Bis zu 30 Mal verunfallt im Kanton Bern pro Jahr ein Grosstier, das aus seiner misslichen Lage zu befreien ist. Um die Rettung solcher Tiere kümmern sich neu über die Notrufnummer 118 fünf Sonderstützpunkte der Feuerwehr in Bern, Biel, Langenthal, Thun und Zweisimmen. Die Vorteile der neu installierten Sonderstützpunkte sind für Hansueli von Arx, den Verantwortlichen für die Grosstierrettung beim Feuerwehrinspektorat des Kantons, gross: «Die Mannschaften dieser Sonderstützpunkte werden speziell für die Grosstierrettung ausgebildet. Sie haben Erfahrung im Umgang mit solchen Tieren und sind mit dem richtigen Material ausgerüstet. So kann sichergestellt werden, dass die Tiere rasch und schonend in Sicherheit gebracht werden.» Die Ausbildung für eine schonende Rettung von Pferden haben sich die Feuerwehrleute im NPZ Bern angeeignet. NPZ-Tierarzt Beat Wampfler sagt zum von der Gebäudeversicherung des Kantons Bern (GVB) ins Leben gerufene Projekt: «Synergien werden genutzt, der Aufwand ist überschaubar und die gefährlichen und tollkühnen Rettungen mit grossen Risiken werden verschwinden.» Mit ein Grund für das neue System ist nach den Worten von Wampfler auch die moderne Tierhaltung mit den veränderten Tierschutzvorschriften, welche eine freiere Haltung der Tiere vorschreibt. Klar geregelt sind für die Rettung auch die Kosten, die in drei Stufen nach Gewicht anfallen: Fr. 600.– bis 200 kg, Fr. 1200.– von 200–800 kg und Fr. 1500.– über 800 kg, wobei die GVB 50% der Kosten für die Tierrettung übernimmt. Was die Sonderstützpunkte allerdings nicht übernehmen, sind Transporte von verletzten Tieren in eine Klinik.
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