Keine neuen Fällen von Infektiöser Anämie

Von Infektiöser Anämie sind bisher nur Poloponys betroffen, eine mögliche Spur führt nach Argentinien. (Foto: zvg)

Der Fall von Infektiöser Anämie bei einem Pferd in der Aargauer Gemeinde Mülligen ist bis jetzt der einzige bekannte Fall in der Schweiz. In den vergangenen Wochen wurden alle im Sperrgebiet gehaltenen Pferde untersucht. Es konnten bislang keine weiteren Erkrankungsfälle nachgewiesen werden. Das Sperrgebiet, das sich über Teile der Gemeinden Mülligen und Lupfig erstreckt, kann frühestens in drei Monaten aufgehoben werden. Voraussetzung dafür ist, dass bis zu diesem Zeitpunkt alle Pferde erneut untersucht werden und dass keine weiteren Fälle der Tierseuche auftreten. Da die Krankheit über grosse blutsaugende Insekten wie Bremsen und Stechfliegen übertragen werden kann, ist der Schutz vor Insekten durch das Eindecken der Tiere, den Einsatz von Repellents sowie Insektenfallen im Stall notwendig.
Pferde, die im Sperrgebiet gehalten werden, dürfen ins Freie, solange sie das Sperrgebiet nicht verlassen. Grundsätzlich sind Märkte und Veranstaltungen mit Pferden im Sperrgebiet nicht erlaubt. Unter der Auflage, dass ausschliesslich im Sperrgebiet gehaltene Pferde zum Einsatz kommen, kann das im August geplante Poloturnier im Aargauer Birrfeld dennoch durchgeführt werden. Der kantonale Veterinärdienst wird zur Überprüfung der Einhaltung aller tierseuchenpolizeilichen Schutzmassnahmen amtliche Kontrollen durchführen.
In Deutschland ist die Equine Infektiöse Anämie inzwischen in acht Ställen an sechs Orten nachgewiesen, die Niederlande meldet einen Fall – bisher sind hier immer Polopferde betroffen. Auch Spanien hat zwei Fälle gemeldet. Insgesamt 17 Tiere wurden getötet. Dies schreibt das Tierseuchengesetze vor, da es keine Behandlungsmöglichkeit gibt. Der Nachweis in den Niederlanden scheint keinen direkten Bezug zum deutschen Ausbruchsgeschehen zu haben. Das Pferd aus dem Poloclub Vreeland, sei nie in Deutschland gewesen, es stamme ursprünglich aus Argentinien. Die EIA-Infektion sei entdeckt worden, weil man nach den Fällen in Deutschland alle Polopferde vorsorglich habe testen lassen. Es habe nur dieses eine positive Ergebnis gegeben.
Der erste Fall in Deutschland (Hagen-Grinden/Landkreis Verden, Niedersachsen) betraf ein Polopony, das vier Jahre zuvor aus Argentinien importiert wurde. Auch die Bildzeitung hatte berichtet, dass die in Hamburg infizierten Pferde alle aus demselben Stall in Argentinien stammen und vor fünf Jahren nach Deutschland kamen. Dies hat ein Sprecher des Bezirksamtes Altona bestätigt. Die Fälle in Bayern führt die Stallbesitzerin in der Süddeutschen Zeitung auf Pferde des argentinischen Polo-Profis Hugo Iturraspe zurück. Er hatte sechs Pferde in den Stallungen untergebracht, später seien alle Tiere des Argentiniers positiv auf EIA getestet worden. Die Spur nach Argentinien ist aber noch nicht offiziell  kommuniziert.

Drucken