Wer sich mit Pferden abgibt, hat sich einem anspruchsvollen Hobby zugewandt. Der deutsche Sportpädagoge Eckart Meyners sagt es in diesem Heft in der Rubrik Kopf an Kopf ganz deutlich: «Reiten ist die komplexeste Sportart überhaupt.» Umso erstaunlicher ist, dass Reiten die einzige olympische Sportart ist, die nicht an einer Sporthochschule gelehrt wird. Reiten als Disziplin hat sich einer sportwissen- schaftlichen Durchdringung lange Zeit widersetzt. Die folgende Frage muss auf der Zunge brennen: Wo mögen die Gründe wohl liegen, weshalb sich die Wissenschaft eines so komplexen Themas nicht annehmen will?
Dass Ausbildung rund ums Pferd eine vordringliche Aufgabe ist, lässt sich im vorliegenden Kavallo in mehr als einem Artikel finden. Im Schweizerischen Verband für Pferdesport befasst sich die Grundausbildungskommission mit diesem Thema. An der Generalversammlung der IG Maultiere wird ein Jahresprogramm verabschiedet, das auf die praktische Ausbildung von Haltern und Tieren ausgerichtet sein wird. Und Ausbildung will Swiss Horse Professionals ebenso ins Zentrum stellen. Ausbildungsbeiträge sind auch ein wichtiger Bestandteil beim Kavallo.
Partnerschaften mit Pferden eingehen ist ein Abenteuer, das selbst bei Profis
nicht immer in Harmonie endet. Wie viele Spitzenpferde wechselten schon für teures Geld Besitzer und Reiter und konnten anschliessend nie mehr ihr Potenzial zeigen. Das mittlerweile unüberschaubar gewordene Kursangebot, das von pferdegestütztem Erfahrungswissen bis Yoga-Seminar reicht, bringt das starke Bedürfnis nach Weiterbildung zum Ausdruck. Zeitgeist prägt den Umgang mit dem Pferd seit jeher. Meyners These, dass sich Reiten leichter über Fühlen als Anweisungen lernen lässt, passt in unsere Zeit, wo die meisten von uns eine Partnerschaft mit dem Pferd anstreben.
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