Frankreich brilliert mit Blankoresultat im Nationenpreis

Den vierten Reiter musste Rankreich in beiden Umgängen gar nicht in den Parcours schicken und gewann ohne einen einzgien Strafpunkt den Nationenpreis am CSIO St. Gallen. (Foto: Katja Stuppia/CSIO St. Gallen)

Der Boden im Gründenmoos wäre für einen Schweizer Sieg im Nationenpreis bestens gepflegt gewesen. Die Siege haben sich bei den Schweizer Springreitern im Vorfeld nur so aneinandergereiht: Steve Guerdat war mit Corbinian in einer Prüfung mit Stechen Erster vor Pius Schwizer/Living the Dream, Werner Muff hatte mit Cosby das Jagdspringen am Samstagnachmittag gewonnen, gleich Platz 1 und 2 belegten sie im «Preis der Stadt und Kanton St. Gallen»: Martin Fuchs holte sich mit Cristo den Sieg vor Paul Estermann mit Curtis Sitte. Und Pius Schwizer stand schon vor dem abschliessenden Hauptereignis als erfolgreichster Reiter des Turniers fest. Im abschliessenden Nationenpreis dann aber sollte es wiederum nicht für einen Sieg vor heimischem Publikum reichen, der nicht weniger als 18 Jahre zurückliegt und noch in Luzern gefeiert wurde. Die französische Equipe mit Mathieu Billot/Shiva d’Amauray, Alexandra Francart/Volnay du Boisdeville und Nicolas Delmotte/Ilex VP schloss mit einem Blankoresultat ab, Olivier Robert als Schlussreiter musste weder im ersten noch im zweiten Umgang in den Parcours. Philippe Guerdat, der Equipenchef aus dem Jura, strahlte: «St. Gallen war für mich als Reiter das beliebteste turnier, auch als Equipenchef ist St. Gallen für mich das schönste Turnier.» Die vier Punkte aus dem ersten Umgang mussten die Schweizer mitnehmen: Je einen Abwurf hatten Werner Muff/Daimler und Beat Mändli/Dsarie, Steve Guerdat/Bianca und Martin Fuchs/Chaplin hingegen ritten souverän und kamen ohne Abwurf ins Ziel. Im zweiten Umgang blieb Muff ohne Abwurf, Mändli hingegen verzeichnete erneut einen Fehler. Platz drei ging an Belgien vor Deutschland und Grossbritannien, die ihre erste völlig missratene Runde in der Wiederholung vergessen liessen und beide nach drei Reitern ohne Fehlerpunkte abschliessen konnten. Dass vier Schlussreiter nicht einmal mehr einreiten mussten, weil das Resultat nicht mehr verbessert werden konnte, verkürzte zwar die Prüfung, liess die Zuschauer dafür in den Genuss von schönstem Springsport kommen. Die Teilnahme an Nationenpreisfinal ist für die Schweiz nach einem Sieg, zwei zweiten und einem dritten Platz wohl bereits fest: 270 Punkte sind  auf dem Konto, das zweitplatzierte Deutschland 180. Im Hinblick auf die Weltreiterspiele Tryon im September stimmt der zweite Platz in St. Gallen Equipenchef Andy Kistler zuversichtlich: «Es ist einfach genial, Equipenchef sein zu können von solchen Pferden und Reitern.» Bis zur WM-Selektion stehen noch die Nationenpreise in Rotterdam in Aachen an, die Resultate dieser beiden Turniere zählen wohl mit, allein ausschlaggebend sind sie allerdings nicht – Grundlage sind die Leistungen der ganzen Saison. 

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