Im Gedenken: Max Hänni, ein Pferdemensch und Vorbild

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Max Hänni an einer Seniorenprüfung 1991 mit seinem Irländer «Snipe». (Bild zVg)

«Immer stand das Pferd im Vordergrund, nie suchte er den Fehler bei seinen geliebten Vierbeinern». Diese Feststellung eines langjährigen Schülers bei Reitlehrer Max Hänni beschreibt eine Grundhaltung, die sich wie ein roter Faden durch das Leben des beliebten und geachteten Reitlehrers zieht. Mit 62 Jahren antwortete er einem Journalisten der Aargauer Zeitung auf die Frage, was denn für ihn das Faszinierende an der Arbeit mit Pferden sei: «Seit ich die Menschen kenne, liebe ich Tiere. Ein Tier kann nicht lügen.»

Der 1936 geborene Max Hänni wuchs auf der Juraweide in Biberstein auf, wo sein Vater zunächst als Verwalter, dann als Pächter tätig war. Schon als Bezirksschüler verbrachte der junge Pferdebegeisterte viele Stunden mit seinen geliebten Vierbeinern in den Anlagen der Kavallerie in Aarau. Nach einer landwirtschaftlichen Ausbildung erwarb er sich in Deutschland an der Landesreitschule Hoya das staatliche Diplom eines Reitlehrers, da in der Schweiz noch keine derartige Ausbildung angeboten wurde. Dies geschah zeitgleich mit der Übernahme der Pacht der damals als modernstes und grösstes Reitzentrum geltenden Anlage Waldheim im zürcherischen Dietlikon durch seinen Vater. 1967 konnte Max Hänni dann auch den Werdegang zum eidgenössisch diplomierten Reitlehrer abschliessen. Nachdem er zusammen mit seinem Vater, seinem Bruder und seinem Schwager 1974 die Liegenschaft Waldheim übernommen hatte, führte er den renommierten Betrieb während insgesamt 31 Jahren. Ungezählten Kindern und Erwachsenen brachte er dem Umgang mit Pferden und das Reiten bei, bildete Lehrlinge zu Bereitern und Pferdepflegern aus, führte Kurse aller Art durch. Besonders beliebt waren seine Winter-Springkurse. Auch war er selber aktiver Sportler insbesondere in der Disziplin Springen und in jungen Jahren auch im Galopp-Sport. 1989 erwarb er zusammen mit seiner Gattin eine Liegenschaft in Ueken, wohin sich das Paar mit drei Pferden zurückzog, was jedoch keineswegs das Ende des Engagements von Max Hänni als Ausbildner, Betreuer, Stilrichter usw. bedeutete. Mit seinem Irländer «Snipe» wurde Max Hänni zweimal Schweizer Meister der Senioren. Überdies war er als gelernter Landwirt auch zum Teil Selbstversorger.

Auch im Schweizerischen Verband der Berufsreiter und Reitschulbesitzer SVBR brachte sich Max Hänni mit grossem Einsatz ein. Ab 1970 gehörte er dem Vorstand an, war Mitglied der Ausbildungskommission, massgeblich beteiligt an der Erarbeitung der Grundsteine der heutigen Berufsausbildung. Ein neues Reglement für die Berufe Pferdepfleger und Bereiter, Lehrverträge und Prüfungsanforderungen wurden ausgearbeitet, Berufsschullernziele formuliert. An der Berufsschule Strickhof übernahm Max Hänni 1978 als Lehrperson das Fach Longieren/Voltigieren, war viele Jahre Prüfungsexperte an den praktischen Lehrabschlussprüfungen in Avenches und betreute als Inspektor der Lehrverhältnisse die Lehrlinge und Lehrmeister an den Ausbildungsplätzen des Kantons Zürich.

Anfangs 2019, nachdem innert kurzer Zeit seine beiden geliebten Pferde «Haiti» und «Captain Cook» verstorben waren, verschlechterte sich der Gesundheitszustand von Max Hänni zusehends. Nach liebevoller Pflege durch seine Frau Ilse durfte er am 26. November 2020 zuhause friedlich einschlafen. Mit ihm hat uns ein Mensch verlassen, der mit seiner Begeisterung für und Liebe zu den Pferden, seinem Fachwissen und Können und seinem unermüdlichen Einsatz Zeichen gesetzt hat, die hoffentlich nicht in Vergessenheit geraten. Dazu nur eine von ihm mit 62 Jahren nach seinen Wünschen für die Zukunft gefragte Antwort: «Ich wünsche mir vom Menschen, dass er mehr Achtung vor der Kreatur hat. Wenn es einen Herrgott gibt, hat er nicht nur den Menschen, sondern auch Tiere und Pflanzen erschaffen.»

Heinrich Schaufelberger

Auf dem Bild: Max Hänni an einer Seniorenprüfung 1991 mit seinem Irländer «Snipe». (Bild zVg)

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