Schweizer Kavallerieschwadron 1972

Schweizer Kavallerieschwadron 1972, Kavallerie, Schweiz, Militär

Die Schweizer Kavallerieschwadron 1972 ist ein ausserdienstlicher Verein, der es sich zum Ziel gesetzt hat, die Tradition und das Wissen um die Kavallerie, das militärische Reiten und die Geschichte der berittenen Verbände in der Schweizer Armee lebendig zu erhalten. Dazu tritt der Verein in der Uniform und Ausrüstung auf, die der Zeit der Abschaffung der Kavallerie im Jahr 1972 entsprechen.

Das Reiten und das Militär sind schon seit alters her untrennbar miteinander verbunden. Während die zivile Nutzung des Pferdes durch den Menschen vor allem darin bestand, seine Kraft zum Ziehen zu verwenden, fand man schon früh einen militärischen Nutzen in der Geschwindigkeit des Pferdes, indem der Soldat sich auf dem Pferd fortbewegte. Die Kombination der Schnelligkeit des Pferdes und der Waffenwirkung des Reiters vom Pferde war über Jahrtausende ein zentraler Bestandteil des Heerwesens. Erst mit der zunehmenden Motorisierung in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts begann die Bedeutung des Pferdes für das Militär zu sinken.

Das Reiten, ja die gesamte heutige Reitlehre ist in erster Linie durch das Militär entstanden. Reiterliche Wettkämpfe wurden ursprünglich entwickelt, um die Fähigkeiten des Kavalleristen zu schulen und zu fördern, damit er auf dem Schlachtfeld möglichst erfolgreich sein konnte. Bis 1972 verfügte die Schweizer Armee über Kavallerieverbände, welche bis zu ihrer Auflösung Bestandteil der Kampftruppen waren. Als die Schweizer Armee 1961 eine neue Truppenordnung einführte, war das Bedrohungsbild geprägt vom kalten Krieg, dem Schrecken der Atombomben, den Panzermassen auf dem Schlachtfeld. Die meisten Länder verfügten nicht mehr über berittene Formationen in ihren Armeen und auch in der Schweizer Armee wurde bereits beschlossen, die Kavallerie aufzulösen. Dennoch besann man sich noch einmal anders und rüstete die Kavallerie so aus, dass sie auch in dem damaligen Kriegsszenario ihren Beitrag leisten konnte.

Mit dem Pferd als Transportmittel war es der Kavallerie möglich, auch in unwegsamem und vor allem nur schlecht befahrbarem Gelände rasch vorwärts zu kommen. Dementsprechend bot die Schweiz mit ihren Regionen wie dem Jura und den Voralpen ein Gelände, in welchem die Vorteile von berittenen Formationen auch gegenüber der modernen Kriegstechnik noch zum Tragen kommen konnten. Der Einsatz der Dragonerformationen bestand einerseits darin, den Jagdkrieg hinter den feindlichen Linien zu führen. Also unter Ausnutzung des Geländes handstreichartige Überfälle auf Formationen des Gegners durchzuführen. Andererseits bildete die Nahaufklärung zu Gunsten der Infanterieverbände die andere Hauptaufgabe.

Entsprechend stand in der Ausbildung das Reiten im Gelände, der rasche Übergang von der Bewegung zu Pferd zum Fussgefecht und umgekehrt und das Gefecht zu Fuss im Vordergrund. Beim Übergang zum Gefecht zu Fuss wurden jeweils 8 Pferde sternförmig zusammengestellt und von einem Dragoner gehalten. Aufgrund der grossen Distanzen, über welche die Dragonerformationen eingesetzt wurden, erfolgte die Führung über Funkgeräte. Im Dezember 1972 wurde beschlossen, die Kavallerie der Schweizer Armee endgültig abzuschaffen. Bereits im darauffolgenden Jahr wurden die Kavallerieformationen in Panzerverbände umgeschult. Dennoch verschwand das Pferd auch bis zum heutigen Tage nie ganz aus der Armee. In den Trainformationen leistet es auch heute noch wertvolle Dienste im Transportwesen, aber auch mit den Patrouillenreitern, welche in gewissem Masse auch heute noch eine der ursprünglichen Kavallerieaufgaben, die Aufklärung, wahrnehmen.

Damit das Wissen, aber auch die einzigartige Tradition der Kavallerie erhalten werden kann, wurde Mitte der 1990er Jahre die Kavallerieschwadron 1972 als Verein gegründet. Heute ist der Verein als ausserdienstlicher Verband anerkannt und steht unter dem Patronat des Chefs der Armee. Neben dem Erhalt des Materials, Sattelzeugs und Uniformen, welche im Zeughaus Aarau gepflegt werden, betreibt der Verein auch eine Ausstellung zur Geschichte der Kavallerie, welche ebenfalls im Zeughaus Aarau besichtigt werden kann. Hauptbestandteil bildet aber das Erhalten des praktischen Wissens und der Traditionen, um diese an Anlässe, wie in Frauenfeld präsentieren zu können. Dazu sind wir natürlich auch immer auf interessierten Nachwuchs angewiesen. Wenn Sie also gerne reiten, an der Geschichte der Kavallerie interessiert sind, gute Kameradschaft erleben wollen und das Zusammenleben mit ihrem Pferd auch mal auf eine andere Weise erleben möchten, zögern Sie nicht unsere Mitglieder direkt anzusprechen. Wir sind in allen Regionen der Deutschschweiz vertreten und freuen uns immer über neue Gesichter in unseren Reihen.

Vom 14. – 16. August 2020 findet auf der Allmend in Frauenfeld ein 3-Tages Wiederholungskurs der Schwadron 1972 statt. Besucher/innen sind willkommen.

Am Samstag, 15. August 2020, ab 08.30 Uhr ist die Schwadron anlässlich eines Morgenritt in der Kartause Ittingen zu besichtigen.

Mehr unter: www.kavallerieschwadron.ch

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