Drohne – mal Feind, mal Freund

Eine mit einer Wärmebildkamera ausgerüstete Drohne wird das Geläuf auf dem St. Moitzersee überfliegen, um allfällige Veränderungen im Eis frühzeitig erkennen zu können. (Foto: White Turf/Swiss Image)

Was im St. Galler Rheintal für ein Schreckensszenario gesorgt hat, soll in St. Moritz zur Sicherheit verhelfen – eine Drohne. Böse Folgen hatte nämlich für eine junge Reiterin auf ihrem Neujahrsritt eine Drohne, die von Jugendlichen auf sie angesetzt worden war und ihren sechsjährigen Wallach in Angst und Schrecken versetzt hat. Offenbar wurde das Paar regelrecht verfolgt und nicht nur von oben gefilmt. In panischer Angst galoppierte das Pferd davon, die Reiterin stürzte vom Pferd, das später glücklicherweise unversehrt angehalten werden konnte. Die Reiterin hingegen erlitt eine Hirnerschütterung, Pressungen und ein Schleudertrauma.  
In St. Moritz allerdings soll eine Drohne zum Schutz der Pferde am White Turf aufsteigen, der am kommenden Sonntag den ersten von drei Renntagen durchführt. Die mit einer Wärmebildkamera ausgerüstete Drohne wird das Geläuf auf dem St. Moritzersee überfliegen. Die Organisatoren erhoffen sich, auf diese Weise allfällige Veränderungen im Eis frühzeitig erkennen zu können. Damit soll verhindert werden, dass es wieder zu einem so tragischen Unfall kommen kann wie letztes Jahr am dritten Renntag, als das Pferd Boomerang Bob stürzte, euthanasiert werden musste und der Reiter George Baker schwer verletzt ins Spital geflogen wurde, worauf der Renntag abgesagt wurde. Die Untersuchung des Unglücks ist noch nicht abgeschlossen und kann noch mehrere Monate dauern, wie in der NZZ vom 31. Januar zu lesen ist.

Für dieses Jahr sieht es für den 111. White Turf viel besser aus.  Dank den vorhergesagten kalten Temperaturen laufen die Vorbereitungen optimal ab. Das Eis misst im Schnitt rund 50 Zentimeter. Mit sensationellen Besetzungen wartet der erste Rennsonntag von White Turf auf. Um 11.30 Uhr wird das erste von insgesamt sieben Rennen gelaufen. Insgesamt kommen 67 Pferde aus vier Nationen an den Ablauf, was die Internationalität der Pferderennen auf dem St. Moritzersee unterstreicht. Mit 38‘500 Franken ist der mit acht Startern besetzte H.H. Sheikh Zayed Bin Sultan Al Nahyan Listed Cup für Arabische Vollblüter die wertvollste Prüfung am Eröffnungstag von White Turf. Hier konzentriert sich das Hauptinteresse auf Nil Aziz. Der Schützling von Franziska Aeschbacher
fand vor einem Jahr die Siegespur. Im Sattel sitzt Raphael Lingg. Im sportlichen Mittelpunkt steht eindeutig der GP LONGINES mit seinen zwölf Kandidaten. Zehn davon besitzen noch eine Startoption für den LONGINES 79. Grosser Preis von St. Moritz am 18. Februar.

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