Von: Tamara Wülser | fotos Praesens Film

Kavallino: 3/19

Junge Bernerin ist Star im neuen Ostwind

Für die Rolle als Ari musste Luana Paiano Reiten und Bogenschiessen lernen.

Statt ins Heim kommt Ari aufs Gut Kaltenbach und trifft auf Ostwind.

Ostwind übt auf die ankommende Ari eine magische Kraft aus.

Die Dreharbeiten am vierten Ostwind-Film haben der jungen Bernerin viel Spass bereitet.

Ab dem 28. Februar ist der Hengst Ostwind bereits zum vierten Mal auf der Kinoleinwand zu bestaunen. Auf seinem Rücken sitzt dieses Mal Ari, ein schwererziehbares Kind, das von der zwölfjährigen Bernerin Luna Paiano gespielt wird.

Der neue Ostwind beginnt dramatisch: Ein Feuer wütet und Mika sucht verzweifelt nach Ostwind. Dabei wird Mika verletzt und liegt daraufhin im Koma. Durch ihr starkes Band zu Ostwind geht es dem Hengst ebenfalls schlecht und er frisst nicht mehr. Mikas Grossmutter, Sam und Herr Kaan versuchen unterdessen, Gut Kaltenbach am Laufen zu halten, wobei sie Unterstützung von der ehrgeizigen und scheinbar netten Isabell bekommen. Aber alles geht schief und das Gestüt droht in fremde Hände zu fallen. Isabell engagiert zudem einen berühmten Trainer, der die Pferde jedoch quält.
Doch dann bringt Fanny die impulsive und kratzbürstige Ari nach Kaltenbach, die sonst im Heim gelandet wäre. Ari fühlt sich sofort von Ostwind angezogen und scheint eine besondere Wirkung auf den berühmten Hengst zu haben. Herr Kaan hilft ihr, mit mongolischer Mythologie innere Ruhe zu finden, und bringt ihr das Bogenschiessen und das Reiten bei. Wenn sie mit dem Hengst berittenes Bogenschiessen trainiert, hilft Ari nicht nur ihm und sich selber, sie holt damit auch Mika aus dem Koma zurück. Und mit Hilfe von Pfeil und Bogen befreit sie Ostwind aus den Fängen des bösen Trainers.

Kampfsport und Musik
Luna Paiano ist, wenn sie nicht mit Ostwind vor der Kamera steht, ein ganz normales Mädchen aus Bern. «Es ist speziell, den Film selber anzuschauen. Manchmal sehe ich die Rolle und manchmal sehe ich Szenen, die zu der Zeit am Set passiert sind», schildert die Zwölfjährige ihre Erlebnisse. Als sie sich zum ersten Mal auf der Kinoleinwand sah, war sie teilweise beeindruckt und erkannte sich kaum: «Ich sehe dann meine Rolle als Ari.»
Die Arbeit am Set mit den Pferden hat der jungen Bernerin Spass gemacht, auch wenn sie selber nicht reitet. «Ich mache Judo und spiele Saxophon», erklärt sie. Für den Film hiess es also, Reiten lernen und Bogenschiessen trainieren, denn auf Ostwind sitzend schiesst sie aus dem Galopp Pfeile auf Luftballons und Zielscheiben.
Die Arbeit am Set zu Ostwind hat Luna Paiano viel Freude gemacht: «Es war toll, mal nicht ein braves Mädchen zu spielen.» Und die Szenen, in denen Ari den Mitmenschen auf die Nase haut? «Das hat Spass gemacht», meint sie grinsend. Die Rolle habe in einigen Punkten gut zu ihr gepasst, auch sie sei recht wild und gerne draussen: «Viel mehr als Ari spreche ich allerdings auch nicht. Der Film war jedoch auch nicht einfach, denn es hat viele emotionale Szenen drin, welche viel schauspielerisches Geschick erforderten.»

Durch Theater zum Film gekommen
Doch wie wurde aus der Bernerin eine Filmschauspielerin? «Als kleines Kind habe ich gerne Theater gespielt. Meine Grosseltern hatten dann eine Ausschreibung entdeckt und ich meldete mich an.» So erhielt sie mit acht Jahren ihre erste Rolle am Theater: «Ich bin so reingerasselt und habe dort sehr viel gelernt.» Dann stiess sie auf eine Ausschreibung für Papa Moll. Sie passte zwar vom Alter her nicht für die ausgeschriebene Rolle, es klappte dennoch. Auch in einer Folge des Bestatters auf SRF durfte sie mitspielen. Und im letzten Frühling lud sie dann die Regisseurin Theresa von Eltz zu einem Casting für die Rolle der Ari in Ostwind ein. Anfangs glaubte sie nicht daran, als Schweizerin in einem deutschen Film für eine Hauptrolle genommen zu werden. Doch es kam anders. Und Luna sprach sogar so perfekt Hochdeutsch vor der Kamera, dass sie nicht synchronisiert wurde.

Übertritt in die Oberstufe
Wie sieht nun die Zukunft aus für Luna Paiano? «Im Moment habe ich keine Pläne für weitere Rollen, jetzt muss ich wieder etwas in die Schule gehen, denn bald folgt der Übertritt in die Oberstufe.» Nach der Schule möchte sie etwas Kreatives machen: «Schauspielerin oder Ingenieurin könnte ich mir gut vorstellen.» Und die neue Fangemeinde hofft natürlich auf ein Wiedersehen von Ari und Ostwind.

Seelenverwandtschaft zu Ostwind

Die Ostwind-Verfilmungen lassen Mädchenherzen höherschlagen. In den ersten Filmen geht es um Mika und Ostwind. Beide sind wild und scheinbar unzähmbar, bis sie zusammenfinden. Im vierten Film kommt Ari nun auf den Hof. Aus der auffälligen Schülerin Ari wird plötzlich ein braves und fleissiges Mädchen, welches sich fürsorglich um Ostwind und die anderen Pferde kümmert. Und Ostwind wird ein Superstar unter seiner Reiterin. Auch im neuen Film scheint es wieder eine Art Seelenverwandtschaft zwischen Ostwind und Ari zu geben.

Trailer

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