Menorquin unter Verschluss

Am 9. Februar hätten sieben Menorquino Pferde versteigert werden soll, der Verkauf kommt aber nicht zustande, sie sind unter Verschluss. (Foto: kav)

Am 30. Januar war eine Versteigerung von sieben Menorquin Pferden im Berner  Amtsblatt publiziert worden. Doch aus der Versteigerung vom 9. Februar im Nationalen Pferdezentrum Bern wird nichts. Nicht weil die Schuldner Jean-Claude und Marina Lavoyer in der Zwischenzeit die ausstehenden Forderungen beglichen hätten, sondern weil offenbar die Besitzverhältnisse unklar sind und zuerst von einem Gericht abzuklären sind. Aus diesem Grund verbleiben die Pferde weiterhin in den Stallungen des NPZ Bern.
Die finanzielle Situation von Jean-Claude und Tochter Marina Lavoyer war nach der letztjährigen Gala-Schau an der PFERD in Bern eskaliert. Nicht nur der Regisseurin Jolanda Ellenberger wurde ihr vereinbartes Honorar nicht ausbezahlt, fast alle anderen Akteure der Schau gingen ebenfalls leer aus. Auch von anderen Seiten wurden Betreibungsbegehren eingereicht, so dass schliesslich ein Konkursverfahren eröffnet wurde. Vom Konkursamt Bern-Mittelland wurden die Pferde darauf beschlagnahmt und ohne Mindestangebote zur Versteigerung publiziert.
Auch wenn der Fall Hefenhofen nicht mit dem Konkurs von Lavoyers vergleichbar ist, eine Paralle zeigt sich dennoch: Für die Beschlagnahmung von Gegenständen wie auch Pferden gelten wohl klare gesetzliche Vorschriften, über spezifische Konzepte für Tiere hingegen verfügen die staatlichen Instanzen nicht. Weil Tiere vom Gesetz her eben keine Sache mehr sind, lassen sie sich nicht so einfach «verwerten» wie Möbelstücke oder Autos. Im Gegenteil: Die konfiszierten Tiere müssen korrekt untergebracht (Hefenhofer Pferde im Armeekompetenzzentrum Sand-Schönbühl, Lavoyers Menorquin im NPZ Bern) werden, was tägliche Kosten verursacht und schliesslich dazu führt, dass mit einem Verkauf nicht einmal mehr die Aufstallung der Pferde bezahlt werden kann. Was mit den Menorquin nun geschehen soll, ist nicht bekannt. Im NPZ geht es ihnen auf jeden Fall gut, was jedoch täglich neue Kosten verursacht und einen möglichen Erlös zugunsten der Gläubiger schmälert. Und im schlimmsten Fall sogar dazu führt, dass nicht einmal mehr die Ausgaben der Ämter gedeckt sind.

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