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Happige Minder-einnahmen von rund 220’000 Franken hat der Schweizer-ische Pferdesport-verband im vergangenen Jahr bei den Jahres-gebühren für Lizenzen und Brevet hinnehmen müssen. Das sind immerhin 10 Prozent des Budget-eckwertes. Und für den Pferdesportverband bilden die Einnahmen für Lizenz- und Brevetgebühren den gewichtigsten Einnahmeposten. 2,4 Millionen Franken waren es noch 2011 -gewesen, nach der an der Mitgliederversammlung 2012 beschlossenen Gebührensenkung wird für das laufende Jahr noch mit knapp 2,1 Millionen Franken gerechnet. Noch stärker schrumpften die Einnahmen für den Verband im vergangenen Jahr bei der Brevetausbildung: 432000 Franken waren budgetiert worden, 356000 Franken konnten 2012 verbucht werden, was rund 80000 Franken weniger Geld in die Kasse fliessen liess. 
Hat das Brevet bei den Pferdesportlern an Attraktivität verloren oder ist der kontinuierliche Rückgang ein Hinweis auf allgemein sinkendes Interesse am Pferd? Für Martin Habegger, als Reitlehrer im SVPS-Vorstand für Aus-, Weiter- und Fortbildung zuständig, ist der starke Rückgang bei der Brevetprüfung eine logische Entwicklung: «Früher mussten viele Reiter das Brevet nachholen, heute machen sie es schon als Jugendliche.» Der Rückgang in der Nachfrage nach einem Brevet ist nicht eine Frage des Reitstils, ob Klassisch, Western oder Gangarten, bei allen Kategorien sind sinkende Teilnahmen festzustellen. Am stärksten betroffen sind die Fahrer, die letztes Jahr noch 275 Fahrbrevets abgeben konnten, 2010 waren es noch 424 gewesen. 
Das Reiterbrevet lässt dem Reitlehrer Christian Liersch aus Waltenschwil auch heute noch keine Ruhe. Mehr als 30 Jahre sind vergangen, seit Liersch sich mit allen Kräften für die Einführung einer Basisprüfung für Reiterinnen und Reiter eingesetzt hatte, wie sie in Deutschland als Reiter-Pass-Prüfung bereits seit längerer Zeit existierte. Kein Aufwand war ihm zu gross, dieser Prüfung zum Durchbruch zu verhelfen. Um seine Berufskollegen vom Wert dieses Tests überzeugen zu können, führte er im Oktober 1980 auf seinem Betrieb in Ebikon die ersten Prüfungen dieser Art durch, die Reiterbrevets Bronze und Silber waren geboren. Nicht weniger engagiert als damals befasst sich Liersch nach wie vor intensiv mit dieser Basisprüfung für Pferdesportler. Am Inhalt der Brevetprüfung hat sich für Liersch auch nach über 30 Jahren nichts geändert, stark ausgebaut wurde einzig der theoretische Teil. Schon damals standen Aspekte im Vordergrund wie:
  • Die Reitausbildung wird systematisch und unter ständiger Kontrolle gefördert.
  • Der Schüler kann seinen Werdegang durch Teilprüfungen bestätigen.
  • Die Freizeit- und Geländereiter erhalten eine Bestätigung ihres Könnens.
Ein erstes Reglement wurde dann 1985 vom OKV und dem Schweize-rischen Berufsreiterverband ausgearbeitet und verabschiedet, wobei der damalige OKV-Präsident Urs Schiendorfer dieses Projekt als «wertvolle und fundierte Ausbildung» lobte. Und daran hat sich bis heute nichts geändert, was für Christian Liersch allerdings nicht heisst, dass nicht Verbesserungen vorgenommen werden könnten. Rein äusserlich mangelt es dem Reitlehrer im helvetischen Hippo-Ausbildungssystem an einer klaren Struktur. «Dass man wegen der Mehrsprachigkeit in der Schweiz zum Namen Brevet kam, ist verständlich», lässt er wissen. Doch seit der Einführung des Silber- und Goldtests fehlt für ihn als unterste Stufe ein Bronzetest. Ein logischer Aufbau ist nicht zu erkennen, bei Meisterschaften oder Olympischen Spielen wird schliesslich auch Gold, Silber und Bronze verteilt. 
Liersch wirkt seit Jahren bei Brevetprüfungen als A-Richter und sieht deshalb Handlungsbedarf für das Brevet und die Tests: «Das Brevet berechtigt die Inhaber, an Prüfungen der unteren Stufen mitzumachen. Mit dem Silbertest lässt sich in Geländeprüfungen mitreiten, der Goldtest allerdings bringt überhaupt keine weitere Steigerung mehr.» 20 Reiterinnen und Reiter haben 2012 auf drei Plätzen den Goldtest bestanden, 177 schlossen den Silbertest mit Erfolg ab. 
Vor zwei Jahren schon wandte sich der nimmermüde Ausbilder an den SVPS, der das Brevet vom Berufsreiterverband übernommen hatte und seit 1991 unter seiner Aufsicht durchführt – auf Anhieb mit grossem Erfolg: Im ersten Jahr wurden 9000 Handbücher verkauft und 4500 Prüfungen abgenommen. Er schlug dem Pferdesportverband vor, das Brevet in einen Test 1, Test 2 und Test 3 zu unterteilen. Für den passionierten Reitlehrer lässt sich im heutigen Aufbau kein System erkennen mit einer stufenweisen Ausbildung und jeweiligen Zwischenprüfungen. Am meisten Handlungsbedarf sieht er beim gültigen Silbertest, der heute eine reine Geländeprüfung darstellt, welche dem Concours-Complet-Reiter wohl die Erlaubnis für die Teilnahme an Vielseitigkeitsprüfungen erteilt, dem Freizeit-, Spring- oder Dressurreiter hingegen keine weiteren Vorteile bringt. Veranstalter haben deshalb auch Mühe, überhaupt genügend Kandidaten für diesen Test zu finden. Ein gleiches Bild zeigt sich auch beim Goldtest, der dem erfolgreichen Träger keinen Aufstieg bringt. Beim Silber- wie beim Goldtest ortet Liersch deshalb die gleiche Ausbildungslücke, zudem lassen sich die Reiter kaum für diese Prüfung motivieren. 
Somit meint Liersch: «Der Silber- und Goldtest sowie die Lizenzprüfungen sollten der Vergangenheit angehören. Den ‹jungen› Reiter sollen in Zukunft das Brevet 1, 2 und 3 auf seinem Ausbildungsweg bis hin zu offiziellen Prüfungen begleiten.
Brevet 1: Eine solide Basisausbildung ist erreicht. 
Brevet 2: Nach erfolgreichem Abschluss sind die Reiter für freie Prüfungen -bereit. 
Brevet 3: Auf dieser Stufe dürfen die Reiter an offiziellen Prüfungen teilnehmen.
Ganz selbstlos sind diese Verbesserungsvorschläge von Christian Liersch nicht. Sein Vorschlag mit Brevet 1, Brevet 2 und Brevet 3 vermittelt nicht nur ein klareres Bild, er hält die Reiterinnen und Reiter auf Trab, um sich reiterlich zu verbessern. Zudem kann der SVPS damit die Umsatzzahlen wesentlich steigern, was nach finanziellen Einbussen sicher nicht unattraktiv wäre. Doch auch für die Reitbetriebe und Reitvereine würde der neue Aufbau interessanter. Denn wer mit seiner Intrastruktur die Brevetprüfung bisher organisiert hat, kann in Zukunft auch das Brevet 2, evtl. Brevet 3 durchführen. Die Grafik zeigt im Überblick, wie einfach das wäre.
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