Von: Anton Fürst, Marco Hermann, Michael Hässig, Zürich

Drusen-Entwarnung für Horse Park-Stallungen

4 Grundsätze im Umgang mit Druse

Die angeschwollenen Kopflymphknoten zeigen die Drusen-Infektion an.

An Druse können auch Fohlen erkranken, der Abzess ist bereits aufgebrochen.

Nachdem viele Gerüchte kursieren, dass die Druse auch den Horse Park in Dielsdorf erfasst hat, wurde der Ort von mehreren Tierärzten genau inspiziert. Da es in diesen Stallungen keine Pferde hat, gibt es auch keine Druse. Auch wenn es in der Umgebung (RGO, Dielsdorf) Druse hat, bedeutet dies nicht, dass auch die Stallungen im Horse Park betroffen sind. Aus diesem Grunde können in dieser Anlage nach heutiger Beurteilung Trainingslehrgänge und Veranstaltungen durchgeführt werden. Das Risiko stellen hingegen die Reiter selber dar, wenn sie mit ihren Pferden die immer angebrachten Hygienemassnahmen nicht einhalten.

Druse – Pferde – Turniere
Bei der Druse handelt es sich um eine weltweit bekannte, ansteckende, selten tödlich verlaufende Infektionskrankheit der Pferde. Nach einer durchgemachten Erkrankung entwickeln die Pferde eine gewisse Immunität. Aktuell hat diese Krankheit eine sehr starke mediale Verbreitung gefunden, so dass einige Klarstellungen erforderlich sind.
Jedes gesunde Pferd kann Träger von bestimmten Infektionskrankheiten sein. In der Schweiz kennen wir gesunde Träger von Druse und Herpes. Sobald mehrere Pferde aus verschiedenen Herkunftstallungen zusammenkommen (Training, Veranstaltung usw.), besteht das Risiko, dass sich Pferde gegenseitig anstecken. Dank regelmässigen Impfungen ist die Influenza (Grippe) sehr selten und auch die Babesiose, eine häufige Krankheit in benachbarten Ländern, ist in der Schweiz selten. Glücklicherweise kommen die schweren Infektionskrankheiten wie West Nile Disease, Afrikanische Pferdepest und die Equine Infektiöse Anämie noch nicht oder nicht mehr in der Schweiz vor.

Wie kann ganz allgemein das Risiko der Ausbreitung von Infektionskrankheiten reduziert werden?

Grundsatz 1
Kranke Pferde frühzeitig erkennen! Kranke Pferde dürfen an keine Veranstaltung gehen. Dabei hilft das Messen der Temperatur bei Pferden, die krank erscheinen, sehr viel. Pferde mit Infektionskrankheiten zeigen sehr häufig eine erhöhte Temperatur (über 38.2).

Grundsatz 2

Tierarzt beiziehen! Sobald ein Pferd mit einer Infektionskrankheit im betroffenen Stall ist, muss Rücksprache mit dem behandelnden Tierarzt genommen werden. Dieser weiss oder kann mittels besonderer Untersuchungen abklären, ob es sich um eine ansteckende Krankheit handelt und wie vorzugehen ist, um eine Übertragung auf andere Pferde zu vermeiden.

Grundsatz 3
Korrektes Verhalten! Die Ansteckung der Pferde erfolgt meist über den direkten Kontakt. Je weniger Kontakt die Pferde untereinander haben, desto kleiner ist das Risiko einer Ansteckung. Die Tränke- und Futtereimer stellen ein besonderes Risiko dar, weil bestimmte Krankheitserreger in feuchter Umgebung lange überleben können.

Grundsatz 4
Der Besitzer haftet! Der Veranstalter kann nicht haftbar gemacht werden, wenn sich Pferde an einem Anlass infizieren. Weil von keinem Veranstalter ausgeschlossen werden kann, dass infizierte Pferde an einer Veranstaltung teilnehmen. Selbst wir Tierärzte können nicht ohne grossen Aufwand sagen, ob ein betroffenes Pferd ein Ausscheider von Infektionserregern ist. In gleicher Weise kann auch ein Reiter nicht haftbar gemacht werden, wenn sich sein Pferd an einer Veranstaltung infiziert und somit eine Infektionsquelle für andere Pferde darstellt.

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