Status Quo statt mehr Mitspracherecht bei den Schweizer Trabern

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Suisse Trot, Schweizer Traber, Verband

Im Dachverband der Schweizer Traber rumort es. An einer von einer Gruppe von Trab-Aktiven verlangten ausserordentlichen Generalversammlung wurden Anfang Oktober in Bern die vorgeschlagenen Statutenänderungen abgelehnt, welche mehr Mitspracherecht für die Akteure des Sports gebracht hätte. Die Crew rund um den Präsidenten Jean-Pierre Kratzer behält damit die Kontrolle.

von Markus Monstein

Ende der 80er-Jahre kam Jean-Pierre Kratzer an die Spitze des Schweizer Trab-Dachverbandes. Seit Jahren beherrscht er den Schweizer Pferderennsport auch als Präsident des Schweizer Pferderennsport-Verbandes (SPV), des Verbandes der Rennvereine (VRV) sowie als Geschäftsführer des IENA (Institut Équestre National Avenches). Bei Suisse Trot war er zu Beginn des Jahres 1997 Vorgänger und im 2006 dann auch wieder Nachfolger von Fredy Moder. Seine engsten Weggefährten Leonard Devaud, Armin Koller und Denis Roux sind zwischen 25 und über 35 Jahre im Vorstand von Suisse Trot. Einige Akteure des Schweizer Trabrennsports (Trainer, Fahrer, Besitzer und Züchter) fühlen sich seit Jahren nicht mehr adäquat vertreten im Vorstand und von diesem auch nicht ernst genommen. Als wenige Tage vor Wiederaufnahme des Rennbetriebs nach dem Corona-Lockdown ohne Rücksprache mit den Fahrern/Trainern neue Regelungen mit verschärften Sanktionen eingeführt worden waren, reagierte eine Gruppe von Aktiven. Diese Reaktionen gipfelten Anfang Oktober in einer ausserordentlichen Generalversammlung, an welcher mittels Statutenänderungen mehr Demokratie hätte Einzug halten sollen.

Konkret wollten die Initianten in den Bereichen «Reglement», «Sanktionen» und «Renn-Ausschreibungen» Kompetenzen an Kommissionen bestehend aus Aktiven zuweisen. Als Reaktion darauf drohte der Suisse Trot-Vorstand damit, im Falle einer Annahme geschlossen zurückzutreten. Unter diesen brisanten Vorzeichen kam es am 3. Oktober 2020 in Bern zur meistbesuchten Trab-Generalversammlung der letzten Jahrzehnte. Nicht weniger als 136 Personen waren im Kursaal zu Bern anwesend. Die 114 Aktiv-Mitglieder stimmten schliesslich – ohne dass es eine Debatte über die Argumente der Initianten gegeben hätte – in geheimer Abstimmung über die Statutenänderungen ab und sprachen sich mit 69 zu 45 Stimmen dagegen aus. Die Angst vor dem Abtreten des seit rund drei Jahrzehnten dominierenden Vorstandes war grösser als der Wunsch nach mehr Mitspracherecht.

Die nächsten Monate werden interessant. Denn der 72-jährige Jean-Pierre Kratzer, der während keiner seiner langen Präsidentschaften im Schweizer Pferderennsport in einer wichtigen Abstimmung fast 40 Prozent der Aktivmitglieder gegen sich hatte, muss bei den Trabern nun zwei Gräben überbrücken. Zum einen haben von den erfolgreichsten Trainern die meisten (11 der Top 15 der Saison 2019) den Antrag der Initianten unterzeichnet. Zum anderen waren die Westschweizer mehrheitlich für die Änderungen, die Deutschschweizer jedoch dagegen.

(Anmerkung der Redaktion: Jean-Pierre Kratzer wurde für eine Stellungnahme angefragt, hat aber nicht geantwortet)


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