Schmiergeld-Skandal hat Landgestüt nicht geschadet

Für drei Mitarbeiter des Landgestüts Warendorf stehen die Tore nicht mehr offen, sie wurden fristlos entlassen. (Foto: Thomas Hartwig)

Lange hatten sich Ministerium und Staatsanwaltschaft Nordrhein-Westfalens bedeckt gehalten. Nun hat das Ministerium einen ersten Schlussstrich gezogen und der Belegschaft des Landgestütes mitgeteilt, dass alle drei Verdächtigen mit sofortiger Wirkung entlassen worden seien. Vor gut einem Jahr war das traditionsreiche Nordrhein-Westfälische Landgestüt in Warendorf Gegenstand einer Dursuchungsaktion des Landeskriminalamtes NRW und der Staatsanwaltschaft Münster. Der Grund: Gegen die Leiterin, den Verwaltungschef sowie den ersten Hauptberittmeister wurde wegen des Verdachts der Vorteilsannahme ermittelt. Nur wenige Tage nach der Razzia, die sich auch auf die Privatwohnungen erstreckte, wurden alle drei vom zuständigen NRW-Umweltministerium auf unbefristete Zeit suspendiert. Seinerzeit wurde lediglich bekannt gegeben, dass der Verdacht im Zusammenhang mit Reisen nach Katar bestehe. Heute, rund zwölf Monate später, umfasst die Ermittlungsakte gut 1800 Seiten. Und die monierten Reisen sind möglicherweise nur die Spitze eines noch gar nicht vollkommen zu erkennenden Eisbergs. Vor allem soll es auch um den Verkauf von Pferden gegangen sein. Ein Pferdehändler im Rheinland soll von den Arabern gut 180'000 Euro bekommen haben. Spuren soll es auch in die Schweiz geben.
Dem Landgestüt selbst hat die Affäre keinerlei Schaden zugefügt. Ganz im Gegenteil: So ist die Bedeckungsquote seit der Suspendierung der drei Verdächtigen im Februar 2016 um rund 30 Prozent gestiegen. Eine Bilanz, die wohl kein anderes deutsches Landgestüt für das zurückliegende Jahr aufweisen kann.

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