Wenn Feuerwerk Ängste auslöst

Viele Haustiere wie Wildtiere haben unter dem Feuerwerk zu leiden. Unsere Anwesenheit wirkt auf Pferde beruhigend, die Verabreichung von Mitteln wie Baldrian oder Bachblüten kann zusätzlich helfen. (Foto: zvg)

Feuerwerk an Silvester/Neujahr und am 1. August beschäftigt Pferdehalterinnen jedes Jahr von neuem. Darunter leiden Wildtiere ebenso wie Hunde oder Katzen und natürlich auch unsere Pferde. Während man mit Hunden oder Katzen noch einigermassen einfach über die Grenzen ins benachbarte Ausland «fliehen» kann, ist das mit Pferden allerdings nicht so einfach.

Was für Beruhigungsmittel können allenfalls «bedenkenlos» verabreicht werden? Nebst der Möglichkeit, durch langsame Gewöhnung die Pferde durch unsere beruhigende Anwesenheit (Stimme, Verhalten) abzulenken, sind primär alternative Produkte wie Baldrian und Bachblüten bzw. weitere phytotherapeutische oder homöopathische Substanzen zu empfehlen.  Vorteil bei diesen Präparaten: bedenkenloser Einsatz in Bezug auf Nebenwirkungen, geringer Preis und meistens lange Wirkungsdauer. Nachteil: Wirkungspotential bei mittel- und hochgradig betroffenen Pferden häufig ungenügend.

Bei anderen Produkten ist der Ausdruck «bedenkenlos» nur bedingt zulässig. Dies betrifft ja mithin praktisch alle schulmedizinischen Präparate (siehe Beipackzettel). Vorteil dieser Präparate sind: hohes Wirkungspotential. Nachteil: Wirkungsdauer beschränkt und nach 1 bis 2 Stunden relativ schnell abnehmend; Nachdosierungsmenge nicht immer bekannt; höherer finanzieller Aufwand wahrscheinlich. Zwei oral applizierbare Pasten mit ähnlicher Wirkung sind momentan in der Schweiz zugelassen. Selbstverständlich kann der Tierarzt injizierbare Produkte verwenden. Hier ist die Auswahl der Wirkstoffe grösser, es können auch Kombinationen als Cocktails gemischt eingesetzt werden. Die Dauer ist im Allgemeinen kürzer als bei den Pasten, der Wirkungseintritt schneller. Die Nebenwirkungen bzw. Einschränkungen im Gebrauch bleiben die gleichen wie bei den Pasten: Wirkung individuell verschieden, wenn bereits in Aufregung zum Teil sehr bescheiden, inverse Reaktion möglich (Pferd wird wach und schreckhaft), bei häufiger Gabe Leberschädigung und Blutbildveränderungen möglich.

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