20'000 Dollar Busse für nicht gemeldete Druse

Der australische Trainer Matt Cumani wurde mit 20'000 Dollar gebüsst, weil er Druse nicht gemeldet hatte. (Foto: zvg)

Die Verbreitung der Druse hat in den letzten Wochen zu verschiedensten Vorschlägen geführt, wie mit dieser ansteckenden Krankheit umzugehen sei. Gefordert wurde unter anderem auch die sofortige Einführung einer Meldepflicht, ohne sich dabei aber offenbar zu überlegen, was für Konsequenzen dies haben würde. Die Folgen einer Meldepflicht würden beispielsweise zu schweren Einschränkungen im internationalen Verkehr führen, Auslandstarts könnten gar zur Ausnahme werden. Effizienter wäre dagegen wohl der Umgang mit Druse im australischen Rennsport. Dort wurde der australische Rennpferdetrainer Matt Cumani vor zwei Jahren suspendiert und zu einer Busse von 20’000 Australische Dollar verurteilt, weil er es verpasst hatte, Stewards über einen Drusen-Ausbruch in seinem Stall zu informieren. Cumani bekannte sich für sein Verhalten schuldig und dem Image des Rennsports geschadet zu haben, weil er den Behörden verschwiegen hatte, dass er ein Pferd in seiner Obhut hatte, das mit Druse infiziert war. Bei einer Anhörung wurde bekannt, dass Cumani Anzeichen von Druse bei einem von ihm betreuten Pferd bemerkt hatte, die Stewards jedoch erst vier Wochen später benachrichtigt hatte, obwohl er von seinem Tierarzt mehrmals gewarnt wurde. Während dieser Übergangszeit veranstaltete Cumani zudem einen Tag der offenen Tür in seinen Stallungen und bereitete auch Gray Lion für den Melbourne Cup im Quarantänezentrum in Werribee vor. «Zum Glück war die Ausbreitung der Krankheit nicht so schlimm, wie es hätte sein können», sagte der Richter von Racing Appeals und Disziplinarkommission John Bowman in der Anhörung. «Es ist aber eine klare Botschaft an die Ausbilder zu senden, dass die Meldung von Ausbrüchen von gelisteten Krankheiten auf schnellstem Wege erfolgen muss.»
Im Weiteren rügte er Cumani mit den Worten: «Anstatt Ihren Pferdestall unter Quarantäne zu stellen, haben Sie einfach weiter trainiert und sicherlich einige Massnahmen ergriffen. Ihre Hauptaufgabe hätte ab darin bestanden, sich unverzüglich bei den Stewards zu melden, anstatt weiterzuarbeiten, möglicherweise in der Hoffnung, dass Sie Ihren ersten Melbourne Cup-Starter haben würden. Im Wesentlichen haben Sie Ihre Interessen vor die Interessen der Stewards, Ihren Trainerkollegen, Eigentümern anderer Rennbahnen und Ihren Besitzern gestellt.» Terry Henderson, Direktor von OTI Racing und Mitbesitzer von Gray Lion, stellte eine schriftliche Stellungnahme zur Verfügung, die dazu beitrug, seine Suspendierung zu reduzieren, drückte darin jedoch auch seine Enttäuschung von Cumanis Umgang mit dieser Situation aus.

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