Weiterer Verzicht auf Stutenblut

Ob verletzt wie diese Stute oder nicht, Blut wird ihnen auf den südamerikanischen Farmen trotzdem abgezapft. (Foto: tsb)

Seit rund 35 Jahren wird tragenden Stuten in Uruguay und Argentinien Blut abgenommen zur Gewinnung des Hormons PMSG. 2015 haben die Animal Welfare Foundation und der Tierschutzbund Zürich das Thema Hormongewinnung aus dem Blut trächtiger Stuten und die damit zusammenhängenden massiven Tierquälereien erstmals veröffentlich. Das Hormon wird in Europa in der industriellen Tierzucht eingesetzt, um die Abläufe zeitlich abzustimmen und Produktionsleerzeiten zu vermeiden. Vier uruguayische und eine argentinische Blutfarm halten mindestens 10'000 Stuten. Ihnen wird zwischen dem 40. und 120. Trächtigkeitstag Blut abgenommen. Damit das zweimal im Jahr gemacht werden kann, wird die Trächtigkeit der Stuten nach dem 100. Tag unterbrochen. Die AWF-Recherche belegt zudem, dass schwer verletzte Stuten durch den Blutentnahmeprozess durchgetrieben werden.
Aufgrund der vorgelegten Berichte hatte der amerikanische Pharmakonzerne Merck, Sharp and Dohme im Januar 2017 und das deutsche Unternehmen IDT Biologika im Juli 2018 verkündet, kein PMSG mehr aus Südamerika zu importieren.? Als drittes Unternehmen ist nun der französische Pharmakonzern CEVA gefolgt. «Es wird Zeit, dass die Pharmakonzerne einlenken. Denn für die PMSG-Gewinnung sterben Jahr für Jahr tausende Stuten, werden pro Jahr rund 20’000 Fohlen abgetrieben und verletzte und kranke Pferde ohne medizinische Versorgung sich selbst überlassen. Wir begrüssen diesen Schritt der CEVA und hoffen, dass die Firmen HIPRA (Spanien und Vertrieb in Deutschland) und Zoetis (Italien) bald diesem Beispiel  auch folgen», erklärt York Ditfurth, Präsident ?Tierschutzbund Zürich und Vorstandsmitglied der Animal Welfare Foundation.

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