Horst Stern – Vorkämpfer für einfühlsamen Umgang gestorben

Bei Fredy Knie sen. (links) wollte der kürzlich verstorbene Horst Stern seine Meinung über einfühlsame Ausbildung von Pferden überprüfen. (Foto: Elisabeth Weiland)

Soll Horst Stern in den Circus Knie kommen oder nicht? Nach den kritischen Artikeln und Sendungen im Fernsehen über den Pferdesport hat man sich auf die Anfrage des Journalisten aus Deutschland in den 1970er Jahren diese Frage sehr gründlich überlegt. Doch weil es bei Knie nichts zu verbergen gab, durfte der vor wenigen Tagen im Alter von 96 Jahren verstorbene Horst Stern zu Filmaufnahmen anreisen. Zum Glück wurde so entschieden, denn daraus sollte sich eine sehr positive Zusammenarbeit entwickeln, für die sich Stern bei Knies immer wieder bedankte.
Horst Stern setzte sich sehr früh dafür ein, dass Pferde nicht als «Sportgeräte» betrachtet wurden und veröffentlichte entsprechend kritische Artikel und Filme. Zu Knie ging er, weil er dort seine Meinung überprüfen wollte, dass man diese Tiere nicht auf Kosten ihrer Gesundheit vergewaltigen müsse. In seinem 1971 herausgekommenen Buch «Sterns Bemerkungen über Pferde» wollte er deshalb auch «keine weitere Strophe im schmusigen Lobgesang anhängen, wie sie Kalender und Bilderbücher in zunehmenden Masse füllen.» Horst Stern stieg auch in den Sattel, um eine Reitlehre zu schreiben. Er war kein Meister der Reitkunst, sondern ein junger Journalist, der alle Höhen und Tiefen des Einsteigers am eigenen Leib erfuhr. Humorvoll und unkonventionell zeigt er in diesem Buch, worauf es beim Reiten ankommt und wie man zu einem einfühlsamen Umgang mit dem Pferd findet. Sein Buch «So verdient man sich die Sporen» ist vor vier Jahren vom Kosmos-Verlag wieder neu herausgebracht worden. Bereits in den Siebzigerjahren warnte Stern zudem vor einem gedankenlosen Umgang mit der Natur. Er wurde vor allem durch seine ARD-Sendung Sterns Stunde bekannt.

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