Geld pro Pferd/Pony aus Bundesbern gefordert

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800 Franken pro Schulpferd oder Schulpony fordern SVPS und SHP von Bundesbern für die Schweizer Reitschulen: © Can Stock Photo / Arsty

800 Franken pro Schulpferd/Pony für Reitschulen, Abwicklung der Anträge über den Verband Swiss Horse Professionals (SHP). Das sind die aktuellen Forderungen der Pferdebranche an das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO). Nachdem das erste Schreiben ans SECO bisher unbeantwortet blieb, haben sich der SVPS und SHP erneut an den Bund gewandt und ihm einen konkreten Vorschlag für Unterstützungsleistungen zugunsten von Reitschulen unterbreitet. Nachfolgend der Brief im vollständigen Wortlaut, das Original ist als PDF hier verfügbar: Zweites Schreiben von SVPS und SHP an das SECO (PDF, 380 KB)

Sehr geehrte Frau Staatssekretärin

In unserem Schreiben vom 26. März 2020 haben wir Sie auf die Problematik aufmerksam gemacht, mit der sich die Reitschulen aufgrund der Massnahmen der Covid-19-Verodnung 2 konfrontiert sehen. Besonders stark betroffen sind die Pferde, die im Reitunterricht eingesetzt werden (Schulpferde). Mit der Ankündigung des Bundesrats, dass die geltenden Massnahmen bis mindestens am 26. April 2020 vollumfänglich beibehalten werden, verschärft sich die Lage der Reitschulen weiter und die Schwierigkeiten werden mit jedem Tag grösser. Wie in unserem letzten Schreiben dargelegt, lassen sich die Kosten für den Unterhalt der Schulpferde nicht reduzieren und der Arbeitsaufwand, den sie erfordern, wird mit dem Verbot, sie im Reitunterricht einzusetzen, nicht kleiner – ganz im Gegenteil. Die Situation ist vergleichbar mit der eines Milchproduzenten, der seine Milch nicht mehr verkaufen dürfte, seine Kühe jedoch weiterhin täglich füttern, pflegen und melken müsste.

Vor diesem Hintergrund bitten wir den Bund zu prüfen, ob Reitschulen für die Kosten im Zusammenhang mit den Schulpferden mit A-fonds-perdu-Beiträgen unterstützt werden können. Unseren Quellen und Schätzungen zufolge gibt es heute schweizweit rund 500 Betriebe, die Reitunterricht auf ihren  eigenen  Pferden  erteilen,  was  einem  Gesamtbestand  von  etwa  5000 Schulpferden entspricht. Anhand dieser Zahlen haben wir bei verschiedenen Betrieben die Kosten für den Unterhalt eines Schulpferdes erfragt: Sie liegen bei 650 bis 850 Franken pro Monat. Wir gehen also davon aus, dass ein Beitrag von 800 Franken pro Monat und pro Schulpferd gewährleisten würde, dass die Reitschulen ihre Unterrichtstätigkeit wiederaufnehmen können, sobald die Vorschriften des Bundesrats dies erlauben. Selbstverständlich müsste sichergestellt werden, dass eine solche Hilfsleistung Schulpferden vorbehalten bleibt. Dies wäre relativ einfach zu bewerkstelligen, da jedes einzelne Pferd in der von der Identitas AG betriebenen Tierverkehrsdatenbank (TVD) eingetragen sind, einschliesslich dem Vermerk ihres Besitzers. Wir hatten bereits Kontakt mit der Identitas AG, die bereit ist, die für diese Kontrolle erforderlichen Daten zu liefern.

Konkret schlagen wir folgendes Vorgehen vor:
  1. Jede Reitschule, die in den Genuss dieser Hilfsleistung kommen möchte, meldet sich beim Berufsverband Swiss Horse Professionals (SHP).
  2. Sie nennt in ihrem Antrag die Anzahl und die Lebensnummer (UELN) ihrer Schulpferde und -ponys.
  3. SHP prüft und validiert den Antrag.
  4. Wird der Antrag gutgeheissen, wird er zusammen mit den Zahlungsinformationen an die für die Auszahlung zuständige Stelle.
  5. Der Reitschule wird für den Zeitraum vom 14. März 2020 bis am 13. April 2020 direkt ein Beitrag von 800 Franken pro Schulpferd bzw. Schulpony überwiesen.
  6. Je nach Entwicklung der Lage wird ein weiterer Pro-rata-Beitrag überwiesen (mindestens monatlich) und dies bis der Einsatz der Schulpferde für den Reitunterricht wieder erlaubt ist.

Die Kosten eines solchen Vorgehens sind abhängig vom Fahrplan der Lockerungsmassnahmen und der Anzahl teilnehmenden Betriebe. Sie dürften sich auf schätzungsweise auf 3 bis 6 Millionen Franken belaufen, was uns absolut angemessen erscheint, angesichts der Tatsache, dass die Reitschulen – wie bereits erwähnt – keine Leistungen im Zusammenhang mit Kurzarbeit beziehen können, da der Arbeitsaufwand ohne den Reitunterricht nicht weniger wird.

Wir hoffen auf eine rasche und positive Antwort von Ihnen, denn nicht nur das Überleben zahlreicher Reitschulen, sondern auch das ihrer Schulpferde, und nicht zuletzt die Zukunft des Pferdesports in der Schweiz sind davon abhängig.

Für weitere Auskünfte stehen wir gerne zu Ihrer Verfügung und danken Ihnen im Voraus für die wohlwollende Kenntnisnahme.

Mit freundlichen Grüssen

Charles Trolliet Martin H. Richner Damian Müller
Präsident SVPS Präsident SHP Ständerat / Präsident Parl. Gruppe Pferd

 

Kopie an:        Prof. Hans Wyss, Direktor BLV

Herrn. Matthias Remund, Direktor BASPO Parlamentarische Gruppe Pferd

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