Die deutschen Vielseitigkeitsreiter haben in Luhmühlen mit Doppel-Gold und Silber an ihre frühere Erfolgsserie angeknüpft. Mit Abstand sicherten sich Ingrid Klimke/ Hale Bob, Michael Jung/Chipmunk, Andreas Dibowski/Corrida und Kai Rüder/Colani Sunrise den Sieg (82,5) vor den Teams aus Grossbritannien (104,8) und Schweden (105,1). Darüber hinaus verteidigte Ingrid Klimke mit Hale Bob erfolgreich ihren Titel in der Einzelwertung vor ihrem Teamkollegen Michael Jung mit Chipmunk. Dritter wurde der Ire Cathal Daniels mit Rioghan Rua.???
Mit einer Nullrunde im Parcours legte Ingrid Klimke den Grundstein für ihren Sieg. Danach konnte die Titelverteidigerin aus Münster nur noch abwarten, wie Michael Jung im Springen abschneiden würde. Der zweimalige Einzel-Olympiasieger lag nach Dressur und Geländeritt vor seiner Teamkollegin und hatte es in der Hand, nach 2011, 2013 und 2015 erneut ganz oben auf dem Podium zu stehen. «Ich habe den Ritt nicht gesehen, aber das Publikum gehört und geahnt, dass es einen Abwurf gegeben hat. Dann kamen auch schon die Leute auf mich zu», schilderte Klimke den Moment, der sie erneut Europameisterin machte. «Vor dem letzten Sprung habe ich noch mal tief Luft geholt“, gestand Klimke in Erinnerung an das letzte Jahr, als sie in Tryon ein Abwurf den WM-Titel gekostet hatte. In Luhmühlen traf es nun Michael Jung. «So ist der Sport. Ein klitzekleiner Fehler, schon fällt man zurück. Ich glaube, ich hätte vielleicht etwas ruhiger sitzen sollen, er ist ein bisschen schnell geworden in der zweifachen Kombination», analysierte der Horber nach seinem Ritt. Nach einjähriger Championatspause konnte er mit fischerChipmunk FRH, der ihm unter anderem dank Unterstützung durch die Stiftung Deutscher Spitzenpferdesport zur Verfügung steht, direkt an vergangene Erfolge anknüpfen.
Das hochgesteckte Ziel «Tokyo 2020» hat nach den Dressurreiterinnen auch die CC-Equipe an der EM in Luhmühlen klar verpasst. Den nach der Dressur belegte 9. Platz in der Zwischenwertung. Und dass das Klassement nach dem Geländetag ganz anders aussehen werde, wie die Schweizer Gelände-Coaches Andrew Nicholson und Peter Hasenböhler im EM-Blog auf der SVPS Website prophezeiten, traf nicht ein. Im Gelände konnte sich die Equipe zwar um einen Platz verbessern, weiter nach vorne reichte es aber auch im Springen nicht mehr: 192,5 Punkte, 41,5 Punkte hinter den Belgiern, die sich ebenfalls nicht qualifizieren konnten. Die beiden für die noch offenen Plätze für die Olympischen holten sich Schweden auf dem 3. Rang (105,1) und Italien auf Platz 5 (119,6). Bestklassiertes Schweizer Paar ist wie schon an den Weltmeisterschaften in Tryon Robin Godel und Grandeur de Lully CH auf dem 28. Rang (43,2). Sie mussten sich leider noch 8 Punkte für zwei Springfehler anrechnen lassen. Gar 16 Punkte hatte der im Gelände fehlerfrei gebliebene Felix Vogg mit Archie Rocks im Springen (52,5/35.). Weiter sind von den Schweizerinnen in der Wertung verblieben Caroline Gerber/Tresor du Chignan (96,8/51.) und Camille Guyot/Ulsan de Lacorée (127,7/53). Tiziana Reallini war mit Toubleu de Rueire nach Sturz am Hindernis 20b im Gelände ausgeschieden, Roxane Gonfard wurde nach zwei Verweigerungen im Springen am Hindernis 4a ausgeschlossen.
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