, wenn sie auf folgenden Grundsätzen beharrt:
• Reduktion prophylaktischer Anwendungen
• gezielte Wirkstoffwahl falls Antibiotikaeinsatz unumgänglich
• Alternativen zur systemischen Antibiotikatherapie: wo immer möglich, lokale Behandlungen vorziehen
• Mikrobiologische Untersuchung zur Bestimmung des Keims
• rationale Antibiotikatherapie (Antibiotikawahl, Dosisoptimierung, Thera­piedauer und Erfolgskontrolle mittels mikrobiologischer Untersuchung
• Vermeidung von zu lange (oder auch zu kurz) dauernden Breitspektrum­anwendungen

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