Peitschengebrauch schadet dem Rennsport

Weil Peitschengebrauch für das Image des Rennsports in der Bevölkerung schädlich ist, wurde die Peitsche (links) kurzer Hand entfernt. Und dabei hatte Jockey Florent Geroux sie nur aus Freude über den Sieg über dem Kopf geschwenkt. (Foto: Thoroughbred Daily News)

Einen Sturm in den sozialen Medien ausgelöst hat in Amerika kürzlich die The Stronach Group (TSG). Der Gulfstream Park der TSG hat nämlich einen Wandkalender 2019 als Werbeartikel verschenkt. Kurz nachdem die Kalender in Umlauf gekommen waren, ging die Kritik am Vorgehen der TSG-Gruppe los, weil auf einigen Bildern die Peitschen aus den Händen der Jockeys digital entfernt wurden. Das prominenteste Bild, das auf diese Weise «desinfiziert» wurde, war von Gun Runner, der im Januar vor dem Feld des GI Pegasus World Cup ins Ziel flog. Die bearbeitete Fotografie war auffällig, weil sie nicht mit dem Originalbild übereinstimmte, das vor einem Jahr veröffentlicht worden war, auf welchem Jockey Florent Geroux beim Überqueren der Ziellinie die Peitsche in der linken Hand freudig hochschwenkte. Stattdessen zeigt das retuschierte Bild, wie Geroux mit einer Hand reitet und mit der anderen Hand eine lose Faust macht, in der nichts drin ist. Grund für die Bearbeitung der Bilder war, in der Öffentlichkeit kein schlechtes Image für den Rennsport aufkommen zu lassen, wenn Jockeys mit Peitschen zu sehen sind. Die Marketingabteilung sah dann den Fehler ein: «Die Leute wissen, dass Jockeys Peitschen benutzen. Wir sollten versuchen, mit der richtigen Botschaft und dem richtigen Vorgehen voranzukommen.» Im Weiteren wurde erklärt, dass die Marketingpolitik der TSG auf ihren sechs Rennbahnen in den USA darin besteht, «den begrenzten Gebrauch der Peitsche darzustellen, was so viel bedeutet, dass kein Jockey das Pferd schlägt oder ähnliches.» Es wurde ausserdem mitgeteilt, dass die übereifrige Bildbearbeitung dazu verwendet werden soll, die Diskussion zum Peitschengebrauch zum Wohl des Sports zu nutzen.

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